Wiedersehen mit alten Bekannten

In den letzten Wochen und Monaten hat sich bei mir ja so einiges verändert, auch wenn das wohl hauptsächlich bzw. am meisten mir selbst auffällt. Und eigentlich ist das so auch völlig in Ordnung und irgendwie auch ziemlich spannend. Nun, was soll ich sagen, ich bin jetzt nicht plötzlich ein neuer Mensch, darum geht es auch gar nicht, sondern vielmehr darum, dass ich wieder ein bißchen mehr ich selbst bin. Back to the roots, in gewisser Weise. Und zu meinem alten Ich gehören ein paar Dinge oder auch Gefühle und Verhaltensweisen, die ich schon oft verloren geglaubt habe, wenn auch manchmal nur für eine Weile. Und darum gehts hier heute. Womit fange ich da nur an?

Frühjahrsmüdigkeit: Die hätte ich ja nun wirklich noch nicht erwartet, schließlich haben wir noch Winter und ich bin mir eigentlich sicher, dass es noch einmal schneien wird und wir auch noch mal ganz gepflegt frieren werden. Zur Zeit jedoch herrschen eher frühlingshafte Temperaturen, die Bäume fangen an zu knospen, im Garten blühen Schneeglöckchen und Krokusse, beim Nachbarn die Weidenkätzchen und ich meine auch schon ein paar Tulpen und Osterglocken aus dem Boden sprießen zu sehen. Verrückt, oder? Naja, jedenfalls bin ich mal wieder außerordentlich müde, wie sonst halt meist im Frühjahr. Gestern Abend bin ich so gegen Mitternacht ins Bett und heute konnte ich mich mit Mühe und Not gerade mal so gegen 13 Uhr hinaus quälen. Hätte eigentlich auch noch ein paar Stunden länger schlafen können, aber ich hatte ja noch was vor. Den ganzen Tag war ich so müde und auch jetzt würd ich mich am liebsten schon wieder ins Bettchen kuscheln. Schlafen ist doch so schööööön. Und einen kleinen Anflug von Frühlingsgefühlen konnte ich auch schon feststellen.

Sehnsucht: Ich glaube es war Robert Schneider der einmal sagte „Man liebt nur einmal, alles andere ist Sehnsucht.“ So viele Jahre lang war die Sehnsucht mein ständiger Begleiter, mein Antrieb, meine Leidenschaft, meine Qual. Dann ist etwas passiert – vielleicht war es Liebe, vielleicht auch nur Schmerz und Einsamkeit – und ich habe sie verloren oder vielmehr aufgegeben, damit ich weiter funktionieren konnte. Ich weiß nicht, was schlimmer ist, sich nach etwas zu sehnen und zu begreifen, dass man es niemals haben wird, oder einfach nichts mehr haben zu wollen, nicht nur die Hoffnung, sondern auch die bloße Sehnsucht, die Wünsche und Träume aufzugeben. Schmerz oder Leere? Vielleicht ist es für jeden etwas anderes. Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch so an die Liebe glaube wie früher, ob ich wieder die gleichen Hoffnungen und Träume haben werde, aber die Sehnsucht ist wieder da und das fühlt sich gar nicht so schlecht an im Moment.

Die Magie des Augenblicks: Es gab immer mal wieder Phasen in meinem Leben, da habe ich das Ruder meinem Verstand übergeben; versucht, vernünftig zu sein und zu handeln, erwachsen zu sein, zu funktionieren. Das ging meist nicht sehr lange gut und mit der Zeit mußte ich einen immer höheren Preis dafür zahlen. Nun, ich kann meinen Verstand nicht ausschalten, mein Gehirn hat leider keinen power switch, doch ich kann auch nicht wider meine Natur. Das ist manchmal vielleicht ein wenig verrückt, ein bißchen zu laut, chaotisch und impulsiv, läßt mich aber gerade zur Zeit wieder die vielen kleinen besonderen Momente im Leben genießen. Ein sonniger Tag, eine Nacht erholsamer Schlaf, ein gutes Essen, ein schöner Traum, eine Begegnung, ein Blick, eine Berührung, ein besonderer Mensch, ein Gespräch, ja, manchmal ist es auch nur ein einziger Satz, nur ein paar Worte, die ein Lächeln auf meine Lippen zaubern. Gerade am letzten Montag hat ein einziger kleiner und völlig unerwarteter Kommentar auf Facebook dazu geführt, dass ich mit einem Lächeln im Gesicht durch die Straßen gelaufen bin. An einem Montagmorgen wohlgemerkt, auf dem Weg zur Arbeit! Ich hatte ganz vergessen, wie sich das anfühlt, muß schon ne ganze Weile her sein. Robert Schneider sagte glaube ich auch: „Tot ist auch der, der lebend nicht lebendig ist“.

Meine Taille: Früher war ich ja immer schlank und konnte essen, was und wie viel ich wollte, doch jahrelanges Studium, mangelnde sportliche Ertüchtigung, gutes Essen und jetzt auch schon seit 4 Jahren ein Bürojob haben ihre Spuren hinterlassen. Das vergangene Jahr war ganz besonders schlimm und ich habe schließlich endlich mal angefangen, etwas dagegen zu tun. Mit tatkräftiger Unterstützung eines Personal Trainers ging bzw. geht es den überflüssigen Pfunden nun schon seit ein paar Monaten an den Kragen und ich freue mich ja schon beinahe wieder auf den Sommer und das Tragen eines Bikinis. Gestern Abend hatten wir unsere jährliches Company Dinner mit der Firma und waren schick essen bei Tante Anna. Ich hatte mir schon vor ein paar Wochen ein neues Kleid gekauft – schwarz, knielang, mit 3/4 Armlänge, ohne tiefen Ausschnitt, aber sehr schmal und figurbetont geschnitten. Als ich es gestern Abend angezogen und mich im Spiegel angeschaut habe, stellte ich fest: Ich habe tatsächlich wieder eine Taille! Ok, sie war nie ganz weg, aber die zusätzlichen Speckröllchen haben doch schon ein wenig von ihr abgelenkt. Ich will jetzt auch nix verherrlichen, ich bin noch nicht am Ziel angelangt und es gibt noch ein bißchen was zu tun, aber ich bin zuversichtlich, dass ich es tatsächlich erreiche und wieder ein klein wenig schlanker und noch dazu fitter durchs Leben gehen kann. Und der Weg dorthin ist kein bißchen Qual sondern macht mir sogar Spaß, wer hätte das gedacht. Netter, wenn auch teurer Nebeneffekt: Shopping macht viel mehr Spaß, wenn die schönen Sachen auch tatsächlich passen und ich hab mir erst heute wieder ein neues Kleid gekauft. Ich hab’s mir verdient!

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