Paule, das Higgs und die Lady in Pink

Ich glaube, ich sollte mir vielleicht eine kleine Leine für Paule besorgen oder auch so einen Pieper, den man auch an Schlüsseln befestigen kann, damit man sie im Falle des Verlegens wiederfindet. In der vorherigen Woche war der Kleine auch schon nicht auffindbar und nachdem ich ihn dann am Sonntag Abend aus der Kiwi gepflückt hatte, war er plötzlich wieder verschwunden. Ich hab die ganze Woche über immer mal hier und da geguckt, doch bis gestern Abend hatte ich absolut keinen Schimmer, wo ich ihn nun schon wieder hingelegt hatte. Nun ja, während der Woche habe ich meistens auch nicht unbedingt die Zeit bzw. noch keine Idee für das nächste Hasenfoto, aber als ich Samstag in Düsseldorf unterwegs war, hätte ich ihn eigentlich schon ganz gerne dabei gehabt, denn ich war u.a. die Dachma auf dem Sommerfest des Lettini’s besuchen und es war wirklich sehr nett dort, das Essen ein Traum, die Atmosphäre des neugestalteten Innenhofs wie ein Kurzbesuch in Italien. Ich hatte allerdings nur die Lumix mit dabei, weil ich die Canon plus Objektive nicht schleppen und ohnehin noch ein wenig mit der Makrofunktion der Kleinen herumspielen wollte, daher wohl eher keine Bilder von dem Event. Sonntag nachmittag habe ich mir dann den Paule geschnappt und überlegt, welches Ereignis der vergangenen Woche denn nun in seinem nächsten Foto dargestellt werden soll.

Im Grunde war die Entscheidung relativ leicht, denn das bedeutendste Ereignis, in meinen Augen, fand bereits ziemlich am Anfang der Woche statt als die Nachricht vom vermutlich endlich gelungenen experimentellen Nachweis des Higgs-Bosons im LHC des CERN um die Welt ging. Dieses Teilchen, dass ganz allgemein erklärt  den Elementarteilchen, aus denen unsere Welt besteht, ihre Masse gibt, ist ein wichtiges Element im Standardmodell der Teilchenphysik und wurde bereits in den 60er Jahren postuliert, konnte bisher jedoch noch nicht nachgewiesen werden. Ich möchte auch gar nicht so sehr ins Detail gehen, es gibt zu dem Thema ja reichlich Lektüre, gerade auch aus aktuellem Anlass, darunter fand ich allerdings auch etwas, dass ich gut für mein Wochenbild verwenden konnte. Anfang der 90er Jahre hat der Physiker David Miller nämlich versucht, die Bedeutung des Higgs-Teilchen bzw. die Wirkungsweise des sogenannten Higgs-Mechanismus mit Hilfe einer Cocktailparty-Analogie anschaulich zu erklären. Man stellt sich dabei einfach eine berühmte Figur vor (damals wurde Margaret Thatcher gewählt, heute nimmt man vielleicht eher einen Film- oder Rockstar), die einen Raum betritt, in dem eine Cocktailparty stattfindet. Während sie sich durch den Raum bewegt, wenden sich ihr immer mehr der Gäste zu, es geht ein Getuschel durch den Raum ‚Guck mal, da kommt X‘. Menschen, denen sie sich nähert, wenden sich ihr automatisch zu während die, von denen sie sich entfernt, wieder in ihr ursprüngliches Verhalten zurückfallen und das Gespräch mit ihrem Gegenüber wieder aufnehmen. Party, Paule und Scharen von Gästen, die ihn eifrig umzingeln? Das ist also mein Bild der Woche.

Nachdem das Bild fertig war, war ich dennoch etwas unschlüssig, ob ich nicht vielleicht doch lieber noch etwas anderes ausprobiere und so habe ich mit den Mitbringseln vom Sommerfest, dem ersten Pinkmützchen-Buch und einem supertollen Yodabutton, noch ein weiteres Bild gemacht. Eine quadratische, schnelle Variante davon hatte ich am Samstag Abend bereits mit dem Handy fotografiert, war also relativ schnell gemacht, nur die Bearbeitung in Photoshop hat dann doch etwas länger gedauert als das Spielen mit den Filtern der Magic Hour App. Am Ende habe ich mich dann dazu entschlossen, beide zusammen zu zeigen, eins als Rück- und das andere als Vorschau, denn diese Woche komme ich wahrscheinlich eh nicht so viel zum fotografieren.

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6 Kommentare

  1. Paule as Higgs(?) … well of course he is!

    1. Yes, I noticed that especially the ladies are strongly attracted by his gravity 🙂

      1. He has a certain strange magnetism I’ll give him that! 🙂

  2. ich bin gerade begeistert, wie du ein physikalisches phänomen mit paule und gummibärchen nachgestellt hast. vielleicht solltest du lehrerin werden? SO hätte ich bestimmt einen anderen zugang zu naturwissenschaften bekommen! genial!
    und übrigens: den cocktailparty-effekt gibt es in anderem zusammenhang auch in der filmwissenschaft 😀

    1. Haha, danke! Ich glaube, für den Lehrberuf habe ich zu wenig Geduld, obwohl ich ursprünglich mit dem Gedanken gespielt habe, später an der Uni Lehre und Forschung zu verbinden. Ich hatte ja ca. 2 Jahre Gelegenheit, mich an Studenten im Praktikum auszutoben, Versuche anleiten und Testate abhalten…naja. Und ganz so weit weg ist mein jetziger Job ja nicht, auch Kunden und Kollegen hab ich oft viel zu erklären.

      Ich habe eigentlich auch noch so eine Idee im Hinterkopf, für den Blog noch ein bißchen Wissenschaft und Fotografie zu verbinden, es soll ja nicht nur ein Fotoblog sein 🙂

      1. hm das kann ich natürlich nicht beurteilen, aber so anschaulich wie du das hinbekommen hast hättest du bestimmt die fähigkeit dazu (:
        oooh na das hört sich interessant an, da bin ich ja dann mal schwer gespannt, wie es sich hier weiterentwickeln wird 😀

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