Ola@home

Auch wenn es in Anbetracht der etwas spärlichen bzw. nicht vorhandenen Einträge der letzten Tage vielleicht den Anschein haben mag, ich habe keine Schreibblockade und bin weder zu müde noch zu beschäftigt zum bloggen. Nein, das ist es nicht und hat mich außerdem bisher ja auch nicht unbedingt vom Schreiben abgehalten.  Die Ideen sind mir auch nicht ausgegangen, ganz im Gegenteil, die Liste mit Postthemen wird von Tag zu Tag länger und ich habe in den letzten Tagen auch 2 Stories angefangen, aber nicht zu Ende gebracht und halbe Sachen gehn ja wohl gar nicht. Warum das alles?

Irgendwie fühlt es sich nicht so richtig an, bin ich nicht ganz da, bei mir. Wie euch vermutlich aufgefallen ist, stecken wir mitten in einem langen, sonnigen Osterwochenende und was macht die liebe Ola zu Feiertagen? Genau, sie schaut oben im Norden mal wieder nach dem Rechten und besucht die Familie. Back to the roots, gewissermaßen. Es geht also ab in die Heimat und die hat sich ein klein wenig verändert in den 4 Jahren, in denen ich jetzt nun schon ein bißchen weiter weg in meiner neuen Wahlheimat, dem Rheinland, lebe. Aber halt wirklich nur ein wenig, dies durchaus positiv, und so vieles ist auch immernoch genau so, wie es eigentlich immer war. Die gleichen Menschen, Häuser, Bäume, die Wiesen, der See, das Meer, der Fluß, die Schiffe, das Wetter – schön ist es alles, Heimweh hatte bzw. habe ich komischerweise aber nie. Und warum sollte ich auch, Heimat bleibt, nimmt mir keiner weg, die Erinnerungen, die Erlebnisse, das ist immer alles bei mir und ein Teil von mir. Unser Umfeld prägt uns, aber es definiert uns nicht, sind wir doch mehr, viel mehr.

Wichtiger für mich und gleichzeitig weniger beständig als die Heimat ist jedoch etwas anderes: das Gefühl, zuhause zu sein. Ich weiß nicht, was das für euch bedeutet und vermutlich ist es auch für jeden ein wenig anders, vielleicht auch weniger wichtig. Und sagt man nicht auch über manche Menschen, sie wären überall zuhause? Ich denke, das kommt meinem Gefühl von zuhause schon recht nahe, denn zuhause ist für mich kein Ort, sondern ein Gefühl und zwar für mich selbst. Wenn ich mich in mir selbst zuhause fühle, also ganz bei mir bin, mich ganz bewußt wahrnehme und vermutlich auch annehme, dann fühle ich mich zuhause und das kann an jedem beliebigen Ort der Welt sein. Ich war schon zuhause in Amerika, London, Dubai und Paris, in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und sogar in Köln, neulich auf dem Heimweg von der Arbeit in einem Bus, in Zügen, Flugzeugen, auf dem Fahrrad und unterwegs in meinen Chucks. Manchmal ist es ganz leicht und manchmal das Schwierigste überhaupt. Ich sitze jetzt hier auf dem roten Sofa in Haus meiner Eltern, daheim habe ich das gleiche, nur mit einem etwas anderen, ebenfalls roten, Stoff bezogene Modell und doch, auch wenn ich die Augen schließe und mich in die Kissen wühle, so ganz bin ich nicht zuhause, fühle ich mich nicht.  Nein,  der Ort ist nicht wichtig, aber manchmal hilft er schon. Manchmal muß man sich vielleicht auch ein wenig entfernen, um sich wieder anzunähern. Und verlieren werde ich mich sicher nicht noch einmal, da mache ich mir keine Sorgen.

PS: ‚Ola@home‘ war übrigens auch mal als Alternative zu ‚Ola’s Welt‘ im Gespräch, hatte dann aber das Nachsehen, zum Teil vielleicht auch, weil ich in Internetaddressen kein @ verwenden kann. Oder vielleicht auch, weil eine Welt noch viel mehr Möglichkeiten bietet.

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