In Nonna’s Küche oder Das Mehlmassaker Teil II

Die Ola ist müde, soooo müde. So müde, dass sie garnicht so viel bloggen kann wie sie gerne möchte, die Arme sind einfach zu schwer, die Augenlieder fallen zu. Aber NEIN! So geht das jetzt aber wirklich nicht, ich bin stark, ich schaff das mit links. Schluss mit jammern und noch schnell ein paar Streichhölzer zwischen die Augenlider gestopft. Plock – Au! Plock – Au! Ok, auf geht’s, ran ans Werk.

Die Nonna, ja, die Nonna kocht schon sehr leckeres Essen, das mußte ich ja mal ausprobieren. Am vergangenen Montag gings also mal wieder in das mir schon so vertraute Kellergewölbe der Kochbuchhandlung Frank Petzchen und im üblichen Zehn-Hobbyköche-Team gings es unter wie immer, d.h. für mich jetzt schon in der 3. Wiederholung mit wechselnder Menüfolge natürlich, sehr netter Unterstützung von Köchin Claudia Goebels der italianischen Küche an den Kragen. Gezaubert haben wir ein sehr schönes und relativ unaufwendiges 4-Gänge-Menü, von dem es dieses Mal hier leider keine Bilder zu sehen gibt, weil ich Dussel nicht gesehen habe, dass die Auflösung meiner Handykamera verstellt war und somit alle von mir an besagtem Abend, in der kuscheligen Gewölbeküche geknipsten Erinnerungs- bzw. Beweisfotos einfach eine zu niedrige Auf-lösung haben, um meinen außerordentlich hohen stilistischen und optischen Ansprüchen gerecht zu werden. Ja, was gab es denn nun eigentlich so Tolles zu essen? Ist ja gut, ich verrate es euch ja schon noch, nicht so ungeduldig. Wir haben gekocht:

  1. Crostini con patè di fegato, Crostini rossi al rosmarino, Pecorino con salsa dolce
  2. Fazzoletti di seta con Pesto
  3. Brasato al Barolo con Polenta
  4. Torta di Nonna con Mascarpone

Ja, alles auf italienisch. Hab mir gedacht, ich spare mir mal das Hinzufügen der Übersetzung, ist Spannender so. Wer’s nicht versteht, fragt Leo. Hach, ich kann euch sagen, es war alles sehr, sehr schmackhaft, außerordentlich köstlich und noch dazu total pipieinfach zu machen. Eigentlich wollte ich hier dieses Mal das Rezept für den Hauptgang, den Barolobraten mit Polentatalern, veröffentlichen. Weil ich beim letzten Kochabend (das Mehlmassaker Teil I) aber das Rezept für den Nudelteig und auch die Zubereitung der ach so wunderbaren Nüdelchen nicht so ganz mitgeschnitten habe, dieses Mal aber nicht nur mit im Geschehen, sondern auch mit einer Gebrauchsanweisung ausgestattet war, habe ich beschlossen, euch in die klebrige und staubige Welt des Nudelmachens zu entführen. Die Zutatenliste ist jetzt auch ausgeprochen lang, ich weiß garnicht, ob ich euch das zumuten kann. Für 10 Personen als Zwischengang, haben wir genommen:

Nudelteig:

  • 700 g Mehl (italienisches Typ 00, ist feiner, oder ganz normales Mehl)
  • 7 Eier
  • 1 Prise Salz

Pesto:

  • 1 großer Bund Basilikum
  • 1 Knoblauchzehe (oder auch 2)
  • 2 EL Pinienkerne
  • 50 ml Olivenöl
  • 1-2 EL geriebener Parmesan oder Pecorino
  • Salz und Pfeffer, außerdem noch etwas abgeriebene Zitronenschale

Die Zutaten fürs Pesto kommen alle einfach in den Mixer und werden kurz und schmerzvoll zerkleinert. Wer’s brutaler mag und viel Zeit/Geduld/Kraft oder vielleicht auch keinen Strom/Mixer hat, kann dafür natürlich auch den Mörser aus’m Schrank holen.  Berücksichtigt man die doch vergleichsweise große Anzahl an Zutaten im Pesto und den enormen Zeitaufwand für das Abzupfen der Basilikumblätter, ist die Zubereitung der Nudeln der reinste Spaziergang. Man nimmt einfach eine große Schüssel, gibt Mehl und Salz hinein, haut die Eier kaputt und bugsiert sie ebenfalls in die Schüssel, am besten ohne Schale. Dann Hände waschen, rein in die Schüssel und anfangen zu mischen und zu kneten. Ja, nix Kitchen Aid, alles gute deutsche Wert- bzw. Handarbeit. Nun, ich hab ja schon vor vielen Jahren von meiner bulgarischen Mama das Zubereiten von Brotteig (von uns hauptsächlich jedoch für Pizza benutzt) gelernt, das ist noch einen Tick ekliger, weil man nicht nur Mehl und Eier, sondern auch noch Hefekrümelchen, saure Sahne und warme Milch mit in der Schüssel hat. Also, einfach munter kneten bis nix mehr klebt, sobald das Mehl halbwegs untergearbeitet ist, gerne auch auf der Arbeitsplatte. Dann gibt es nur ein kleines Mehlmassaker. Der Teig wird noch schneller fertig, d.h. schön geschmeidig, wenn man mehrere Helferhände zur Verfügung hat und jedes Paar eine kleine Portion kneten läßt. Den fertigen Teig in Klarsichtfolie einwickeln und dann ein bißchen im Kühlschrank frieren lassen, so 30 min. Wenn man sich dann glücklicher Besitzer einer Nudelmaschine (manuell mit Kurbel oder auch automatisch) nennen kann, umso besser, wenn nicht, Nudelholz raus und den Teig portionsweise zu 2 mm dicken und vielleicht so 7-8 cm breiten Streifen ausrollen und auf Geschirrtüchern auslegen (noch kleineres Mehlmassaker und so auch einfacher zum Herd zu transportieren, wenn man Hilfe hat). Mit dem Messer dann einfach in etwa bierdeckelgroße Vierecke schneiden – daher der Name dieser Nudel, bedeutet Seidentaschentücher. Der Rest ist einfach: großen Topf mit Wasser aufsetzen, aufkochen, Salz rein, Nudeln rein, ca. 3 Minuten kochen (am besten unter Rühren), Nudeln abgießen, mit Pesto mischen, rauf auf’n Teller, Käse rüber – Genießen!

Vorschau für nächstes Mal: Fitnessküche und/oder Erst gemeinsam Einkaufen auf’m Carlsplatz, dann daraus was Nettes kochen

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2 Replies to “In Nonna’s Küche oder Das Mehlmassaker Teil II”

  1. Das hätte ich dann gern beim nächsten Besuch 🙂

    1. Das läßt sich ganz sicher arrangieren 🙂

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