Mal was Ernstes heute…

Mensch, auf sowas bin ich ja gar nicht richtig vorbereitet d.h. ich habe hier ja noch gar keine passende Kategorie. Ich war auch etwas unschlüssig, ob ich dazu jetzt wirklich etwas schreiben soll, aber aus aktuellem Anlaß jucken mir doch ein wenig die Finger und ich habe festgestellt, dass es vermutlich auch gegen keine meiner Regeln verstößt, denn ich werde nicht, jammern, meckern oder lästern. Und ich habe ja schließlich niemals behauptet, dass hier in diesem Blog immer nur Blödsinn und Schabernack geben wird. Nun gut, kommen wir mal zur Sache und fangen mit einem Geständnis an. Für all diejenigen, denen es bisher entgangen sein sollte: Es gibt ziemlich viele Dinge, die mich interessieren und auch bewegen, es gibt auch einige Dinge, die so ziemlich an mir vorbei gehen. An erster Stelle würde ich jetzt einfach mal das Thema Religion platzieren, denn das spielt in meinem Leben ja nun wirklich so gar keine Rolle und bedarf deswegen auch keiner weiteren Worte. An zweiter Stelle würde ich auf jeden Fall Sport nennen, den andere betreiben und man in der Regel auch noch nur im TV zu sehen bekommt – sorry, ist für mich halt einfach total uninteressant. Obwohl, die Sachen, die der Stefan Raab sich da ab und an ausdenkt, finde ich so in kleinen Dosen schon mal ganz unterhaltsam, aber jetzt auch nicht so toll, dass ich mir 4 Stunden lang die Wok-WM anschaue. Nein, danke! Aber um all das soll es ja hier heute auch gar nicht gehen, sondern um das dritte der wohl am wenigsten wichtigen Themen im meinem Leben: Politik & Nachrichten. Ich bin jetzt nicht grundsätzlich ein Wahlverweigerer und kriege so am Rande schon mit, was denn gerade so läuft, aber irgendwie finde ich Politik halt einfach langweilig und es scheint manchmal, als wenn die meisten Politiker eh keinen Klartext reden können und nur leere Versprechungen machen. Und da ich mich jetzt auch nicht wirklich so gut auskenne mit der Materie, enthalte ich mich in Diskussionen und Gesprächen über derartige Themen auch immer ganz dezent. Ich muß jetzt auch nicht ständig lesen oder sehen, wieviele Menschen sich gegenseitig umbringen oder welcher Kinderschänder wie lange ungeschoren davon gekommen ist (also im realen Leben meine ich, in Büchern lese ich ja schon ab und an ziemlich üble Horrorstorys). Jedes Mal, wenn ich beschließe, mir vielleicht mal öfter ein paar Nachrichten anzuschauen (also auch mit Ton, Bildchen seh ich ja schon mal wenn ich auf dem Laufband im Fitnessstudio rumröchel) oder gar mal eine Zeitung zu kaufen, macht mein Gehirn einfach *pfffff*. Ok, mal abgesehen von einem leichten Anflug schlechten Gewissens ab und an, hat mich das bisher nicht weiter gestört, ich hatte auch so meine ganz eigenen Probleme, da geht irgendwann auch einfach nix mehr.

Inzwischen hat sich aber ein klein bißchen was geändert in meinem Leben. Zum einen, geht es mir doch deutlich besser als noch vor ein paar Jahren bzw. Monaten, d.h. ich kriege etwas mehr von meinem Umfeld mit. Zum anderen, bin ich halt auch zufällig in einem Job gelandet, in dem ich mich dem Weltgeschehen nicht so wirklich ganz entziehen kann und somit Natur- und Umweltkatastrophen, Terroranschläge und politische Unruhen in mein alltägliches Leben Einzug gehalten haben. Und ich kann euch sagen, es ist schon ein Unterschied, ob man das Geschehen nur mal so vom Sofa aus im Fernsehen verfolgt oder aber die Version hört von Kollegen und Freunden, die sich eben an genau diesen Orten oder zumindest relativ nah dran aufhalten. Ich erinnere mich an eine amerikanische Kollegin, die 2008 bei uns zu Besuch war, während ihre Familie Hab und Gut gegen Wirbelsturm und Hochwasser gesichert hat; an Kollegen, die nur wenige Stunden vor dem Bombenanschlag in Moskau, den Flughafen verlassen hatten; an die Email aus Singapur kurz nach dem Erdbeben mit dem Versprechen, so bald wie möglich genauere Informationen weiter zu leiten; und dann an den Anruf eines Freundes und Kollegen, der von der ‚Invasion‘ saudi-arabischer Truppen in den Bahrain berichtete, vom Anblick der fahnen-schwenkender Soldaten an der Grenze.  Wenn ich versuche, zu verfolgen, was da gerade mit den Atomkraftwerken in Japan passiert (ein wenig hilfreich fand ich dazu auch http://www.gau-japan.de/), erscheint mir das alles irgendwie so unwirklich, andererseits aber doch auch viel näher und realer als sonst. So’n Mist! Und wenn man sich all die aktuellen Katastrophen, Krisen und Unruhen so anschaut, traut man sich da noch, glücklich, lustig oder auch nur ein Stück weit unbeschwert zu sein? Darf man das denn?

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