Thanksgiving-like dinner for one

Jedes Jahr am 4. Donnerstag im November wird in Amerika Thanksgiving gefeiert, das wohl wichtigste Familienfest des Landes, an dem sich alle Generationen zu einem großen Essen zusammenfinden. Die historischen Ursprünge dieses Festes könnt ihr vermutlich an den verschiedensten Stellen besser nachlesen, daher versuche ich es hier erst gar nicht. Was ich jedoch erwähnen möchte ist, dass man sich zu diesem Fest mit seinen Lieben umgibt, Familie und auch Freunden, dass es keinen religiösen Hintergrund hat und somit von allen gefeiert auf mehr oder weniger die gleiche Art gefeiert wird, mit einem Truthahn, saisontypischen Gemüse und Kuchen, und das man Dank sagt für gute Dinge, die einem wiederfahren sind. Mir sind in diesem Jahr ganz besonders viele gute Dinge passiert und ich habe viele wundervolle Menschen kennengelernt, neue Freunde gefunden und alte Freundschaften wiederbelebt. Und weil ich letztes Jahr zu Thanksgiving die Zubereitung vieler der typischen Gerichte in einem Kochkurs gelernt habe, wollte ich dieses Jahr gerne so ein Essen für meine Freunde geben. Nun ja, wie es das Schicksal so wollte, kam dann doch zu vielen etwas dazwischen und ich mußte den großen Vogel wieder abbestellen. Da ich aber nach wie vor trotzdem große Lust auf Süßkartoffelpüree und Kürbiskuchen hatte, habe ich beschlossen, einfach ein kleines Alternativmenü für mich alleine zu kochen, mit einem 1 kg Hähnchen anstelle eines 6 kg Truthahns. Schließlich muß ich ja am Wochenende eh etwas für mich kochen.

Gesagt, getan und so habe ich zusätzlich zu dem Vogel und meinen Vorräten daheim noch folgendes einkauft: 4 Süßkartoffeln, Zwiebeln, 1 Bund Staudensellerie, 1 Beutel Rosenkohl, ein paar Möhren, Kartoffeln, 1 kleiner Hokkaidokürbis, 1 Schale frische Cranberries, 1 Roggenbrötchen, Äpfel, Backpflaumen, Speck, Salbei, Thymian, Rosmarin, Ingwer. Rote Beete hätte ich auch noch gerne gemacht, weil ich sie so gerne esse, hab auf die Schnelle aber keine frische mehr gekriegt. Nun ja, war auch nicht so schlimm, denn ich hatte trotzdem genug an Zutaten zusammengesammelt wie man hier sehen kann:

Ich wollte eigentlich einen Teil des Menüs schon am Abend vorher vorbereiten, hatte aber vergessen die Zutaten vorher nochmal bei Tageslicht zu fotografieren und mußte außerdem feststellen, dass ich für den geplanten Kürbiskuchen leider die Sahne vergessen hatte. Ok, dann steh ich eben heute ein bißchen früher auf und mache alles frisch fertig – klingt gut in der Theorie, in der Praxis bin ich dann doch erst so gegen 11.30 Uhr aus dem Bett gekrochen. Ich bin dann erstmal im Schlafanzug runter in die Küche geschlürft, hab den Ofen angemacht und alles zum Fotografieren arrangiert, dann die Süßkartoffeln kurz mit der Gabel gefoltert und auf einem Blech in die Röhre geschoben. Während die Brotwürfel kurz in Butter in der Pfanne brutzelten, hab ich die Kräuter klein gehackt und zu einer Kräuterbutter verarbeitet, die später unter und auf die Haut des Hähnchens kam. Dann habe ich in einer Pfanne erst den Speck, dann auch noch die kleingewürfelten Zwiebeln und den Sellerie angebraten, kurz noch die Apfelstückchen, Brotwürfel und kleingeschnibbelte Pflaumen drunter, fertig war die Füllung für den Vogel. Hat nicht alles reingepaßt, man kann die Füllung aber auch separat backen, dann noch etwas Brühe dazugeben.

Den gestopften Vogel hab ich dann einfach zu den Süßkartoffeln in den Ofen gesteckt. Bevor ich dann endlich mal schnell unter die Dusche gesprungen bin, habe ich die Cranberries mit Wasser,  Zucker (ungefähr 2:1:1) und dem Saft einer Orange, die noch so in meiner Küche rumlag, aufgesetzt und ein bißchen vor sich hin köcheln lassen. Da ich etwas zuviel Wasser reingetan hatte und die Soße so etwas zu dünnflüssig war, habe ich später noch ein paar Sauerkirschen aus dem Tiefkühler reingeworfen. Ach so, bevor ich die Cranberries zu Soße verkocht habe, habe ich noch ein paar Fotos gemacht, weil sie einfach so wunderschön rot waren und so ein kleiner Farbtupfer ja nie schaden kann. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, wie sehr ich Rot liebe?

 

Frisch geduscht zurück in der Küche habe ich dann den Rosenkohl geputzt, Kartoffeln geschält und beschlossen, dass ich 1. die Möhren nicht auch noch machen werde und 2. mir auch das Kartoffelpüree heute mal schenken werde. Die Kartoffelspalten habe ich dann einfach zum Huhn mit aufs Blech geworfen und bei der Gelegenheit gleich noch die inzwischen weichen Süßkartoffeln aus dem Ofen genommen. Der Rosenkohl wurde nur schnell in Salzwasser gekocht und später mit etwas Butter verfeinert. Die Süßkartoffeln habe ich in der Mitte durchgeschnitten und das weiche Innere mit einem Löffel rausgekratzt, etwas geriebenen Ingwer, Salz und Zucker dazu und kurz mit Kartoffelstampfer bearbeitet, fertig. Und irgendwann war dann auch der Vogel soweit und ich konnte mich endlich ans Anrichten und Essen machen.

Fazit: Man kann so ein Menü ohne Probleme auch für eine Person kochen, denn Thanksgiving ist eben auch dafür bekannt, dass egal wie viel man auch ist immer noch jede Menge essen übrig bleibt. Der Vorteil an vielen Gästen ist jedoch nicht nur die nettere Atmosphäre, sondern auch, dass man noch mehr tolle Sachen kochen kann und so die Auswahl größer ist. Ich hätte wirklich noch gerne rote Beete gemacht, Möhrchen, Waldorfsalat, vielleicht auch Mais und auf jeden Fall einen Kürbiskuchen (ok, für meine Freunde hätte ich entweder einen Karotten- oder einen Schokokuchen gemacht, Kürbis mag nicht jeder). Das ich Süßkartoffelpüree mit Ingwer total gerne mag, wußte ich ja schon, neu verliebt habe ich mich allerdings in Cranberries und außerdem in die Füllung, wirklich superlecker. Na wie gut, dass ich für morgen noch von allem etwas übrig habe, dann gibt es aber ganz klassisch Kartoffelpüree dazu. Und backen werde ich morgen auch, ihr dürft gespannt sein. So, jetzt werde ich mal in die Küche gehen und ausprobieren, ob die Cranberry-Sauerkirschsoße auch zu Lavendel-Mohn-Joghurteis schmeckt.

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6 Replies to “Thanksgiving-like dinner for one”

  1. oooh sieht das toll und lecker aus, da wär ich gern zu gast gewesen! dass du auch für dich alleine soviel kochst finde ich super, ich kann mich dazu eigentlich überhaupt nicht aufraffen, das macht mich immer traurig /:

  2. Du bist jeder Zeit willkommen und ich koche Dir gerne was Schönes 🙂

    Es gibt schon Sachen, die würd ich für mich alleine nicht extra machen, vieles geht aber auch ganz einfach und schnell, da kann man sich ruhig mal was Gutes tun. Und da ich dieses Jahr wirklich gerne ein Thanksgivingessen kochen wollte, meine Freunde dann aber doch keine Zeit hatten, war es vielleicht auch besonders wichtig. Außerdem kann ich ja hier im Blog darüber schreiben, dann bin ich nicht so ganz alleine damit 🙂

    1. wirklich (((: na falls es mich mal in deine gegend verschlagen sollte werde ich auf dieses angebot auf jeden fall zurückkommen (((:
      das stimmt natürlich acuh wieder. also mit dem im blog teilen. das ist auch mit ein grund, warum ich den blog hab, weil man so halt doch irgendwo ein feedback kriegt. ich kann ja nicht nach jedem ausflug eine fototreffen für nur halb interessierte freunde machen ^.^
      ich weiß nciht, für mich selbst werdens dann letztendlich doch immer nur nudeln mit irgendeiner sauce oder tiefkühlfertigsachen. kochen ist für mich so eng verbunden mit beziehung. naja, dafür nehm ich dann ab wenn ich keine mehr hab +sarkastischesaugenzwinkern+

  3. Am besten gefällt mir das Bild von deinen Zutaten 😀 😀

    Der Point.

  4. Ja, finde ich auch gut, Zutaten sehen fotografiert auch meistens hübscher aus als das gekochte Essen. Daher knipse ich beim Kochen inzwischen auch immer gerne zwischendurch und eben nicht nur die gefüllten Teller 🙂

  5. […] alle Freunde kurzfristig abgesprungen sind und es so statt einem großen Truthahngelage nur ein Ein-Personen-Menü mit Hähnchen gab, habe ich dieses Jahr beschlossen, mir den Stress gänzlich zu ersparen und meine […]

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