My Books of the Year 2011

Ich habe schon mal gehört, dass es Menschen gibt, die keine Bücher lesen. Die Zeitung am Morgen vielleicht, hin und wieder auch mal die eine oder andere Zeitschrift, aber niemals ein Buch. Vielleicht war das noch anders als sie Kinder waren und auch in der Schule mußte sie sicherlich ab und zu auch mal in ein Buch schauen, aber als Erwachsene lesen sie einfach nicht, haben offensichtlich kein Bedürfnis danach. Manchmal höre ich auch, wie sie sagen, sie hätten überhaupt keine Zeit zum lesen, bräuchten dafür einen freien Kopf. Letzteres fällt mir immer besonders schwer zu verstehen, denke ich, vermutlich weil mein Kopf immer und jederzeit voll ist mit den verschiedensten Dingen, ob ich es möchte oder nicht, gerade deshalb finde ich es wahrscheinlich auch so entspannend und irgendwie befreiend, ein gutes Buch zu lesen, einzutauchen in die Welt aus Wörtern, die meinen Kopf mit Bilder füllt.

Gute Bücher lassen mich schmunzeln, lachen, mitfiebern und auch weinen, sie berühren und begeistern mich; sie sind wie alte Freunde, denen man immer wieder gerne begegnet und von denen man oft schwer Abschied nehmen kann, oder aber auch neue Bekannte, denen man manchmal skeptisch und zögerlich gegenüber tritt und wo es manchmal auch ein wenig dauert, um mit ihnen warm zu werden, dann  nimmt man sie entweder mit offenen Armen auf oder zieht sich respektvoll wieder zurück. Ich hatte außerdem das große Vergnügen, Geschichten bzw. Bücher zu lesen, die Freunde von mir geschrieben haben, ein ganz besonders schönes Erlebnis und irgendwie macht es mich auch ein klein wenig stolz, ihre Werke im meinem Bücherschrank stehen zu sehen. Dennoch muß ich auch sagen: nicht jedes Buch, dass ich dieses Jahr gelesen habe, hat mir wirklich gefallen und auch wenn es glücklicherweise nicht so oft vorkommt, konnte ich einige nicht einmal zu Ende lesen, weil sie mir einfach nichts gaben. Ich habe mich ausnahmsweise dieses Jahr auch einmal an ein paar Comics und einen Graphic Novel getraut und auch wenn die Zeichnungen durchaus gut, der Humor in meinem Sinne war, so sind sie doch kein Ersatz für ein ‚richtiges‘ Buch, können mich einfach nicht lang genug in ihren Bann ziehen; nichtsdestotrotz werde ich sie sicher ab und an mal wieder zur Hand nehmen und einfach nur ein wenig darin blättern.

Sehr überrascht hat es mich dieses Jahr zu sehen, dass der Schauspieler Viggo Mortensen auch einige Bücher herausgebracht hat, mit von ihm gemachten Fotografien, Kollagen und Gemälden, das alles gemischt mit selbst geschriebenen Gedichten. Ich finde, die Bücher zeigen nicht nur ganz persönliche Einblicke in die Künstlerseele, sondern sind noch dazu sehr inspirierend, vielleicht weil Viggo’s Arbeiten sehr vielseitig sind und doch nicht gezwungen oder gar zu ‚künstlerisch‘ erscheinen. Er macht ganz einfach das, was ihm in den Sinn kommt mit Mitteln, die da sind. Es ist ja nun auch nicht wirklich ein Geheimnis, dass ich vorwiegend englischsprachige Autoren im Original lese und in der Regel erfundene Geschichten, ob nun lustig, spannend oder auch etwas gruselig, bevorzuge, daher habe ich zunächst ein wenig gezögert, als ich von Lilly Lindner’s autobiographischem Werk „Splitterfasernackt“ hörte. Nachdem ich mir aber den von der Autorin selbst produzierten Trailer zum Buch angeschaut und die auf ihrer eigenen Website gezeigten Einblicke und Ausschnitte ihrer Welt gesehen habe, habe ich mich dann doch an diese Geschichte gewagt. Ich kann und will hier keine Kritik des Buches schreiben, sondern einfach nur sagen, dass es mich tief im Inneren berührt hart, wie Lilly trotz ihres tragischen Schicksals, ihrer schwierigen Vergangenheit und ihres noch immer andauernden Kampfes schafft, solche Worte zu finden. Eine wirklich beeindruckende junge Frau, die man einerseits bewundern und andererseits einfach in die Arme nehmen und beschützen möchte. Seit langem hat mich kein deutschsprachiges Buch so sehr bewegt und ich hoffe wirklich, in Zukunft noch mehr von ihr lesen zu können.

So, und weil ich es zwischendurch immer irgendwie versäumt habe, kommt hier noch die Gesamtübersicht aller Bücher des Jahres 2011. Alle mit einem Sternchen (*) markierten Bücher, habe ich nicht zu Ende gelesen, die Bücher mit zwei Sternchen (**) habe ich bereits mindestens zum zweiten Mal gelesen, kann ich also ganz besonders empfehlen. Eine bunte Mischung aus lustig, traurig, fantastisch, historisch, klassisch und modern.

  1. „Coyote Blue“ von Christopher Moore **
  2. „The Hippopotamus“ von Stephen Fry
  3. „Things My Girlfriend and I have Argued About“ von Mil Millington
  4. „I Don’t Want to Kill You“ von Dan Wells
  5. „Instructions for Living Someone’s Else Life“ von Mil Millington
  6. „Full Dark, no Stars“ von Stephen King
  7. „Love and Other Near Death Experiences“ von Mil Millington
  8. „Fool“ von Christopher Moore **
  9. „The Weed That Strings The Hangman’s Bag“ von Alan Bradley
  10. „One Of Our Thursdays Is Missing“ von Jasper Fforde
  11. „A Walk In The Woods“ von Bill Bryson
  12. „Bridget Jones’s Diary“ von Helen Fielding
  13. „Sex and the City“ von Candance Bushnell *
  14. „Fluke“ von Christopher Moore **
  15. „Rosemary’s Baby“ von Ira Levin
  16. „About a Boy“ von Nick Hornby
  17. „Cyanide & Happiness“ von Kris, Rob, Matt & Dave (Comics)
  18. „Ice Cream & Sadness“ von Kris, Rob, Matt & Dave (Comics)
  19. „Three Men in a Boat“ von Jerome K. Jerome
  20. „Three Men on the Bummel“ von Jerome K. Jerome
  21. „1000 Years of Annoying the French“ von Stephen Clarke
  22. „Intimacy“ von Hanif Kureishi **
  23. „Crash“ von J. G. Ballard
  24. „Something to tell you“ von Hanif Kureishi
  25. „Still Life with Woodpecker“ von Tom Robbins
  26. „Cannery Row“ von John Steinbeck
  27. „Briefe an Simone de Beauvoir. Band 1.“ von Jean-Paul Sartre *
  28. „5 Very Good Reasons to Punch a Dolphin in the Mouth“ von The Oatmeal (Comics)
  29. „Super Sad True Love Story“ von Gary Shteyngart *
  30. „A Certain Chemistry“ von Mil Millington
  31. „The Imperfectionists“ von Tom Rachman
  32. „The Lust Lizard of Melancholy Cove“ von Christopher Moore **
  33. „Wild Ducks Flying Backwards“ von Tom Robbins
  34. „Smokin’ Seventeen“ von Janet Evanovich
  35. „The Cutting“ von James Hayman
  36. „The Griff“ von Christopher Moore und Ian Corson (Graphic Novel mit Zeichnungen von Jennyson Rosero)
  37. „The Age of Reason“ von Jean-Paul Sartre
  38. „Samuel Jackson vs. the Devil Round II. Hell’s Bells“ von John Connolly
  39. Anansi Boys“ by Neil Gaiman **
  40. „Set This House in Order“ von Matt Ruff **
  41. The Graveyard Book“ von Neil Gaiman **
  42. „Skinny Legs and All“ von Tom Robbins
  43. Fallen“ von Karin Slaughter
  44. The World’s Most Handsome Man“ von Edwin Heaven
  45. „The Book of Lost Things“ von John Connolly **
  46. Every Dead Thing“ von John Connolly **
  47. „Another Roadside Attraction“ von Tom Robbins
  48. „$#*! My Dad Says“ von Justin Halpern
  49. „Elf on Earth – Elfe auf Erden“ von Anja Thieme
  50. „The Internet is a Playground“ von David Thorne
  51. „Of Mice and Men“ von John Steinbeck
  52. „A Red Herring without Mustard“ von Alan Bradley
  53. „Splitterfasernackt“ von Lilly Lindner
  54. „The Burning Soul“ von John Connolly
  55. „Recent Forgeries“ von Viggo Mortensen (Fotos, Kollagen und Gedichte)
  56. „Coincidence of Memory“ von Viggo Mortensen (Fotos, Kollagen und Gedichte)
  57. „Explosive Eighteen“ von Janet Evanovich
  58. „When God was a Rabbit“ von Sarah Winman
  59. „I am half-sick of Shadows“ von Alan Bradley
  60. „The Song of the Quarkbeast“ von Jasper Fforde (lese ich gerade)
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4 Replies to “My Books of the Year 2011”

  1. von den büchern hab ich noch gar keins in der hand gehabt. lesen ist bei mir auch so eine sache. ich bezeichne es immer noch als hobby von mir, auch wenn es schon jahre gegeben hat, in denen ich nicht mehr als 2 bücher gelesen habe. und heuer komme ich auch nicht besonders viel drüber. mir geht es genau wie den leute, die du nicht verstehst – ich brauche innere ruhe zum lesen. und zeit allein. beides hab ich derzeit nicht oder nicht im übermaß. aber: bücher sind die geduldigsten freunde und wenn es wirklich gar nicht mehr geht, an sonntagen, an denen man sich einsam fühlt, weil niemand zeit hat, da helfen dann nur noch bücher. für schnell zwischendurch haben der pc und die fernsehserien die bücher ersetzt.
    trotzdem gibt es kaum etwas, das auch nur annähernd an das abtauchen in die welt eines buches, das man liebt, herankommt.

    1. Hm, ich lese vermutlich nur so viel, weil ich relativ schnell lese. Morgens und abends in der Bahn vielleicht jeweils 20 Min, manchmal dann noch 30 Min vor dem Einschlafen, bei ca. 100 Seiten pro Stunde schaff ich so locker mein Buch pro Woche. Hinzu kommen dann noch die gegelentlichen Heimfahrten mit dem Zug, jeweils 6 Stunden pro Richtung, viel Zeit zum Lesen. Mir fällt es zur Zeit auch viel leichter, mal eben ein paar Seiten zu lesen als mich auf irgendeinen Film festzulegen.

      Und ehrlich gesagt finde ich es auch ganz schön, wenn man mit jemandem zusammen auf dem Sofa lümmeln kann und beide etwas lesen, oder einer liest und der andere döst oder sieht fern. Zusammen schweigen können und einfach nur sein. Hatte ich dieses Jahr zumindest für eine kurze Zeit und fand es sehr schön. Und manchmal treffe ich morgens in der Straßenbahn einen Vater, der seiner kleinen Tochter immer etwas vorliest – so süss 🙂

      1. da liest du noch etwas schneller als ich. ich schaffe – naja, je nach buch und druck – zwischen 50 und 80 seiten pro stunde. aber mir fehlen diese zugfahrzeiten, für 5-10 minuten im bus wo man zusammengequetscht irgendwo steht zahlt es sich nicht aus. zum alleine lesen bin ich zu wenig allein daheim und zu zweit lesen . da braucht man einen zweiten leser (; obwohl ich dann jedes jahr im urlaub merke, dass es mir fehlt, wenn ich dann weit weg von pc und blog und allem möglichen bin und auf einmal die ruhe finde stundenlang schweigend wo rumzulümmeln und zu lesen.

  2. […] Liste meiner Lektüre zusammenstellen. Eine Liste, die nur etwa halb so lang ist wie die von 2011 und auch deutlich kürzer als mein normales Jahrespensum von etwa einem Buch pro Woche. Wundern tut […]

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