Ein Häschen steht im Walde

Und schreit laut rum. Nein, Paule macht natürlich keinen Krach, er sieht nur so aus. Er ist auch gar nicht wirklich im Wald, sondern nur irgendwo zwischen den Büschen im Düsseldorfer Hofgarten. Dort war ich heute nämlich unterwegs, mit der Kamera im Rucksack und einer riesigen, schweren Papiertragetasche. Nicht besonders praktisch, wenn man noch fotografieren will, aber ich war zwischendurch noch in der Rankin-Ausstellung und konnte es mir einfach nicht verkneifen, im Museumsshop den Katalog zu der von mir verpaßten Polaroidaustellung sowie einen Porträtband von Meister mitzunehmen. Manche Sachen muss man einfach sofort haben, auch wenn es nicht unbedingt logisch bzw. praktisch ist.

Es war ein etwas frischer, aber ansonsten sehr schöner Herbsttag heute. Die Sonne schien auf das bunte Laub der Bäume und Wolken tanzten über den Himmel und so schlenderte ich noch gemütlich den Hofgarten, etwas, dass ich sehr oft und gerne an Wochenenden gemacht habe, als ich noch in Düsseldorf wohnte und das nun langsam wieder zu einer Gewohnheit werden könnte. Ich schaute nach oben und nach unten, links und rechts des Weges, suchte nach kleinen Besonderheiten und versteckten Schönheiten. Währenddessen wartete der kleine Paule schon ganz ungeduldig in meiner Jackentasche. In der Ausstellung durfte ich nicht fotografieren und somit viel ein mögliches Motiv für das Wochenbild schon mal weg, glücklicherweise hatte ich jedoch von vornherein einen Plan B gemacht und sollte auf meinem Spaziergang nicht enttäuscht werden. Und tatsächlich, dort zwischen den Büschen entdeckte ich sie, eine kleine Gruppe braun-oranger Pilze, die sollten doch ein nettes Herbstmotiv ergeben. Nur irgendwie standen sie Paule nicht, ob er nun rechts, links, vorne oder hinten stand, lehnte oder lag, es sah blöd aus. Und dann entdeckte ich zwei Meter weiter links noch mehr Pilze, hübschere Pilze, die viel besser zu dem Kleinen paßten und ihn auch mal regelrecht sauber aussehen lassen. Et voilà!

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8 Replies to “Ein Häschen steht im Walde”

  1. Ich hab ja letztens ganz verzweifelt nach einem Fliegenpilz gesucht und leider nur einen gefunden, der ziemlich angefressen aussah 🙁

    Essen mag ich Pilze ja nicht, aber zum Fotografieren sind sie richtig toll 🙂

    1. Oh ja, absolut. Ich hab in der letzten Woche total viele Pilze fotografiert. Ich glaube, Fliegenpilze sieht man echt nicht so oft, vielleicht muss man da ganz tief in den Wald. Ich war als Kind viel in den Pilzen, kann mich aber nicht erinnern, ob ich je einen gesehen habe.

      Ich esse totel gerne Pilze, aber nur die, die ich auch kenne. Und im Park sammel ich mir lieber nicht mein Essen 🙂

  2. Gleich beisst er rein… wunderbares Wochenbild. Bin begeistert.

    Grüsse
    Jan

    1. Ja, der Kleine nimmt den Mund gerne mal so richtig voll, Blaubeeren im Sommer und Pilze im Herbst. Freut mich, dass es Dir gefällt 🙂

  3. Und ich finde hier nur komische, angefressene Pilze, die sich nicht als Motiv eignen 🙁
    Aber Paule wirkt wirklich richtig sauber neben den lustigen Pilzen! Wenn er da mal nicht auf schweinische Gedanken kam… *pfeif* 😉

    1. Was, du auch? Ich habe ja schon jemanden darüber klagen gehört, hab selbst aber in letzter Zeit recht viele hübsche bzw. heile Pilze gesehen. Und das mitten in der Stadt.

      Ich glaube, Paule hat immer schweinische Gedanken, zumindest sieht er so aus. Ein Freund von mir mutmaßte bei Betrachtung des Bildes, ob es sich womöglich nicht um Pilze, sondern ein Gelege hätte und ich nun bald Hasenomi werden würde. Man weiss es nicht 😉

  4. der paule. sag ihm, fall er sie essen sollte: immer schön kauen, sonst liegen sie schwer im magen 😉

    1. Hm, naja, also dem Paule etwas zu sagen, das ist schon schwierig. Das geht von einem Ohr zum anderen und verläuft sich im Vakuum dazwischen. Aber keine Sorge, er hat die Pilze nur gierig angegafft, aber nicht davon genascht.

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