Weihnachten auf italienisch

Eigentlich stehe ich ja noch mit einem Frank Petzchen Kochabendbericht zum Thema ‚Toskana‘ in der Kreide und hatte ursprünglich vor, ganz einfach mal wieder zwei Veranstaltungen in einem Artikel zu behandeln, nur leider kann ich die entsprechenden Rezepte gerade nirgendwo finden. In die toskanische Küche habe ich bereits im Oktober reingeschnuppert, den Bericht bisher aber immer aufgeschoben, weil ich damals vergessen hatte, meine Kamera mitzunehmen und die Handyfotos einfach nicht wirklich schön geworden sind, ich beim Thema Kochen aber doch immer besonders gerne noch ein paar Fotos zeige. Nun ja, vor kurzem habe ich dann den nächsten Kurs gemacht; das Thema war dieses Mal ‚Italienische Weihnachten‘ und durch den Kurs und die Küche führte wie schon oft zuvor Glaudia Goebels, neben Frodo Schäfer meine liebste und von mir am öftesten besuchte Köchin, von der ich mich immer wieder gerne vor allem in die italienische Leckereienwelt entführen lasse. Meine Mitstreiter und ich erfahren gleich am Anfang, dass es in Italien kein wirklich typisches Weihnachtsgericht gibt und es je nach Region anders gehandhabt wird, stören tut das aber keinen und ich denke, bei der Vorstellung des doch recht leichten Menüs, vom Nachtisch mal abgesehen, breitete sich unter den anwesenden Damen doch ein wenig Erleichterung aus. Ich muß dazu sagen, dass von den üblichen 10 Teilnehmern dieses Mal 9 weiblich und nur einer männlich war, doch der Hahn im Korb hatte damit gar kein Problem und hat sich charmant und witzig mit uns durch den Abend und folgendes Menü gekocht:

    1. Bresaola con rucola e parmigiano (getrocknetes, gesalzene Rindfleisch mit Rucola und Parmesan)
    2. Espresso Funghi Porcini (Pilzsuppe)
    3. Tajarin (Nudeln mit Rosmarinsahnesoße und Trüffeln)
    4. Fasan in Vin Santo mit Maronen, geschmortem Chicoree und Rosmarin-Polentatalern
    5. Weihnachtstiramisu (mit Pandoro anstelle von Löffelbiskuits)

 
 

Im Grunde ist es für mich nicht mehr wirklich überraschend, aber dennoch immer wieder erstaunlich wie einfach und schnell man derart leckere Gerichte doch zaubern kann und das in der Regel auch noch mit relativ wenigen Zutaten. Allein schon die Kombination von Rucola mit etwas Zitrone und Parmesan begeistert mich immer wieder aufs neue, vor allem, wenn ich daran denke, dass ich bis vor etwa einem Jahr Rucolasalat gar nicht mochte. Ich freue mich auch immer wieder, wenn wir im Kurs Nudeln selber machen, auch wenn ich inzwischen ja selbst eine Nudelmaschine in der Küche habe. Dieses Mal war es aber doch noch etwas ganz Besonderes, denn es gab die Variante mit extrem viel Ei, von der ich ja vorher schon oft gehört hatte und zusammen mit einer ganz einfachen, aber raffinierten Soße und darübergeriebenem Trüffel einfach ein Gedicht, daher heute mal dieses Rezept, auch wenn es schon mal etwas zum Thema Nudeln gab.

Zutaten für Tajarin:

  • 20 Eigelbe
  • 500 g Weizenmehl
  • Butter (ca. 100-150 g)
  • Schlagsahne (ca. 500  ml)
  • ein paar Zweige Rosmarin, kleingehackt
  • Salz und Pfeffer, eventuell Trüffelöl
  • geriebenen Parmesan nach Wunsch
  • Trüffel, in dünne Scheiben gerieben

Für den Teig, eine Kuhle ins Mehl drücken, Eigelbe hineingeben und dann nach und nach das Mehl vom Rand aus mit dem Ei verarbeiten. Teig solange kneten, bis er glatt ist. In Frischhaltefolie wickeln und kurz im Kühlschrank lagern, dann in Nudelmaschine zu Bändern verarbeiten und Tagliatelle daraus schneiden. Fertige Nudeln später in kochendem Salzwasser al dente garen, das dauert meist nur 1-2 Minuten.

Währenddessen, etwas Butter in einer großen Pfanne schmelzen und den Rosmarin darin kurz anrösten. Mit Sahne ablöschen, salzen und pfeffern, dann die Soße etwas einkochen lassen. Eventuell etwas Trüffelöl hinzugeben, fertige Nudeln mit in die Pfanne geben, durchschwenken und auf Tellern mit Parmesan und Trüffel anrichten. Wirklich unheimlich lecker, das kann ich euch sagen, sicherlich auch ohne Trüffel ein Genuß. Und damit laß ich es mal für heute gut sein, bin nämlich schon wieder auf dem Sprung und mach mich gleich auf den Weg in die Kochschule. ‚Britische Weihnachten‘ stehen heute auf dem Programm und es gibt Truthahn. Ich freu mich.

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3 Kommentare

  1. Sieht guuut aus 🙂

    Der Point.

  2. das sieht ja wieder einmal unglaublich lecker aus! ich hatte die letzten tage weniger glück in der küche /:

  3. Danke, Mädels 🙂 Demnächst gibt es ordentlich Nachschlag, mit Truthahn und mehr, muß aber erst noch die Fotos von Samstag sichten und vielleicht auch noch den einen oder anderen Post dazwischen schieben. Damit es nicht immer nur ums Essen geht. Ist allerdings schwer zur Zeit, hab am Wochenende ja auch noch gebacken ^^

    Tut mir echt leid zu hören, Paleica, hoffe die Weihnachtspätzchen sind nicht angebrannt. Sag Bescheid, wenn ich ein Care-Paket schicken soll 😉

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