Like Bear

Mein Urlaub im Wilden Westen ist ja nun schon ungefähr 2 Monate her und habe ich endlich einmal die CDs mit den Fotos meiner Reisegefährten ausgepackt. Jetzt wird sich der eine oder andere vielleicht fragen, wieso das Ganze, sind denn auf meinen eigenen 1300 Fotos denn nicht genug Erinnerungen und Eindrücke der Reise festgehalten? Natürlich, aber ein paar ganz spezielle Aufnahmen sind eben nicht dabei, z.B. meine Knuddelstunde mit einem ganz besonders großen Mammutbaum, unsere ersten gemeinsamen Lightpainting-Experimente und vor allem nicht die Aufnahmen vom Bären, den wir im Yosemite Nationalpark gesehen haben und den einer meiner Freunde, nach dem er aus dem fast noch fahrenden Auto gesprungen ist, eine Weile durch den Wald verfolgt hat. Ich hatte eigentlich einen ähnlichen Plan, habe mich dann allerdings von den hinter uns fahrenden und energisch weiter winkenden Parkrangern davon abbringen lassen (ja, ich weiß, ich bin einfach zu brav manchmal). Während unser Freund also in der Wildnis nur mit einer Kamera bewaffnet sein Leben für ein Motiv riskierte, fuhren wir weiter bis zum nächsten Aussichtspunkt mit Parkmöglichkeit. Das war ungefähr 500 m entfernt von der Stelle, an der wir unseren Wildtierfotografen zurück gelassen hatten und weil die Straße kurz davor eine Biegung machte, dachten wir uns, wir gehen ihm mal ein Stück entgegen, damit er sieht wo wir sind. Und tatsächlich konnten wir ihn noch am Straßenrand entlanglaufen sehen, die Ranger hatten ihn also nicht eingefangen und verschnürt in ihrem Auto verstaut, jedoch schien unser Freund in seiner Euphorie die Orientierung verloren zu haben und lief in die entgegengesetzte Richtung, auf einer Einbahnstraße wohlbemerkt. Handy hatten wir zwar dabei, nützt einem ohne Funkempfang nur wenig und so blieb uns nichts anderes übrig als schimpfend und fluchend hinter ihm her zutrotten in der Hoffnung, er würde seinen Irrtum vielleicht irgendwann bemerken oder vor Erschöpfung umfallen. Und tatsächlich blieb er irgendwann stehen, immer noch in die falsche Richtung schauend, so dass wir uns mehr oder weniger unbemerkt ranpirschen und ihm einen Klaps auf den Hinterkopf verpassen konnten. Den Weg zurück zum Auto vertrieben wir uns dann mehr oder weniger mit einem verbalen Ping-Pong-Spiel à la ‚Ich habe euch doch gesagt: Dreht um und fahrt zurück!‘ (Er) und ‚Du bist in die falsche Richtung gelaufen!‚ (Wir), sowie dem Fotografieren von blauen Vögeln und einem Reh (dabei wäre unser Freund beinahe gleich wieder abgehauen, wir konnten es aber gerade noch so verhindern). Aber zurück zu unserem Helden, einem kleinen Schwarzbären, der sich vermutlich Highlights hat machen lassen, er sah nämlich eher braun als schwarz aus. Vielleicht war es auch nur Tarnung, wer weiß. Und hier ist er also, der Kleine:

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Und falls der eine oder andere von euch jetzt ein klein bißchen Fernweh oder aber Appetit auf einen Urlaub in der Wildnis bekommen hat, schaut doch einfach mal im Ingoversum vorbei, der Ingo ist nämlich gerade in Kanada unterwegs, auf Bärensuche und so. Lustig und mit vielen schönen Fotos.

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2 Kommentare

  1. Tolle Aufnahmen, ich hatte nur ein Reh (von hinten) erwischt!;)
    Lieben Gruß

  2. Von mir ist ja nur die Nachbearbeitung, aber ich gebe das Kompliment gerne weiter. Hab selbst noch Nahaufnahmen von nem jungen Hirsch gemacht, der lag ganz gemütlich neben dem Bürgersteig im Gras und futterte so vor sich hin. Aber der Bär war schon ziemlich cool, damit hatten wir garnicht gerechnet 🙂

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