Frühlingslektüre

Vielleicht kann sich ja noch jemand an die Anfänge des Blogs und die nicht so wirklich unzähligen Post zu meiner monatlichen Lektüre erinnern. Nun, vermutlich eher nicht, denn da hat den Blog noch kaum jemand gelesen und ich habe das Ganze auch nur sage und schreibe 3 Monate durchgezogen. Ich glaube es waren zwei Dinge, die mich ein wenig aus dem Rhythmus gebracht haben: zum einen hatte ich nämlich eines der Märzbücher im besagten Monat noch garnicht zu Ende gelesen und mit in den April genommen; zum anderen war das nächste Buch auf dem Leseplan ein klein wenig dicker und zum Thema Geschichte. Dann kamen noch ein paar andere größere und kleinere Ablenkungen dazu, der Urlaub, das Fotografieren und eine z.t. auch etwas ungünstige Buchauswahl – manche Bücher lesen sich eben nicht ganz so zügig in einem Rutsch durch wie andere. So, jetzt sitze ich hier vor einem Stapel kunterbunter Bücher und habe mir gedacht, ich teile heute mal mit euch jeweils die ersten 1-2 Sätze, darunter ein paar ganz wundervolle, aber auch ein paar eher nichtssagende, trotzdem haben mir die meisten der Bücher sehr gut gefallen, waren lustig, spannend, traurig und schön. Ich hab keinen Schimmer, ob ich die chronologische Reihenfolge richtig hingekriegt habe, aber wenn ich mich schon nicht daran erinnern kann, woher sollt ihr’s dann wissen?

Stephen Clarke: 1000 Years of Annoying the French (2010)

„The French are very proud of the fact that they were the last people to invade the British Isles. Hitler didn’t make it beyond Calais, the Spanish Armada was swept into the North Sea, and even France’s own Napoleon never managed to land more than a few bedraggled soldiers on British soil.“

Hanif Kureishi: Intimacy (1998)

“It is the saddest night, for I am leaving and not coming back.”

J. G. Ballard: Crash (1973)

„Vaughan died yesterday in his last car crash. Driven on a collision course towards the limousine of the film actress, Elizabeth Taylor with whom he had dreamed of dying for so long, his car jumped the rails of the London Airport flyover and plunged into a bus of tourists.“

Hanif Kureishi: Something to tell you (2009)

„Secrets are my currency: I deal in them for a living. The secrets of desire, of what people really want, and of what they fear most.“

Tom Robbins: Still Life with Woodpecker (1980)

„In the last quarter of the twentieth century, at a time when Western civilization was declining too rapidly for comfort and yet too slowly to be very exciting, much of the world sat on the edge of an increasingly expensive theater seat, waiting – with various combinations of dread, hope, and ennui – for something momentous to occur.“

John Steinbeck: Cannery Row (1945)

„Cannery Row in Monterey in California is a poem, a stink, a grating noise, a quality of light, a tone, a habit, a nostalgia, a dream. Cannery Row is the gathered and scattered, tin and iron and rust and splintered wood, chipped pavement and weedy lots and junky heaps, sardine canneries of corrugated iron, honky tonks, restaurants and whore houses, and little crowded groceries, and laboratories and flophouses.“

Jean-Paul Sartre: Briefe an Simone de Beauvoir. Band 1. (1984)*

„Ich stelle mich Ihnen vor – Sie werden ahnen, warum. Sie haben mir vorgeworfen, dass ich weder einfach bin noch aufrichtig, und Sie werden sehen, ob das bequem für mich ist.“

Gary Shteyngart: Super sad true love story (2010)*

„Dearest Diary, today I’ve made a major decision: I am never going to die.“

Mil Millington: A Certain Chemistry (2003)

„Hi there, I’m God. Yeah, yeah, I know, you thought I’d be taller. Cheesh, I created you people and sometimes even I don’t get you, you know what I’m saying?“

Tom Rachman: The Imperfectionists (2010)

„Loyd shoves off the bedcovers and hurries to the front door in white underwear and black socks. He steadies himself and shuts his eyes.“

Christopher Moore: The Lust Lizard of Melancholy Cove (1999), re-read

„September in Pine Cove is a sigh of relief, a nightcap, a long-deserved nap. Soft autumn light filters through the trees, the tourists go back to Los Angeles and San Fransisco, and Pine Cove’s five thousand residents wake up to discover that they can once again find a parking place, get a table in a restaurant, and walk the beaches without being conked by an errant Frisbee.“

Janet Evanovich: Smokin‘ Seventeen (2011)

„My Grandma Mazur called me early this morning. I had a dream,‘ Grandma said. ‚There was this big horse, and it could fly.“

James Hayman: The Cutting (2009)

„He pressed the terrified creature firmly against his body. He was a sturdy boy, tall for his eight years, with dark hair and a long, thin face.“

Jean-Paul Sartre: The Age of Reason (1945)

„Half-way down the Rue Vercingètorix, a tall man seized Mathieu by the arm: a policeman was patrolling the opposite pavement.“

John Connolly: Samuel Jackson vs. the Devil Round II. Hell’s Bells (2011)

„The place generally referred to as Hell but also known variously as Hades, the Kingdom of Fire, Old Nick’s Place, and assorted other names designed to indicate that it is not somewhere in which you might want to spend eternity, let alone a short holiday, was in a state of turmoil. Its ruler was unwell.“

Die zwei mit einem Sternchen gekennzeichneten Bücher, so in der Mitte, habe ich noch immer nicht zu Ende gelesen, bin aber gerade mal wieder an den Liebesbriefen dran und ein Band mit Kurzgeschichten von Hanif Kureishi liegt auch noch neben meinem Bett. Wenn ich mir die Anfangssequenzen da oben jedoch noch einmal so anschaue, würde ich am liebsten einige der Bücher gleich noch einmal lesen, ‚Cannery Row‘ zum Beispiel, weil die Sprache so schön bildhaft ist und John Steinbeck so viele kleine Geschichten erzählt. Oder aber auch den John Connolly, weil es mich wieder einmal total erstaunt hat, dass ein Autor, der unglaublich spannende und gruselige Geschichten schreiben kann, über Serienmörder und Dämonen, gleichzeitig auch so unheimlich witzige und liebenswerte Kreaturen schaffen kann. Wirklich ein Ausnahmetalent, toll.

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