Sonntagsspaziergänge

Noch immer kein Schnee im Rheinland. Die ganze Woche über war es kalt, die Luft wunderbar klar, der Himmel blau, die Sonne strahlte jeden Tag ein kleines bißchen länger. Sobald sich ein paar Wolken vor sie schoben, dachte ich, vielleicht ist es jetzt ja endlich soweit und es kommen ein paar wunderbare, weiße Flöckchen vom Himmel. Was ist schon ein Winter so ganz ohne Schnee. Vielleicht am Wochenende, hoffte ich, dann habe ich ohnehin viel mehr Zeit, zum Schneefegen und Fotos machen. Und wieder kein Schnee, nur Kälte und heute dann auch noch den ganzen Tag lang ein wolkenvergangener, grauer Himmel. Es soll in den nächsten Tagen etwas wärmer werden, so heißt es, und auch wenn sich mein frierender Körper darüber freut, sehnt sich mein Herz doch immer noch nach etwas Winterzauber, dem Funkeln vom Eiskristallen im Sonnenlicht, der Reinheit einer mit frischem Weiß bedeckten Landschaft, dem Duft von Schnee und der Stille. Die vielen ganz besonderen, kleinen Wintermomente scheinen oft so schwer zu bewahren zu sein, sind so zerbrechlich und vergänglich, was in einem Augenblick noch da war, ist im nächsten vielleicht schon verschwunden. Und manchmal sind es auch nur ganz winzige, unscheinbare Dinge, die man dort draußen entdeckt, wenn man sich ganz dicht heran begibt oder auch einmal andere Wege geht, die Objekte am Rande der Wahrnehmung, im Blickwinkel des Auges nicht einfach ausblendet.

Als erstes möchte ich euch noch ein paar Bilder vom letzten Wochenende zeigen, von meinem Spaziergang über die Rheinwiesen bei schon langsam untergehender Sonne, am Ufer der kleine Teiche entlang und mitten über das Eis.

 

Heute nachmittag war ich dann unterwegs an der Erft, weil ich hoffte, das dort vielleicht am Uferrand auch ein wenig Eis zu finden ist. Mit dieser Annahme lag ich leider falsch, die Strömung ist einfach zu stark und die Temperaturen vermutlich auch nicht tief genug dafür. Da stand ich also auf der Brücke über den so gar nicht winterlich anmutenden Fluss und blickte in die Ferne, da entdeckte ich auf dem Feld ein paar gefrorene Pfützen und beschloß, ausnahmsweise mal auf der anderen, weniger bewanderten Flussseite auf Motivsuche zu gehen. Dabei fielen mir zunächst ein paar winzige, weiße Fleckchen auf, zarte Vogelfederchen in Zweigen oder auch zwischen Gras und Blättern gefangen, beinahe wie einzelne große Schneeflocken und wunderbare Testobjekte für das Makroobjektiv, das ich mir für diesen Spaziergang mitgenommen hatte. Vielleicht nicht perfekt und ich konnte nicht immer so nah ran, wie ich gerne wollte, aber irgendwie beschreiben diese Bilder ganz wunderbar meine heutige Stimmung.

Die Eispfützen und auch die anderen Bilder, die ich heute noch so gemacht habe, muß ich noch bearbeiten und möchte ich auch lieber ein anderes Mal zeigen, doch zwei Bilder habe ich noch. Sie sind entstanden, als ich eigentlich schon mehr oder weniger fertig war mit der Knipserei, nur noch ein bißchen am Flussufer herumstapfte und mich wunderte über das in einigen Zweigen über dem Wasser festhängende Laub, ein kleines Andenken an das kürzliche Hochwasser. Als mein Blick ein kleines Stückchen weiter hinunter schweifte, entdeckte ich, das sich an einem Zweig ein recht großer Eisblock gebildet hatte, direkt über dem tosenden Wasser. Das mußte ich natürlich noch irgendwie versuchen, festzuhalten, wobei ich nicht nur einen Graureiher in der Böschung aufgescheucht habe, sondern mich auch noch ordentlich schmutzig gemacht habe. Aber was solls, wenigstens bin ich nicht abgerutscht und ins Wasser gefallen, das wäre ja auch noch schöner gewesen.

 

Oh, und falls jetzt schon jemand auf neue Hasenbilder wartet, ist ja immerhin Sonntag, sie sind auch schon gemacht, aber weil es letztes Mal auch gerade erst Hasen gab, wollte ich erstmal wieder was anderes zeigen. Paule kommt bald wieder.

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7 Replies to “Sonntagsspaziergänge”

  1. sehr schön! :))

    1. HeHe, vielen Dank 😉

  2. schön find ich sie alle aber der ungeschlagene favorit ist das erste bild, die landschaftsaufnahme. vermittelt einfach tolle stimmung!!

  3. Sind das Schlittschuhspuren auf dem zugefrorenen See (Bild 1)? Sieht cool aus. 😀

    Die Nuss

    1. Ja, sind es 🙂 Ich dachte, ich hätte das Eis ganz für mich, aber die Kids waren schneller und haben dort schon munter Eishockey gespielt.

  4. Die beiden Eis-In-Der-Sonne-Fotos <3<3<3 Absolut genial.
    Und die Schlittschuhspuren auf Bild sehen auch toll aus – hätte die Aufmerksamkeit mehr darauf gelenkt, Ufer und Himmel geben mir hier nicht so viel.

    Der Point.

    1. Freut mich sehr, dass Dir die beiden Bilder gefallen, ich mag sie auch sehr gerne, vor allem das etwas zartere. Was die Schlittschuhspuren angeht, war ich vermutlich etwas überfordert und es liefen ja auch noch so einige Leute darauf herum, die ich nicht wirklich im Bild haben wollte (mal unabhängig davon das sich sowas dann auch immer schlecht veröffentlichen läßt). Im Nachhinein vielleicht doch etwas schade, dass ich nur dieses eine Bild mit den Spuren habe. Obwohl, ich guck nochmal, vielleicht hab ich was übersehen 🙂

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