Silent drums enlightened

Musik spielt in meinem Leben eher eine Nebenrolle. Sie ist zwar durchaus seit etwas mehr als 20 Jahren fester Bestandteil meines Lebens, kann in ihrer Rolle aber schon mal eine ganze Weile pausieren, nur um sich dann bei der nächstbesten Gelegenheit mit ordentlicher Wucht zurück zu melden. Wohlgemerkt, ich spreche hier ausschließlich vom Musik hören, denn darauf beschränkt sich mein Zugang zu diesem Medium. Ich kann weder singen noch spiele ich ein Instrument und vom tanzen will ich lieber gar nicht erst reden, da kommen nur traumatische Erinnerungen hoch. Musik war und ist für mich vielleicht eher so etwas wie ein Stimmungsbarometer, zu bestimmten Zeiten höre ich bestimmte Interpreten, je nachdem wie ich mich gerade fühle. Letzten Sommer zum Beispiel war es Blues und Jazz, eher ruhige, gefühlvolle Töne, im vergangenen Winter eroberten die Großstadtcowboys und der Rock’n’Roll meine Ohren und in den letzten Wochen, vielleicht sogar schon Monaten, kann ich mich einfach nicht satthören am letzten Album von Triggerfinger. Bis auf wenige Ausnahmen mag ich meine Musik vor allem laut, mit richtig viel Schlagzeug und von einer kräftigen Männerstimme gesungen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich in meiner Schulzeit beim  Hausaufgaben machen immer laut Heavy Metal gehört und mich so förmlich mit jedem Trommelschlag durch die ungeliebte Tätigkeit gekämpft, um möglichst schnell nach draussen zu meinen Freunden zu können. Und irgendwie merke ich noch heute, dass ich mit Metallica auf den Ohren ganz anders, energischer, durch die Strassen laufe. Manchmal vergesse ich, wie gerne ich einige Songs höre und nehme mir vor, mal eine Playlist für meinen iPod zu erstellen, nur um es letztendlich doch zu vergessen. Weil es dann doch irgendwie nicht so wichtig ist.

Nun gut, kommen wir mal zu den Bildern von heute. Es sind Aufnahmen, die vor zwei Wochen während der Düsseldorfer Kunstpunkte auf der Veranstaltung meiner Freundin Iris entstanden sind. Sie hat dort u.a. Bühnenporträts gezeigt und die dargestellten Künstler, der Flic Flac Sänger Frank Fabry und seine Band, waren ebenfalls vor Ort und haben live Musik gemacht. Ich habe währenddessen ein bißchen fotografiert und einige Videos für die Künstler gemacht, aber irgendwie war das Ganze nicht so zufriedenstellend, zu viel Zeugs auf der Bühne, kein schöner Hintergrund, blödes Licht und ständig irgendwelche Störungen. Auf dem Programm standen pro Tag jeweils zwei kurze Auftritte im Abstand von etwa 3 Stunden, in der Pause dazwischen standen nur die Instrumente alleine im Scheinwerferlicht auf der Bühne. Als ich so mit der Kamera um den Hals durch den Raum schlich, auf der Suche nach Motiven und Ideen, etwas frustriert von den weniger gut gelungen Bühnenbildern, fiel mein Blick auf die in verschiedenen Farben beleuchteten Becken des Schlagzeugs und mit dem Makro habe ich mich mal ganz dicht ran gewagt. Und so gibt es erstmal ein paar Bühnenporträts der etwas anderen Art, das lauteste Instrument von allen bunt beleuchtet und ganz still, von allen Seiten betrachtet.

 
 
 
 
 
 

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