Carlsplatz oder Chaosküche mit Hartmut

Zwei Wochen ist mein letztes Kochabenteuer jetzt schon her und ich bin bisher nicht dazu gekommen, den entsprechenden Blogeintrag zu schreiben. Asche auf mein Haupt, das ist ja sowas von inakzeptabel, das geht ja wohl gar nicht. Vermutlich habt ihr euch schon ganz verzweifelt die Haare gerauft und ratlos in der Küche gestanden, weil ihr keinen Schimmer hattet was um Himmels Willen ihr denn jetzt bloß kochen sollt. Nein, es gibt wirklich keine Entschuldigung für dieses unrühmliche Verhalten meinerseits, darum will ich auch gar nicht erst anfangen, irgendwelche Erklärungen dahin zu stammeln, sondern vielleicht doch besser mal loslegen und erzählen, was denn so passiert ist an besagtem Samstag vor 2 Wochen.

Also, getroffen haben wir uns wie immer in der Kochbuchhandlung an einem sehr sonnigen, aber dennoch etwas kühlen Samstagvormittag. Dann sind wir zusammen mit Koch Hartmut Kolmer um die Ecke auf den Carlsplatz gestiefelt – da ist von Montag bis Samstag immer ein ganz toller Markt aufgebaut und Teil des Programms war eben dieses Mal das gemeinsame Einkaufen vor dem Kochen. Wir sind also zuerst zum Obst & Gemüsestand und haben mal schnell ein wenig Brainstorming gemacht, was wir denn gerne kochen würden. Wie sonst auch eher üblich, sollten es vier Gänge werden, grob gesagt also Suppe, Salat, Hauptgang mit Fleisch oder Fisch, Dessert. Die Truppe war sich eigentlich sehr schnell einig so dass wir nach dem Grünzeug nur noch schnell ein wenig Brot und Fleisch besorgen mußten. Zur Erholung von den Strapazen des Einkaufs haben wir dann erstmal auf dem Markt noch eine Kaffeepause gemacht – ich wußte gar nicht, dass es dort auch einen Coffeeshop gibt, der auch noch so leckeren Kaffee macht. Viel besser als Starbucks, werd ich mir auf jeden Fall merken die Adresse. Aber wir waren ja schließlich nicht zum Kaffeeklatsch sondern zum Kochen gekommen und so ging es schnell wieder zurück in den Keller, wo Smutje Thomas (jaja, der Pilzessenz-Entsorger) schon mit Prosecco auf uns und unsere Einkaufstütchen wartete. Da weder wir noch der Koch vorher wußten, was denn nun eigentlich gekocht wird, gab es diesmal keine Rezeptvorlagen, nach denen wir arbeiten konnten, nur für die Suppe und den Nachtisch hat Hartmut noch etwas aus seinem Repertoire gezaubert, alles andere war mehr oder wenig improvisiert, ist beim Kochen aber eigentlich kein Problem und wir haben folgendes zusammengetüftelt:

  1. Petersilien-Basilikum-Pesto auf Baguette als kleine Stärkung
  2. Basilikumschaumsüppchen
  3. Wintersalat mit gebratenen Kräutersaitlingen und Wachtelspiegelei
  4. Kurzgebratenes von Entenbrust, Kaninchen und/oder Lamm mit Süsskartoffelpüree, überbackenem Fenchel und karamellisierter Roter Beete, Rotweinsosse
  5. Schokoladenfondantküchlein mit Rotweinbirnen

Lecker war eigentlich alles, vor allem das Pesto hat mir sehr, sehr gut geschmeckt. Ok, der Fenchel war jetzt nicht so ganz mein Fall und Süsskartoffelpüree mit Ingwer, wie wir es an Thanksgiving gemacht haben, schmeckt mir auch besser als welches mit Wasabi, aber ich will hier ja auch nicht unnötig kleinlich sein. Ausgesehen hat dann alles ungefähr so:

Ich hab lange überlegt, welches Rezept ich denn nun auswählen soll, vielleicht den Salat? Nö, nicht wirklich spannend. Ein Suppen- und Pestorezept gab es hier ja auch schon mal, also entscheide ich mich mal so ganz spontan für: den Kuchen! Und natürlich auch die Rotweinbirnen. Die angegebenen Mengen reichen für ca. 12 Personen, das macht ein kleines Küchlein und eine halbe Birne pro Person, was völlig ausreichend ist.

Rotweinbirnen:

  • 6 große Birnen, geschält, entkernt und geviertelt
  • ca. 100-200g braunen Zucker
  • ca. 3/4 Flasche Rotwein (oder auch eine ganze Flasche)
  • etwas Cointreau oder Grand Marnier

Den Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen. Mit einem Schuß Cointreau oder Grand Marnier ablöschen, Rotwein hinzufügen und den Karamell darin auflösen. Birnen hinzu-fügen und kurz mitkochen lassen. In einen großen Top oder eine Schüssel umfüllen und mit einem Teller bedeckt abkühlen und durchziehen lassen.

Schokoladenfondantküchlein:

  • 400 g Zartbitterschokolade, im Wasserbad schmelzen
  • 120 Butter, weich oder auch geschmolzen
  • 4 Eier
  • 120 g braunen Zucker
  • 4 EL Mehl

Butter, Zucker, Eier und Mehl miteinander mischen, geschmolzene Schokolade hinzufügen. Den fertigen Teig in kleine, gut gefettete Förmchen geben (man kann vermutlich auch eine 12er Muffinform nehmen) und bei 180°C 18-20 min backen, sie sollten innen noch weich sein. Danach ca. 10 Minuten ruhen lassen, auf Teller stürzen, mit Puderzucker bestreuen und zusammen mit den Rotweinbirnen servieren. Vanilleeis schmeckt dazu sicher auch sehr lecker – beschwipste Früchte, warme Schoki und kühles Eis. Lecker!!!

Last but not least, möchte ich noch hinzufügen, dass Kochen mit dem Hartmut sehr lustig war. Er tut zwar manchmal ein wenig streng, ist aber irgendwie eher wie ein großer brummeliger Teddybär und hat einen super Humor. Außerdem hatte ich das Vergnügen, das oben beschriebene Dessert mit zwei superlustigen Mädels zusammen zu kochen, so macht das gleich noch viel mehr Spaß. Und der Thomas hat dieses Mal auch nichts aus Versehen weggeschmissen, zumindest haben wir nichts vermisst beim essen 🙂

Vorschau für nächstes Mal: Jamie Oliver’s 30 Minuten Menüs

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