Gesetz der Serie: August

Licht und Schatten. Das eine läßt uns die Welt erst sehen, das andere kann unabhängig gar nicht existieren. Es gibt so viele Varianten des Lichts, ganz golden und rötlich warm wie der Schein eines Feuers oder Sonnenlicht, das auf Herbstlaub fällt, weiß und bläulich kalt wie Neonröhren in U-Bahnschächten oder eine schneebedeckte Wiese in der Dämmerung, diffuses Licht, das am Morgen durch die Gardinen hindurch ins Zimmer fällt oder auch grellend heller Sonnenschein, der einen die Augen zukneifen läßt und so sehr in der Nase kitzelt, das man niesen muss. Und dennoch hat es etwas Beständiges, Konstantes, bewegt es sich doch immer mit der gleichen Geschwindigkeit, während ein Schatten sich oft auch verändert, mit der Bewegung des Objektes, dessen Abbild er ist und auch durch die Bewegung der Lichtquelle. Schon sehr oft war ein Schatten ein willkommener Freund für mich, eine Zufluchtsstätte von der zu heißen Sonne, eine kleine Insel der Ruhe, aber auch ein wachsamer Begleiter auf einsamen Straßen in der Nacht war es oft beruhigend für mich, meinen eigenen Schatten zu sehen und keinen anderen, fremden hinter mir. Meistens nimmt man die Spiele von Licht und Schatten gar nicht so richtig war und dann gibt es wieder Momente, in denen es einem bezaubert und so ging es mir bei einigen Fotos, die ich zu diesem Thema gemacht habe. Zum Beispiel, als eines Morgens wieder die Sonne durch mein Schlafzimmerfenster fiel und durch die verschiedenen Rollos hindurch ein schönes Muster auf den Parkettboden zeichnete. Ein anderes Mal wiederum, wartete ich voller Ungeduld auf das Weiterziehen der Wolken vor der Sonne, da sie mir den gewünschten Schatten stahlen. Dabei heißt es doch so schön und zutreffend in dem das Thema begleitenden Zitat, dass man nicht warten soll bis der Sturm vorüber zieht, sondern stattdessen lernen sollte, im Regen zu tanzen. Und genau das wollte ich fotografieren, weil es irgendwie auch ganz gut die Art und Weise beschreibt, mit der ich versuche mein Leben zu gestalten. Es gibt immer wieder schlechte Tage, schattige Zeiten, doch man kann nicht einfach alles anhalten und darauf warten, dass auf einmal wieder die Sonne scheint. Jeden Moment nutzen so gut wie es geht, jede kleine Bewegung ist besser als Stillstand. Das gelingt mir nicht immer, aber ich versuche es. Und vielleicht klappt es ja doch noch mit meinem Regentanz.

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12 Replies to “Gesetz der Serie: August”

  1. das letzte Bild is Klasse!

    1. Vielen Dank Mohrle 🙂 Das war ein Schnappschuss mit meiner kleinen Lumix a la ‚Oh, das Licht ist aber gerade schön – knips!’…

  2. Mein Favorit ist auch das letzte (oder 1.) Foto, tolle Aufnahme!
    Lieben Gruß ♥ moni

    1. Erstes? Letztes? Ich bin verwirrt, links oder rechts oder wie jetzt? Das tanzende Holzmännchen oder mein Schatten an der Wand? Obwohl es ja eigentlich auch egal ist 🙂

  3. oooh du hast auch so ein mäxchen (: bild 1 und 3 gefallen mir total gut, beim zweiten erkennt man den schatten durch die monochrome bearbeitung ein bisschen schwer.
    der text dazu ist sehr schön. ich sehe das genauso wie du. licht und schatten ist einfach die treffendste aller metaphern für das leben.

    1. Jaaaa, allerdings erst seit kurzem und es war sein erster Auftritt. Das Bild in der Mitte ist nicht optimal, paßte vom Thema (Figurenschatten) her halt ganz gut zu den anderen beiden; zumindest besser als die anderen Aufnahmen, die ich noch hatte, weil die alle zwar auch sehr schön, aber eben auch sehr gegenständlich und einfach waren. Manchmal ist es halt ein bißle schwierig genau 3 Bilder zu finden und dann wieder nicht 🙂

      1. da geb ich dir recht. aber grade das find ich ja das spannende an der seriengeschichte. es muss das einzelbild allein nicht sooo stark wirken, alleinstehend sieht es vlt gar nicht so spektakulär aus, aber durch die serienzusammenstellung bekommt es einen ganz anderen charakter.

  4. Ich mag alle drei Bilder sehr gerne. Sehr harmonisch irgendwie, vor allem so zu dritt.

    Total cool finde ich, wie der Schatten der Puppe auf dem ersten Bild so lang wird 🙂

    Der Point.

    1. Oh, vielen Dank! Es wird vermutlich nicht meine Lieblingsserie werden, aber ich mag sie eigentlich schon ganz gerne. Als ich die Puppe geknipst habe, ging die Sonne schon langsam unter bzw. versteckte sich immer wieder hinter einer Wolke, da mußte ich einerseits schnell machen, andererseits zwischendurch auch immer wieder warten, hatte letzendlich aber Glück 🙂

  5. Mir gefällt Dein Schatten an der Wand auch am besten. Das Holzmännchen wäre noch schöner, wenn hinten nicht die Wand erkennbar wäre, sondern nur der Fußboden als Hintergrund dienen würde. Trotzdem find‘ ich’s auch schön 🙂

    1. Danke! Ich glaube, ich hatte damals versucht, nur den Fussboden auf dem Bild zu haben und es ging nicht so richtig und dann war die Sonne weg. Macht aber auch nix, ist ja alles nur aus Spaß und unperfekt ist ja auch nett 🙂

      1. Genau! Wenn alles perfekt wäre, wo bliebe dann unser Streben nach Perfektionismus? *lach*
        Spaß beiseite, es wäre nicht nur langweilig, wenn immer alles perfekt wäre, wir würden dann womöglich auch nichts mehr dazulernen (wollen). In diesem Sinne – mach weiter so 🙂

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