Nostalgisches Fernseherlebnis

Völlig unerwartet und überraschend habe ich gestern mal wieder einen Film im Fernsehen gesehen. Es lief: „Der Kampf der Titanen“. Und zwar nicht das Remake, sondern das Original von 1981! Den mußte ich mir einfach anschauen, denn das letzte Mal habe ich ihn gesehen, als ich noch ganz klein bzw. jung war und so war es auch gleich ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit und meine Kindheit. Ich konnte mich nur noch an wenige Teile der Handlung, die Medusa und einen mit Tonfigürchen spielenden Zeus, erinnern und so war es schon recht spannend. Es kam mir auch alles viel, viel Bunter vor, was zum einen an einer möglichen Aufarbeitung des Filmmaterials oder aber der Tatsache, dass ich den Film vermutlich früher auf einem Schwarz-Weiss-Fernseher gesehen habe, liegen könnte.  Nun, dies soll keine Rezension werden (Handlung kann man auf Wikipedia oder anderswo nachlesen) und für diejenigen, die den Film nicht kennen – trotzdem weiterlesen und den Film später anschauen!

Was den Film meiner Meinung nach durchaus sehenwert macht (mal abgesehen von Bubo, aber dazu später), sind die kleinen Parallelen zu anderen Filmen und ich finde, die Liste ist erstaunlich lang. Wo fange ich da nur an? Am Besten, mit Ähnlichkeiten zu Filmen, die vor 1981 gedreht wurden und somit möglicherweise als Vorlage gedient haben könnten. Und, nein, ich denke dabei nicht an andere historische Filmchen über die griechische Mythologie, sondern vor Allem an „Star Wars“ and „Superman“. Hä? Jaja, ich meine es wirklich so. Meines Erachtens nach der absolute Held des ganzen Films ist Bubo, eine kleine mechanische Eule, die Zeussohn Perseus in so manch kniffliger Lage zur Seite steht. Jedes Mal, wenn Bubo durchs Bild fliegt, den Kopf herum dreht und lustig piept, denke ich an die „Star Wars“ Robotergang – Bubo sieht nämlich aus wie C3PO und klingt wie R2D2. Benimmt sich auch so (hm, vielleicht ein Abkömmling der beiden? Selbstgebaut, natürlich). Der absolute Knaller in meinen Augen! Und als Zeus‘ Abbild Perseus auf einem Schild erscheint, war das genau wie in „Superman“, als Jor-El im Eispalast zu seinem Sohnemann spricht. Noch dazu hätte ich fast darauf gewettet, dass Zeus jeden Moment sagt „Ich bin Dein Vater!“. Höhö.

Möglicherweise lassen sich noch mehr Parallelen finden, aber ich möchte ja auch noch auf Filme eingehen, die erst nach 1981 entstanden sind und sich somit das eine oder andere Element aus „Kampf der Titan“ geliehen haben könnten. Fangen wir mal chronologisch an mit „Big Trouble in Little China“ von 1986. Ich würde sagen, in diesem Film wurde eindeutig die Medusa recyclt – zum einen verwendet der Bösewicht Lo Pan ihren Leuchtblick, zwar nicht zum Versteinern, aber immerhin. Zum anderen sieht ihr die geheimnisvolle Drachenfrau („ihre Mutter wurde von einem Drachen vergewaltigt“) zumindest im Bereich der unteren Körperhälfte und der Art ihrer Bewegungen doch sehr ähnlich. Lustigerweise fand ich noch viel mehr Ähnlichkeiten zu einem deutlich neueren Film bzw. eine Reihe von Filmen: Harry Potter! Anfangen vom ganz Offensichtlichen: Die Schauspielerin Maggie Smith spielt in allen Filmen mit – zum einen die griechische Göttin Thetis, zum anderen die Hogwartslehrerin Minerva McGonagall. Der Basilisk aus „Die Kammer des Schreckens“ hat schon ziemlich viel Ähnlichkeit mit der Medusa (Schlangengestalt, Tödlicher Blick) und dem Seeungeheuer (groß, gefährlich, jedoch von Menschen/Götterhand gesteuert), oder etwa nicht? Und als der zweiköpfige Hund auftauchte, mußte ich doch gleich an Fluffy denken, auch wenn der ein klein wenig größer war und einen Kopf mehr hatte. Man kann das Spiel noch weiter treiben und das geflügelte Pferd Pegasus mit Seidenschnabel, dem Hyppogreif aus „Der Gefangene von Askaban“, vergleichen…

Was mir in dem alten Film jedoch besser gefallen hat, als in einigen Neueren: Das Skelett im schwarzen Umhang sah original so aus, wie ich mir den TOD in Terry Pratchett-Büchern vorstelle – viel cooler als die alberne Figur in der Verfilmung von „Hogfather“. Und als Perseus und seine Gefährten gegen ein paar riesige Skorpione kämpften, hört man als Hintergrundgeräusch nur das Rauschen des Windes, anstelle von laut aufgedrehter, dramatischer Musik. Wie angehehm. Ein wirklich nettes Fernseherlebnis.

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