Kiwiblüte am Rhein

Wieder so ein Tag, an dem ich mich fragte, ob sich das Universum wohl gegen mich verschworen hat und es neuerdings vielleicht auch noch ein Depressionsäquivalent der Sommergrippe gibt. Die Tatsache, dass heute bereits Freitag und die Vorschau auf das lange Wochenende wunderbar warm und sommerlich ist, habe ich mich heute durch den ganzen Arbeitstag geschmollt, dann etwas früher Feierabend gemacht, um mich möglichst schnell in irgendeiner dunklen Ecke daheim zusammen zu rollen und der Melancholie zu frönen. Ich fahre also nach Hause, schlurfe den Bürgersteig entlang, nehme leicht augenrollend zur Kenntnis, dass die Hecke wirklich langsam mal wieder geschnitten werden müßte und dann, ja dann sehe ich sie: Die ersten Kiwiblüten haben sich heute geöffnet und strahlen mir im goldenen Licht des Spätnachmittages mit all ihrer Schönheit entgegen. Und auf einmal ist alles anders, ich strahle mit ihnen und versuche eine zaghafte Annäherung mit der Kamera, zuerst von weiter weg mit dem Telemakro und später näher dran mit dem Makro, voller Ungeduld und Vorfreude darauf, die Bilder so schnell wie möglich mit euch zu teilen.




Die Kiwiranke, die sich über den Zaun des Nachbarn in meinen Vorgarten hinüber geschlängelt hat und inzwischen ziemlich kräftig an der Hauswand entlang wuchert, ist in diesem Jahr voller Knospen und erst wenige sind bereits geöffnet, vielleicht versuche ich mich später also noch an weiteren Aufnahmen. Es ist eben wie ein kleiner Dschungel in ca. 2 m Höhe, da muß man sich mit der Linse erstmal durchkämpfen und das, ohne dabei Schaden anzurichten.

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8 Kommentare

  1. Natur, ihre Schönheit und sich damit intensiv beschäftigen hat etwas unglaublich positives, optimistisches. Wer könnte bei solcher Schönheit auch nicht zumindest ein wenig lächeln und sich daran erfeuen.
    LG Michel

    1. Das stimmt und ich bin sehr froh darüber. Trotzdem stelle ich oft fest, dass viele Menschen gerade diese einfache und allgegenwärtige Schönheit garnicht wahrnehmen. Das finde ich manchmal schade und versuche irgendwie auch immer ein bißchen die Blicke zu öffnen, zumindest bei den Menschen, die ich erreichen kann.

  2. oh wie schön, dass Dich die Kiwiblüte begeistern konnte. Was für ein Geschenk, dass Dein Blick bei allem Schmollen dafür offen blieb. Von diesem Kostebarkeiten gibt es so viel am Wegesrand….. beschwingte Pfingsttage

    1. Ja, sie haben mich wirklich begeistert und ich war ganz aufgeregt, die Bilder auf dem Rechner zu sehen und zu teilen. es ist immer wieder erstaunlich und wunderschön, was man so am Wegesrand entdeckt und ich finde immer wieder sehr viel Freude daran. Hoffe Du hattest auch schöne Pfingsttage bei herrlich sommerlichem Wetter.

  3. Herzlichen Dank, dass du deine Freude und Kiwiblüten mit uns teilst! 🙂
    Eine Kiwi hatte ich (wir) auch schon. Diese wuchs die Wand hoch und dann in den Dachstock. Das ging uns dann zu weit. Bodeneben abgeschnitten, wächst die Kiwi ganz wenig.
    Hast du die roten Blattstiele angesehen? Diese sind voller kleinen Haare und sind im Gegenlicht herrliche Spielereien.
    LG Claudia

    1. Gern geschehen 🙂 Das mit dem Wuchern in alle Richtungen kann ich bestätigen, die Ranken strecken sich auch hier immer wieder gerne Richtung Dachstuhl und ich gehe ab und zu mit der Schere ran und entferne die Unruhestifter. Da ist außerdem auch notwendig, da die gesamte Ranke nur an einem einzigen gespannten Draht hängt und sonst schnell zu schwer wird. Ich habe letztes Jahr viel geschnitten und das scheint die Blüte in diesem Jahr gefördert zu haben. Ich bin jedenfalls gespannt.

      Die roten, haarigen Stiele habe ich natürlich gesehen und werde ich vermutlich auch später noch hier zeigen, erstmal sollten die Blüten herzeigen 🙂

  4. Viola, you describe that soft melancholy, that dissatisfaction and longing so well with your sulky amble to your home. That nature once again dazzles you out of reverie and gives you desire once more is lovely. Sometimes I feel the same melancholy and longing and then something beautiful comes along and snaps me out of it. Depression like a summer flu? Definitely sometimes 🙂

    1. Thank you, Geoff 🙂 It really is amazing how nature revives me sometimes. I know that the melancholie will always be part of me so I do enjoy even the tiniest moments of experiencing and finding beauty around me, discovering things that others don’t see. I read once that the ability to mourn something, to be sad about a loss or to feel something you cannot name is missing, is also the ability to sense/see beauty. It’s all part of the whole picture.

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