Erstens kommt es anders

…und zweitens als man denkt. Ja, das Leben geht manchmal schon sehr seltsame Wege und die Welt ist voller Überraschungen, wenn man sich nur aufmerksam genug umschaut und bereit ist sein Herz und seine Seele für neue Dinge zu öffnen. Auch wenn man Dinge, die man gar nicht kennt, noch nie erlebt hat, vielleicht nicht wirklich vermissen kann und einem die Erinnerung an verlorene, schöne Momente weh tut. Es stimmt vermutlich durchaus, dass man alles, was man einmal versäumt hat, nicht nachholen kann, doch trotzdem ist es nie zu spät, um seine Träume zu leben, neue Erfahrungen zu machen und einfach mal etwas zu verändern. Und warum auch nicht? Im Laufe unseres Lebens besuchen wir immer wieder neue Orte und begegnen neuen Menschen, das alles prägt uns auf gewisse Weise und verändert uns auch ein wenig. Für mich hat sich in den letzten Monaten so viel verändert, dass ich es manchmal kaum in Worte fassen oder auch glauben kann und es mich immer wieder zum Staunen bringt.

Ich habe schon in älteren Posts von zwei Flohmarktbesuchen berichtet und versucht meine Eindrücke in Form von Bildern mit euch zu teilen. Heute Vormittag stand der nächste Besuch auf dem Plan und ich habe es doch tatsächlich geschafft, schon vor dem Mittag aus dem Bett zu klettern. Zeit für ein Frühstück mit frisch gebackenen Brötchen, Lavendelhonig und Milchkaffee mußte dann auch noch sein, so dass es dann doch schon fast Mittagszeit war, als ich die ehrwürdigen Bahnhofshallen Gare du Neuss betrat und noch meinen Freunden Ausschau hielt. Während der Mädelzflohmarkt vor 2 Wochen ja so ein ‚typischer‘ Flohmarkt mit auf Klapptischen ausgestelltem Allerlei war und auch nur in einer Halle stattfand, waren heute zum wöchentlich stattfindenden Antik- und Trödelmarkt alle 3 Hallen geöffnet und ließen mich die vielen liebevoll einrichteten Stände bewundern. In einer Ecke wurde frisches Obst und Gemüse verkauft, in einer anderen Rosensträuße gebunden, es duftet nach frisch gebackenen Waffeln und viele Tische waren mit frischen Blumen dekoriert. Doch dazu ein andermal mehr, denn ich wollte eigentlich auf etwas ganz bestimmtes hinaus. Ich war vielleicht noch nicht einmal 5 Minuten in der Halle, da fand ich mich in einer Ecke wieder, die voller alter Schränke, Theaterkulissen, Tischen und Stühlen war, überdacht von einem riesigen Kronleuchter, der fast wie ein Zeppelin wirkte, da fiel mein Blick auf einen dunklen Esstisch mit ganz wunderbar geschwungenen Füssen. Ich bin ja schon seit einer ganzen Weile auf der Suche nach einem neuen Tisch, habe auch schon einige schöne Sachen gesehen und konnte mich doch nie entscheiden. Eigentlich hatte ich schon beschlossen, das Ganze einfach zu vertagen, hatte ja auch keine Eile und dann, ganz plötzlich, steht dieser Tisch vor mir. Ich schlendere weiter durch die Hallen, kehre noch einmal zurück und gucke, gehe wieder weg, komme zurück und frage nach dem Preis, gehe wieder weg, komme zurück und unterhalte mich ein wenig mit Iris, einer Fotografin und heute quasi als Standwache eingeteilt, über den Tisch und alles Mögliche. Ok, ich mach es mal nicht länger spannend: Ich hab den Tisch gekauft! Und 2 Stunden später wurde er auch schon in meinem Wohnzimmer aufgebaut und ich stelle fest: er paßt besser als gedacht und läßt sich noch dazu riesengroß ausziehen. Ein klein bißchen Pflege und Aufarbeitung muß er vermutlich noch haben, aber das hat noch Zeit und ich mag ihn auch so schon sehr, sehr gerne. Ich glaube, ich nenne ihn Paul.

daheim vorort

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2 Replies to “Erstens kommt es anders”

  1. Paul, der Tisch 🙂 ich hatte wirklich noch nie die Idee, Möbeln Namen zu geben, aber warum nicht, wo es doch schon Bert, das Brot, gibt. Und dieser Tisch scheint wirklich etwas ganz Besonderes zu sein, er sieht überhaupt nicht „schwer“ aus, was vermutlich an den schwungvoll, luftigen Beinen liegt. Er ist förmlich in Bewegung. Und es war gut, dass Du ihn gekauft hast. Sicher war es Liebe auf den ersten Blick und man sucht, wenn man nicht so kurzentschlossen handelt wie Du, nachher lange und meistens vergeblich nach etwas ähnlichem.
    Viel Freude beim Aufarbeiten, Paul freut sich sicher über die liebevolle Aufmerksamkeit. 🙂
    Lieben Gruß
    moni

    1. Ich glaube, Paul ist doch noch eher die Ausnahme in Bezug auf die Namensgebung von Möbeln, vielleicht weil er etwas ganz Besonderes ist. Ansonsten habe ich noch ein Minitrampolin das Bert heißt 😉 Gestern habe ich, erfolglos, versucht ihm ein paar passende Stühle zu ersteigern, aber das wird schon noch klappen. Sowas sucht sich einfach schlecht, man muß es finden. Lieben Gruß zurück,

      Viola

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