Secret garden beauties

Wieder eine dieser Nächte. Die Dunkelheit legt sich nur langsam über das Land, läßt uns die magische Stunde in vollen Zügen genießen, auch wenn der Tag lang war. Vielleicht bleibt er nur eine kurze Zeit, der Sommer, aber er ist dennoch endlich angekommen, in meiner Seele. Das Funkeln des Sonnenlichtes, der strahlend blaue Himmel und die Wärme der Luft, die einen sanft umarmt, sachte kitzelt und manchmal auch beinahe mit ihrer Dichte erdrückt. Und an besonders schweren, schülen oder heißen Tagen spürt man wie ganz langsam die Freude wächst, darauf, dass die Nacht bald kommt und ein wenig Ruhe und Abkühlung bringt. Gerade genug, dass man ein kleines bißchen freier sein kann, wenn man draußen unter den langsam aufgehenden Sternen sitzt, den Geräuschen der Umgebung oder auch nur dem Pochen des eigenen Herzens lauscht. Die Seele baumeln lassen, Gedanken zu Ideen spinnen, endlose Netze aus Träumen weben. Letzten Sommer träumte ich davon, über blühende Lavendelfelder zu laufen, mit einem Motorroller durch den Süden Frankreichs zu fahren, in Weinbergen wilde Pfirsiche zu naschen, im Gras liegend Wolken zu zählen, mit einem alten VW-Bus ans Meer zu fahren, unterm Sternenhimmel am Strand zu schlafen, in der Hängematte in den Schlaf zu schaukeln.

Diesen Sommer traue ich mich nicht zu träumen, wenn ich wach bin, denn manchmal schmerzt allein die Erinnerung an die nächtlichen Träume, das Bewußtwerden des Nicht-Realen, einfach zu sehr. Stattdessen versuche ich, den Moment zu leben, ich selbst zu sein so gut es geht und zu sehen, was um mich herum existiert. Die kleinen und großen Wunder, bei Regen, Schnee und Sonnenschein, an jedem Ort und sei es nur der Garten meiner Eltern. Groß ist er, dieser Garten, mit vielen verschiedenen Ecken und Kanten, kultiviert und wild, blumig und grün, mit Rasenflächen, Goldfischteich, Gemüsefeld, Obstbäumen und Riesentannen. Und überall Blumen. Rosen, Lilien, Hortensien, Clematis, Petunien, Geranien, Stockrosen, Sumpfdotterblumen und Anemonen. Alle zusammen und jede für sich wunderschön. Mein Blick erfasst sie zwar und ihr Anblick macht mir Freude, doch die Kamera sucht etwas anderes, die kleinen Wilden, die Unscheinbaren und manchmal auch zwischen Sträuchern und Gräsern versteckten. Die Blüten von Mohn, Salbei, Klee, Funkien und Glockenblumen. Sanft im Wind bebend, die Seele streichelnd.


 

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0 Replies to “Secret garden beauties”

  1. mag den Mohn besonders gern – ist fast ein Aquarell –

    1. Danke, das finde ich auch. Er war so zart und bebte im Wind, doch das Ergebnis ist dafür besonders weich geworden 🙂

  2. It looks a refreshing place for the soul in more ways than one 🙂 Such brightness and summer vibrance 🙂

    1. Thank you, Geoff. There are a lot of beautiful little corners full of flowers in the garden but also some crude, wild places. It really is a big garden. And in between runs our little dog, a Jack Russsel called Felix who likes to jump, chew things and is very fond of pine cones 🙂

  3. Das sind wirklich wunderschöne Blumen. Auch ich bin ein Fan vom Mohn(foto) aber auch von dem Dritten Bild – beeindruckende, zarte Details die man hier erkennt.

    1. Vielen Dank. Freut mich, dass sie Dir gefallen. Das dritte Bild mag ich auch, ist ein blühender Salbei. Total schön.

  4. […] noch gar nicht von der Kamera gekommen sind. insgesamt ist die Auswahl wohl weniger stimmig als vor einem Jahr, aber es ist eben auch ein großer Garten mit vielen Facetten und jedes Mal sehe bzw. entdecke ich […]

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