Fallin‘ in love with fall

2011 war bisher wirklich ein interessantes Jahr für mich, voller neuer Erfahrungen und Überraschungen. Geboren am späten Morgen eines warmen Augusttages und aufgewachsen am Meer, war ich immer ein Kind des Sommers, meiner liebsten Jahreszeit mit langen Tagen und schwülwarmen Nächten. Und auch den Frühling mochte ich bisher immer sehr, wenn man förmlich riechen kann, wie es wärmer wird und die Natur um einen herum zum Leben erweckt, das frische Grün der Bäume und Sträucher überall und die ersten bunten Blumen, die Farbtupfer in die während des Winters verblaßte Landschaft zaubern. Doch in diesem Jahr hat mich die dritte Jahreszeit, der goldene Herbst, sehr in seinen Bann gezogen, vielleicht liegt es an dem wunderbaren Wechselspiel der Farben, in denen sich die Laubbäume zeigen, jeden Tag anders, von grün, über gelb, rot, bis hin zu braun, mit ganz vielen kleinen Zwischentönen, eine ständige Veränderung. Und auch wenn ich lange Tage liebe, an denen die Sonne so spät untergeht, dass ich auch noch nach 9 Uhr abends mit meinem Rad zu einer Tour an den Rhein aufbrechen und später ganz in Ruhe am Wasser die untergehende Sonne beobachten kann, so mag ich die etwas düstere Stimmung am Nachmittag eines wechselhaften Herbsttages irgendwie auch sehr gern. Auf Fotos funktioniert das nicht immer, aber manchmal doch ganz gut und die Aufnahmen aus Warnemünde in meinem letzten Post gefallen mir schon ziemlich gut, hätte ich garnicht gedacht. Und vielleicht paßt diese Jahreszeit ja auch besser zu meinem wechselhaften Gemüt, manchmal total aufgedreht und albern, manchmal ruhig und ein bißchen traurig, gehört die Melancholie doch irgendwie zu mir und wird mich immer begleiten. „Alles Schöne enthält etwas Trauriges, manchmal mehr, manchmal weniger…Daher ist die Fähigkeit zu trauern zugleich die Fähigkeit, das Schöne zu empfinden.“

Gestern nachmittag habe ich endlich mal meinen ziemlich verwilderten Garten ein wenig in Ordnung gebracht und die ersten heruntergefallenen Blätter zusammengekehrt, da kam mir die Idee, die Herbststimmung meiner Sträucher noch schnell für ein paar Fotos auszunutzen, ich hab ja auch schon eine Weile keine Selbstporträtserie gemacht, da bot es sich einfach an. Es gibt wie gewohnt drei Bilder in Serie, die heute mal ausnahmsweise nicht in einer Collage zusammengefügt, sondern einzeln anzuschauen sind.

  

Und weil ich ja schon versuche, beim Fotografieren auch immer ein bißchen was anderes zu machen, etwas nicht so ganz normales, ein bißchen experimentelles und vielleicht auch verspieltes, ohne viel Aufwand, hab ich vor den Bildern oben noch ein paar andere Aufnahmen gemacht. Vor ein paar Monaten war ich auf dem Flohmarkt am Aachener Platz, wo ich nicht nur eine alte Schreibmaschine aus den 30er Jahren und meinen ganz wunderbaren Bücherschrank gefunden, sondern auch noch außerdem noch einen wunderschönen, bestickten Gardinenstoff gekauft habe. Bevor der Stoff jedoch zu richtigen Gardinen verarbeitet wird, wollte ich ihn gerne für ein Fotoshooting verwenden, irgendwas romantisches wollte ich machen, mit wallenden Bahnen, einer langen Robe und am liebsten hätte ich irgendwas in der Luft gemacht, an Ringen hängend oder auf einer Schaukel vielleicht. Ideen hatte ich viele, doch die Mittel und Möglichkeiten waren begrenzt und so lag der Stoff zusammengefaltet in einer Ecke, wartend. Und heute schaute ich so auf die welkende Hortensie an meiner Garage und dachte mir, das könnte vielleicht was werden und die Nachbarn können mich in der Ecke ja nicht sehen. Und so hab ich dann mal ein wenig Prinzessin gespielt, auch wenn das vielleicht nicht so ganz zu mir paßt. Ich hoffe, ich werd jetzt nicht wieder krank.

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6 Replies to “Fallin‘ in love with fall”

  1. ich hab den herbst immer schon geliebt, als kind, weil es zurück in die schule ging und ich meine freunde wieder gesehen hab, etwas später weil die radfahrsaison zu ende war und die wochenenden auch mal mit etwas anderem gefüllt werden konnten und irgendwie ist es dabei geblieben. die melancholie, die gehört zu mir. aber ich bin ja im grunde auch ein spätes herbstkind mit einem 5.dezembergeburtstag (:

    1. Hihi, wirklich ein sehr spätes Herbstkind, aber doch unverkennbar, vor allem wenn man Deine Fotos anschaut 🙂 Ich find es schon spannend zur Zeit, würd am liebsten ständig irgendwelche bunten Blätter fotografieren. Bin am kommenden Wochenende in Lörrach bei meinem Bruder, dann geht es in den Wald 🙂

  2. Ich mag die erste Reihe lieber. Wirklich tolle Farben! Die beiden anderen finde ich zu grünstichig. Aber das Tuch/Kleid ist klasse!

    Der Point.

  3. Der Grünstich ist/war Absicht, die Bilder sollten etwas bizarrer/abstrakter aussehen und der Filter läßt die Farbe des Stoffes etwas besser aussehen. Die anderen Bilder sollten natürlicher aussehen, hab allerdings noch einen Rotfilter drübergelegt, damit es noch herbstlicher bzw. leuchtender wird.

  4. Das dritte und das letzte Bild sind meine Favoriten! Die Gardine sieht gar nicht aus, wie eine, man könnte echt denken, dass es ein Kleid ist, welches Dir übrigens wunderbar steht! Eigentlich fehlt nur noch eine goldene Kugel und ein Frosch 🙂

    1. Oh, vielen Dank! Ich werd gleich wieder los zum Trödelmarkt, brauche auch noch Requisiten für die nächste Porträtserie(n). Ist schon spannend was man manchmal aus den einfachsten Dingen machen kann 🙂

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