Experimentierfreudig

Ok, ich bin ja diplomierte und promovierte Bombenbauerin  Klugscheisserin Chemikerin und habe ja schon so einige Experimente mehr oder weniger erfolgreich durchgeführt. Also, wenn man jetzt mal von dem einen verflixten Mistpräparat im Organik-Hauptpraktikum absieht, das auch nach dem dritten Versuch trotz einer Vielzahl äußerst einfallsreicher Flüche und Beschimpfungen meinerseits   ums Verrecken  einfach nicht auskristallisieren wollte. Ja, und dann war da ja noch das gute Platin-Widerstands-Thermometer, das mir mal aus Versehen aus der Halterung gefallen ist und ich will jetzt auch nicht verschweigen, dass auf dem Höhepunkt meiner Laborlaufbahn, also kurz vor Ende der letzten Messungen für meine Dissertation, leider auch ein ganz tolles Quarzglasviskosimeter sein Leben lassen mußte, weil mir nicht aufgefallen ist, das mit den Messwerten was faul ist (Luft in ner Methanoldampfmischung ist nicht gut, wenn’s warm wird) und die ganze Geschichte dann irgendwann explodiert ist. Aber ich schweife ab. Es sei nur soviel gesagt: ich habe jetzt einen Bürojob und das ist vielleicht auch ganz gut so.

Es soll hier heute aber gar nicht um Experimente der chemischen Art gehen. Nein, es geht um Zwischenmenschliches. Gut, da muß die Chemie auch stimmen, aber lassen wir das jetzt mal beiseite. Ich habe beschlossen, 2 parallele Experimente zu starten. Das Ziel ist neue Leute kennen zu lernen und zwar mit Hilfe des Internets. Ich bin ja schon etwas voreingenommen und meine Erfahrungen mit dieser – ich sag mal – Option sind jetzt auch nicht unbedingt die besten, aber es hat sich ja in der Zwischenzeit auch so einiges getan im Internet. Vor etwa einem Monat habe ich mich bei neu.de angemeldet, weil ich mich doch so langsam wieder ein wenig dem Thema Beziehung annähere und die Idee von einem Mann in meinem Leben gar nicht mal so schlecht finde. Kann ja vielleicht auch ganz lustig sein, nicht wahr? Nun ja, bisher war es mal so ganz objektiv und vorsichtig ausgedrückt eher ein Griff ins Klo. Bin ich froh, dass ich von vornherein keine hohen Erwartungen hatte und halt einfach nur mal gucken wollte, was da so passiert. Weil man jetzt aber so quasi gar nix mehr so richtig machen oder auch nur sehen kann, ohne Geld dafür zu bezahlen, wollte ich mein Profil eigentlich schon wieder löschen, habe mir jetzt aber überlegt, das Ganze ein wenig für meinen Blog auszuschlachten und eine Kurzzeitstudie daraus zu machen. Ich habe mir jetzt also einen Pass gekauft, für einen Monat, einen zweiten Monat gibt es gratis dazu, und werde also in den nächsten Wochen mal ein wenig intensiver recherchieren und vielleicht auch einfach mal über meinen Schatten springen und Initiative zeigen. Was hab ich denn zu verlieren? Nix außer ein paar Euro und ich denke, ich werde trotzdem irgendwie über die Runden kommen und nicht verhungern.

Soweit so gut. Kommen wir nun zum zweiten Experiment. Ich habe mich jetzt außerdem angemeldet bei new-in-town.com. Erstmal habe ich nur eine kostenlose Mitgliedschaft genommen, denn man kann damit auch schon ein bißchen was machen, Nachrichten schicken, Pinnwandeinträge posten usw. Eigentlich ist diese Seite auch viel spannender, denn es geht jetzt nicht strikt um die Partnersuche, sondern einfach darum, Leute zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Man kann seine Interessen und Hobbies angeben und auch, ob man Männlein oder Weiblein oder beides dafür sucht. Es gibt auch bestimmte Events für die man sich anmelden kann – Frühstückstreffs zum Beispiel – man kann aber eben auch selbst Dinge vorschlagen und warten, ob sich jemand meldet. Keine Ahnung, warum ich das nicht schon früher gemacht habe, schließlich wohne ich ja nun schon 4 Jahre in meiner neuen Wahlheimat Düsseldorf bzw. Neuss. Nein, eigentlich ist das nicht so ganz richtig, ich hab schon ne Idee warum ich es bisher aufgeschoben habe – ich war einfach noch nicht soweit und hatte zu viel anderes Zeug um die Ohren. Es wird Zeit für Veränderungen und auch wenn mir immer noch ein wenig mulmig ist bei all dem, was gerade so mit mir passiert, es ist schon spannend und ich bin neugierig, wie es so weitergeht. Ihr seid herzlich eingeladen, mich dabei zu begleiten und falls ihr Vorschläge habt, was man noch so alles Verrücktes im ganz normalen Wahnsinn des Alltags anstellen könnte, immer her damit. Da unten gibt es eine Kommentarfunktion.

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3 Replies to “Experimentierfreudig”

  1. Go girl go 🙂

  2. 🙂
    Hallo Vergangenheit, hallo Zukunft.
    🙂
    Dieser Beitrag wurde mir als Empfehlung unter deinem aktuellen Blog-Post angezeigt, so ganz ohne Bild und schon mehr als 4 Jahre alt. Ein Blick zurück. Erste Frage natürlich: Wie ist es gelaufen mit den Männern oder Frühstückstreffs? Weiß noch nicht genau ob ich deinen Blog auf der Suche nach der Antwort durchforsten werde, wenn dann wahrscheinlich nur halbherzig.
    Da du jetzt weiter im Norden wohnst, die Zukunft dort die Vergangenheit trifft: Versuche es mal mit alten bekannten, Schulfreunde. … Falls sich die Männerfrage noch stellt. 🙂
    Ich hoffe es geht dir gut und du lebst dich ein, das Internet wird schon kommen. Raten würde ich dir auf jeden Fall zu einer eigenen Waschmaschine. Alle zukünftigen Partnermöglichkeiten sehen es wohl nicht so gerne, wenn du deine Wäsche noch zu deinen Eltern bringst…. 😉
    Nimm mir nichts übel, fand es nur lustig diesen Beitrag zu finden.
    Liebe Grüße.
    Jörg

    Komisch übrigens, wir kennen uns nur virtuell, aber jetzt bist du noch weiter weg….

  3. Hehe, ist doch immer wieder lustig, ein paar der älteren Beiträge aus der Anfangszeit zu lesen, ging mir neulich beim Archivieren so. Ich war damals ziemlich aufgedreht, deswegn habe ich angefangen zu bloggen, die Fotografie kam dann erst so langsam im Frühjahr dazu.

    Zu Deiner Frage: bei Neu.de habe ich damals relativ schnell einen interessanten Mann aus Köln kennengelernt. Es war aufregend und auch schön, aber er hat es dann überraschend beendet bevor es so richtig anfangen konnte. War vermutlich ne Ex im Spiel oder ich war ihm zu anstrengend, vielleicht auch beides. Die Online-Geschichte hab ich dann gelassen, hatte ein paar Monate später noch ne kleine Sache mit einem früheren Schwarm von mir, der hat aber arg geklammert und auch garnicht zu mir gepasst. Danach war es eher ruhig, nur 1-2 Schwärmereien, die immerhin für etwas Inspiration gut waren, vorallem so im Sommer 2013. Alte Freunde von früher habe ich ja jetzt wieder jede Menge zu Hand, aber einerseits sind die fast alle bereits vergeben oder passen nicht zu mir. Und einer von ihnen hat mir mal ganz doll das Herz gebrochen. Ich lass das einfach mal auf mich zukommen, erstmal muss ich mich noch ein bisschen um mich, meine Wohnung und die Arbeit kümmern 🙂

    Bei New in town habe ich damals auch im April eine Frau kennengelernt, mit der ich nun schon seit 5 Jahren gut befreundet bin. War auf ihrer Hochzeit und auf der Taufe des ersten Kindes. Vielleicht findet nicht jeder im Internet die grosse Liebe, aber gute Freunde habe ich schon so einige gefunden 🙂

    Achso, eine eigene Waschmaschine hatte ich schon in meiner ersten Wohnung, die ich Anfang 2000 bezogen habe. Jetzt wohne ich wieder im gleichen Viertel, etwas 270 m entfernt. Witzigerweise meinte aber meine Mutter gestern zu mir, ich könnte doch zumindest die Bettwäsche bei ihnen waschen, die trocknet doch besser hinten auf dem Acker 🙂

    Liebe Grüsse,
    Viola

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