Gesetz der Serie: Juli

Ich glaube dies ist erst der zweite Post zu diesem Projekt, da ich bisher meistens Bilder und ein wenig Begleittext direkt auf meiner entsprechend dafür angelegten Seite veröffentlicht habe, doch nachdem jetzt das erste halbe Jahr vorbei ist, dachte ich mir, es wird mal wieder Zeit für eine kleine Veränderung. Das von Paleica vorgegebene Julithema ließ dieses Mal unendlich viel Spielraum, denn irgendwie ist doch jedes Bild eine Momentaufnahme, die eben auch sehr häufig nur deswegen gemacht wurde, um uns an etwas ganz Besonderes, Ungewöhnliches, Überraschendes oder Schönes zur erinnern. Das können manchmal ganz wackelig, verschwommene Bilder sein, der Versuch eine flüchtige Bewegung, einen Menschen und seinen Blick oder sein Lächeln zu erfassen; oder aber kunterbunte Urlaubsbilder von verrosteten Blechdosen zwischen Ruinen, zuckersüßen Kuchenstückchen, tropfenden Eiscremewaffeln und Marktstände, die völlig alltägliche Dinge wie Blumen, Obst oder Gemüse ausstellen und doch oft so wunderbar anzusehen sind, viel schöner als irgendwelche Sehenswürdigkeiten, die man in jedem Reiseführer bewundern kann. Irgendwie war mir jedoch ziemlich schnell klar, dass ich unbedingt etwas mit Wasser machen mußte und so kommt hier die erste Serie des Monats:

Alle 3 Bilder sind während verschiedener Ausflüge total zufällig entstanden, als ich plötzlich für einen Moment innehielt, weil ich etwas entdeckt hatte und dann mit meiner Kamera weiter umherwanderte. Ich weiß ja nicht, ob es euch auch auffällt, dass diese 3 Bilder alle der bisherigen 6 Themen in gewisser Weise aufgreifen. Wasser ist mein liebstes Element, bin ich doch ein Kind von der Küste, aufgewachsen in der Nähe des Meeres, am Lauf eines Flusses, mit Bächen und Seen; und auch später, an der Universität, ließ es mich nicht so ganz los und ich habe seine Eigenschaften erforscht und berechnet. Und auch wenn das Meer dort oben nicht zu sehen ist, ist doch alles miteinander verbunden. Hinzu kommt das Wechselspiel aus Ruhe und Dynamik, was natürlich wunderbar zum Thema Energie paßt, schließlich wird Wasser nicht nur zur technischen Energieerzeugung genutzt, sondern ist auch für jeden einzelnen von uns lebenswichtig, bahnt sich den Weg überall hin, durch die dichtesten Felsen hindurch und formt so die Gestalt unserer Welt. Jede ruhige Wasserfläche ist auch ein Spiegel, der seine Umgebung reflektiert und oft ganz zauberhafte Stimmungen und Bilder entstehen und uns träumen läßt. Alle Bilder zeigen zwar relativ große Objekte, sind aber dennoch nur Detailaufnahmen, Bruchstücke eines größeren Ganzen und, nur ganz geringfügig bzw. gar nicht abstrahiert, sind sie zugleich Zeugen ihrer Zeit, Zeugen jeder Zeit und jedes Ortes. So viele Erinnerungen verbinde ich mit Wasser – Planschbecken, Gartenschläuche und Springbrunnen, das Schwimmen im Meer, das Gefühl von Freiheit und Schwerelosigkeit unter Wasser, Sommerabende mit Freunden, ein Picknick am Flussufer, Steine über das Wasser tanzen lassen, das Gefühl von warmen Sommerregen auf der Haut; aber auch viele traurige, ängstliche und wütende Momente, Tränen der Sehnsucht, Einsamkeit und Verzweiflung. Und ganz egal an welchem Ort der Welt wir auch sind, Wasser ist immer und überall präsent, sei es als Dampf in der Luft oder Tau auf dem Gras, als Nebel, Regen, Schnee oder Eis, in Flüssen, Seen und Meeren, selbst in der heißesten Wüste läßt es Tiere und Pflanzen leben, ist es nicht nur in unserem Körper, sondern auch in unseren Gedanken, denn nichts fehlt uns dort mehr.

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6 Replies to “Gesetz der Serie: Juli”

  1. du hast das alles wunderschön in worte gefasst und in einklang gebracht. wow. und es freut mich, dass es für dich so ein schönes abgerundetes ganzes ergeben hat!

    1. Vielen Dank! Freut mich sehr, dass es Dir gefällt 🙂 Ich wollte eigentlich erst noch mehr Bilder sammeln, aber dann dachte ich mir: Wozu warten? Und manchmal ist eben auch alles ganz einfach…

  2. „Ich weiß ja nicht, ob es euch auch auffällt, dass diese 3 Bilder alle der bisherigen 6 Themen in gewisser Weise aufgreifen.“

    Verdammt Ola, Du hast recht! Da bin ich jetzt erst mal platt… 🙂

  3. Wir können zwar ohne Nahrung ziemlich lange überleben, ganz ohne Wasser jedoch ist nach ca. 2 Tagen Schluss. Das sagt doch alles darüber aus, wie lebenswichtig Wasser für uns ist. Du hast Deine (gut geschnittenen) Fotos textlich hervorragend ergänzt und uns in Erinnerung gerufen, dass alles Leben aus dem Wasser kommt! Gerne bin ich Dir gedanklich durch die Vielseitigkeit dieses Lebensspenders gefolgt und kann jedes Deiner Worte nur bestätigen.
    Schönen Wochenstart und lb.Gruß
    moni

    1. Vielen Dank für diesen schönen Kommentar, liebe Moni. Freut mich, dass es Dir gefallen hat. Wünsch Dir eine schöne Woche 🙂

      Viola

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