What’s the art on the street?

Ich gebe zu, das Ausdenken von Titeln für meine Blogposts zählt zu meinen liebsten Hobbies und macht mir oft viel Freude, ganz besonders, wenn es um kleine Wortspielereien geht. Dieser hier ist inspiriert von Podcasts der Sesamstraße (What’s the word on the street?), die ich vor ein paar Monaten mal gesehen habe, eigentlich hätte ich ihn aber genauso gut nach dem Event, um das es hier geht, benennen können. Dann wäre er ausnahmsweise weder deutsch noch englisch, denn es geht um die Tour de la Crèativitè, eine geführte Tour durch Düsseldorf und dem Erkunden von Kunst mitten in der Stadt, auf offener Straße. Urban Art oder auch Street Art – das ist heute viel mehr als ’nur‘ Graffiti, es wird gesprüht, gespritzt, gepinselt, geklebt und mit Schablonen gearbeitet, kleine und große Kunstwerke geschaffen, die Gestalt der Stadt aktiv gestaltet und ihre Erscheinung verändert. Natürlich ist das prinzipiell nichts Neues und trotzdem habe ich diese Art der Kunst gerade neu für mich entdeckt und finde einige Elemente und Künstler sehr spannend und inspirierend. Und genauso wie mit anderer Kunst, sei es Malerei, Fotografie, Literatur oder Musik, gibt es auch vieles, das mir nicht gefällt oder erschließt.

Doch zurück zum eigentlichen Event des Tages, der Streetart-Tour, nach einem Konzept der Hamburger Agentur Pila und Tüdelüt (dahinter verbergen sich die kreativen Köpfe Inga und Wiebke), gesponsert von Gauloises Blondes und unter sachkundiger Anleitung des Düsseldorfer Künstlers Oliver „Magic“ Räke. Bei wunderbar warmen Wetter und Sonnenschein schlenderte unsere kleine, bunte Truppe durch die Straßen der Stadt, um nicht nur ein paar dieser urbanen Kunstwerke zu entdecken, sondern auch etwas über ihre Geschichte und die Entwicklung dieses Genres zu lernen. Gemeinsam bestaunten wir die nahezu vollständig mit Kunstwerken bedeckten Häuser der Kiefernstraße, einige sehr stimmig als großes Ganzes kreiert, andere wiederum Stück für Stück von verschiedenen Handstrichen und Sprühdosen gezeichnet. Natürlich hatte ich meine Kamera dabei, um Eindrücke zu sammeln und einige der Werke aufs Bild zu bannen, doch leicht war es nicht, wie ich nicht nur während der Tour, sondern auch später beim sichten und bearbeiten der entstandenen Bilder feststellen mußte. Es paßt eben nicht immer alles wirklich ins Bild und selbst wenn es das tut, sieht das fertige Ergebnis nicht unbedingt besonders spannend aus. Ich bin auf die Knie gegangen, hab zum Teil fast auf dem Boden gelegen und mich mehrfach unerlaubt von der Truppe entfernt, die meisten Aufnahmen würde ich jedoch eher als fotografische Skizzen oder Entwürfe betrachten, als Zwischenprodukt einer langsamen Annäherung an diese Art von Objekten. Ich vermute, dass vielleicht nicht jeder von euch mit dieser Art von Fotos warm werden wird und wie gesagt, auch für mich ist es vorerst nur ein weiteres Experiment, von dem ich noch nicht genau sagen kann, wohin es führt. Ich fand es jedenfalls sehr spannend an diesem Nachmittag und ich habe ich außerdem sehr darüber gefreut, dass sich die meisten Kreationen in der Nähe meines neuen Stadtdomizils befinden und ich somit zu einem späteren Zeitpunkt ganz in Ruhe weitere Erkundungen durchführen kann. Ein paar meiner Lieblingsmotive zeige ich euch heute, später kommen noch ein paar Bilder von anschließenden Besuch im Variété Libertè, wo wir in einem ehemaligen Supermarkt verschiedenen Künstlern bei der Arbeit zusehen konnten und es so einige interessante Sachen zu entdecken gab.

 


 
 
 

Meine Lieblingsbilder aus dieser Serie sind im Übrigen die ersten und die letzten zwei. Sehr interessant fand ich auch zu erfahren, dass der Ende der 70er Jahre als „Sprayer von Zürich“ bekanntgewordene Künstler Harald Naegeli seit vielen Jahren hier in Düsseldorf lebt und auch im Alter von inzwischen 72 Jahren noch immer mit der Spraydose aktiv ist. Auf dem Pfeiler im zweiten Hochformat rechts sieht man eins seiner ganz alten Werke, die schwarzen Linien der Frauenfigur, die eine ehemalige Freundin von ihm symbolisiert, schon beinahe verblaßt und durch die einfallende Sonne nur fast unsichtbar. Auf dem Heimweg nach der Tour habe ich auf den Brückenpfeilern der Rheinkniebrücke noch einige frischere Werke von ihm entdeckt und das Bild direkt unter dem Hochformat zeigt ein solches. Ich muss sagen, mit persönlich gefallen zur Zeit vor allem mit Hilfe von Schablonen gesprühte Sachen (stencil graffiti) und auch wie Plakate aufgeklebte Werke (Paste-Ups), darunter die Arbeiten von den lokalen Künstlern Decycle, L.E.T. (Les Enfants Terribles) und MDCR. Ich werde sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt noch Bilder von ihren Arbeiten zeigen, in der Zwischenzeit könnt ihr ja einfach mal auf ihren Facebookseiten nachschauen. Es lohnt sich.

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6 Replies to “What’s the art on the street?”

  1. There’s an art to deciphering this kind of work and once you get ‚your eye in‘ the patterns and individuality assert themselves and you begin to appreciate the artists work wherever you see it. I documented an exhibition here at the end of last year where the gallery was to undertake the annual repaint of its walls … the gallery held a show inviting street artists into the space to paint the walls … I went along during the setup to watch the artists at work. Fascinating! You can see the post and pictures here if you’d like to take a look. http://blog.lushpupimages.com/wall-works-a-preview-anca-gallery

    1. Your comment really made me smile as I was a little bit afraid to share these pictures thinking that a lot of the people following me here might not be very excited about it and leave them unnoticed. But this really is something I find very interesting and exciting at the moment, also it surely is part of my world and that’s what the blog is supposed to be about.

      I also appreciate that you sent me the link as I haven’t read/seen all of your older post yet. It must have been very exciting to watch the artists at work and I love the pictures you took (also checked the second post). I’m not sure if you understood from my writing that a second post will follow as in addition to the street art tour there was also am accombanying event in an old empty supermarket where you could watch various artist in the process of creating. Very inspiring and encouraging to play around more with the things that are there, creating and composing rather than only capturing something.

      1. Sometimes, when I’m undecided about what to post, I find myself thinking about what an might find interesting rather than being brave enough to post what I find interesting. I like that you posted these and I like that find my blog an interesting and congenial place to visit. Thank you 🙂

        1. Well, when I stared this blog I wasn’t thinking about it at all and just pushed out whatever came to my mind but back then there was barely somebody following it. Since then the contents have changed and this partly because of the audience that has changed as well. However, I’d like to to keep this mainly as my personal playground while trying to ’satisfy‘ the followers I have. This being said, I will certainly try to add more English stuff as was one of my original ideas anyway. There is just so much to write about 🙂

  2. […] ich hier neulich schon von der Mitte Mai stattgefundene TOUR DE LA CRÉATIVITÉ berichtet und ein paar Fotos von Düsseldorfer Streetart gezeigt habe, komme ich heute endlich mal […]

  3. […] ich vor ein paar Wochen hier über die Streetart-Tour durch die Stadt geschrieben habe, habe ich ja auch einige meiner lokalen Favoriten genannt und […]

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