Gesetz der Serie: Dezember

Ja, es ist wahr, wir haben tatsächlich schon Dezember. Heute ist der zweite Advent und schon in 3 Wochen ist Weihnachten…wieder so gut wie vorbei. Und so wie das Jahresende immer näher kommt und auch so gar nicht aufzuhalten ist, so neigt sich auch das Projekt ‚Gesetz der Serie‘ dem Ende entgegen und das allerletzte Thema lautet ‚Elemente‘. Ich bin dieses Mal erstaunlich früh dran mit der Veröffentlichung meiner Interpretation des Themas, dank einer glücklichen Fügung, sage ich mal. Zum Thema selbst hatte ich von Anfang an wieder so einige Idee und keine davon hatte mit den 4 Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft zu tun, zumindest nicht vordergründig. Vielleicht auch, weil mir dynamische Sachen noch nicht so liegen und ich somit vermutlich drei der Elemente nicht so darstellen könnte, wie ich es gern gehabt hätte.

Nein, mir kam da schnell eine andere Idee. Da ich ja von Beruf Chemiker bin, wollte ich mich ganz gerne an die Darstellung von Elementen aus dem Periodensystem machen und so grübelte ich hin und her, welche man denn eigentlich auch wirklich bildhaft darstellen und natürlich auch legal erwerben bzw. produzieren könnte. Die Luftbestandteile Sauerstoff und Stickstoff sind ja bekanntlich farblos, also nicht so spannend, höchstens vielleicht als lustig sprudelnde Bläschen und da hätten wir wieder das Problem mit der Dynamik. Kohlenstoff in seiner langweiligen Graphitform krieg ich im Baumarkt, schöner wäre er allerdings als Diamant, den kriegt man, mit etwas Glück, von einem Mann, zumindest in Amerika soll es ja so üblich sein. Nun ja, die Lösung lag dann eigentlich ziemlich schnell auf der Hand – verschiedene Metalle sollten es sein, Kupfer, Silber, Gold, Platin, Aluminium, Blei, Eisen, gerne auch Quecksilber, auch wenn das heutzutage ja nicht mehr wirklich leicht zu kriegen ist. Die meisten dieser Metalle sollten sich eigentlich auch in verschiedenster Form in jedem Haushalt finden, von den Kupferrohren für die Heizung über die Alufolie in der Küche bis hin zu Gold und Silber in der Schmuckschatulle, aber 1. trage und besitze ich so gut wie keinen Schmuck und 2. sollte es ja schon auch etwas Hübscheres sein als ein paar Eisennägel.

Ich dachte schon, ich würde vermutlich erst gegen Weihnachten bei meinen Eltern ein paar geeignete Motive finden und somit ganz am Schluss mit dieser Serie fertig werden. Doch dann war das Glück bzw. der Zufall hold. Gestern nachmittag war ich wieder im Gare du Neuss und kaum bei Iris am Stand angekommen, entdeckte ich auf einem der Stühle auch gleich einen kleinen Sack voller alter Türbeschläge, Schlüssel und Schubladenknöpfe aus den verschiedensten Metallen und Legierungen. Glücklicherweise hatte ich dieses Mal meine Kamera dabei, mit geladenem Akku und Speicherkarte drin, und so konnte ich mir gleich ein paar schöne Teile heraussuchen und an Ort und Stelle auf einer alten Werkbank fotografieren (leider noch immer ohne Makro). Es sind leider nicht alle Aufnahmen so geworden, wie ich es gern gehabt hätte, aber im Grunde bin ich doch ganz zufrieden, zumal die Wiederholung von ein und demselben Element in einem Bild auch irgendwie gut zum Thema paßt. Und weil ich einerseits gerne eine Serie mit gemischten Metallen machen wollte, mir andererseits aber die Bilder mit den goldenen Beschlägen alle so gut gefallen, zeige ich hier gleich beide Serien zusammen. Bietet sich bei diesem hohen Kollagenformat auch irgendwie an.

GdSDezember1 GdSDezember2

Und auch wenn es das Nebenthema vielleicht vermuten läßt und es sicherlich auch für viele Menschen durchaus so ist, Gold oder auch Silber ist natürlich nicht alles was zählt, auch wenn es u.a. eben auch für Sicherheit steht, genauso wie jedes Schloss in einer Tür. Wir können die Türen nach draußen verschließen, Türen in unsere Vergangenheit, die Tür zu unserem Herzen und den Eingang zu unserer Seele; den Schlüssel dazu verlegen, verlieren, für immer verschwinden lassen. Und manchmal, da können wir diese Türen auch wieder öffnen, für andere Menschen und für uns selbst. Oder eine neue Tür finden, die nicht verschlossen ist, und mit offenen Augen hindurchschreiten. Vorwärts gehen und nicht zurück, vielleicht ist das ja, was zählt.

Teile diesen Beitrag:

8 Kommentare

  1. Gute Idee! Warum? Nun….ähm…bin ähnlich dabei…. 😉

    1. Na sowas 🙂 Schön zu sehen, dass noch jemand gern auch mal den nicht ganz so offensichtlichen Weg wählt, das macht das Ganze ja auch viel spannender, nicht wahr?

  2. ich finde deine serien sehr schön inszeniert. und eine tolle idee. großartig umgesetzt!!

    1. Vielen, vielen Dank, freut mich sehr 🙂

  3. Was für tolle Fotos! Und eine tolle Interpretation. Wunderbar!

    Ich hatte leider noch keine ebenbürtige Interpretation und hoffe, dass ich nicht auf dem letzten Meter schlapp mache.

    1. Vielen Dank, freut mich sehr, dass sie Dir gefallen 🙂

      Und mach Dir keine Sorgen wegen Deiner Interpretation des Thema’s, ist ja gerade einmal Mitte Dezember, das kriegst Du ganz sicher hin und ich bin gespannt auf das Ergebnis.

  4. Geniale Fotos! Ich mag den Farbton der Bilder sehr.

    Ich hoffe, dein neues Jahr hat gut begonnen!
    Viele Grüße

    1. Vielen, vielen Dank und schön, dass du vorbei geschaut hast 🙂 Ich wollte sie eigentlich nur etwas nachdunkeln, hab dann aber doch noch den Lomofilter drübergelegt, auch wenn dadurch das Silber eher goldig aussieht. Und ja, das neue Jahr hat ganz gut angefangen, mit einem neuen Makroobjektiv ^^

Wenn Du auch etwas dazu sagen möchtest...