Kurvige Nachspielzeit

Ich hatte einen wirklich tollen Tag gestern und das in dem von mir sonst eher mit gemischten Gefühlen betrachteten Köln, auch bekannt als Stadt mit K. Ich glaube, dieses gespaltener Verhältnis hängt weniger damit zusammen, dass Düsseldorf meine Wahlheimat ist und die Rivalität dieser beiden Städte offenbar verlangt, dass man sich für eine von beiden entscheiden muss und nicht beide mögen kann. Ich vermute vielmehr, dass es in diesem Fall der alles entscheidenden erste Eindruck war und ich meinen ersten Besuch in Köln leider mit dem schmutzigen Dom und über die Treppen laufenden Ratten verbinde. Trotz allem scheint es fast so, als würde die Stadt nun bei jedem kurzen Besuch versuchen, sich von einer anderen, schöneren Seite zu zeigen und der gestrige Tag bot dafür unheimlich viele Möglichkeiten.

Ich hatte mir einiges vorgenommen, wollte an einem Lomo-Workshop teilnehmen, eine Freundin beim zeichnen ihres 24h-Comics unterstützen und natürlich hier und da noch ein paar Fotos machen, vor allem aber von einem Wandbild meiner absoluten Lieblingsstrassenkünstler, damit ich sie euch hier in einem kleinen Spezial vorstellen kann. Da ich für all das quer durch die Stadt hätte fahren müssen, habe ich mir vorher sogar einen Plan gemacht, Adressen, Zugverbindungen und U-Bahnlinien notiert. Erst Fotos machen, dann zum Workshop und zum Schluß ins Comic Haus. Der Tag begann vielversprechend, mit Sonnenschein und blauem Himmel, doch als mein Wecker klingelte, hatte ich so gar keine Lust aufzustehen und warf meinen Plan mal eben über den Haufen. Erst Workshop, dann Comics und zum Schluss die Fotos. Am Ende hätte beinahe gar nichts geklappt, weil ich solange an meiner Lomo-Kamera rumgefummelt habe, dass mein Zug weg war. Zum Glück hatte ein ursprünglich früher fahrender Zug soviel Verspätung, dass ich doch noch rechtzeitig in Köln angekommen bin, um wenigstens Plan B durchzuziehen. Zum Workshop schreibe ich vielleicht später noch etwas, vorausgesetzt meine Bilder sind etwas geworden. Der coolste Moment dabei war allerdings als wir um eine Ecke bogen und ich plötzlich vor dem von Laguna, ich habe neulich über ihn berichtet, gemalten Wandbild stand, da hatte ich echt ein bißchen Herzklopfen und bin später natürlich noch zum fotografieren wiedergekommen. Im Cöln Comic Haus war es natürlich auch wieder sehr spannend, 20 Comiczeichner schwitzten über den ersten Seiten und ich hab auch dort ein wenig neues Bildmaterial sammeln können. Den krönenden Abschluss des Tages bildete aber der Ausflug nach Ehrenfeld, zum Wandbild von Herakut, auch dazu ein anderes Mal mehr.

Doch all die tollen Dinge, die ich dort gesehen und erlebt haben, haben einen ganz großen Haken. Der ist weiß, hat zwei lange Löffel und heißt, natürlich, Paule. Ich habe Paule nämlich zu hause vergessen. Ihr könnt euch vielleicht vage vorstellen, wie sauer der Kleine war, dass er bei all diesen Abenteuern nicht dabei sein konnte. Es ist aber auch wirklich sehr ärgerlich und eigentlich auch nicht wieder gut zu machen. Heute habe ich dann verzweifelt überlegt, was ich mit ihm stattdessen wohl machen könnte, es war ja auch nicht viel Zeit, denn ich mußte noch rüber nach Neuss. Beinahe wäre es ein Notherbstbild im Blätterhaufen geworden, da fiel mir ein, dass wir ja einen Freund zum Kaffee besuchen könnten, der ganz viel spannendes Spielzeug zu Hause hat. So durfte Paule ein bißchen mit der neuen Carrerabahn spielen, schmollen tut er aber trotzdem noch wie man sieht. In ein paar Tagen fahre ich für einen Kurztrip nach Berlin und packe ihn am besten gleich in den Koffer, sicher ist sicher.

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7 Replies to “Kurvige Nachspielzeit”

  1. ahh… ich lieeeeeeebe die rabbids. ich hab hier ne ganze bande auf dem schreibtisch stehen :):) *grüße an paule

    1. Oh, das freut mich aber 🙂 Ich hab nur den Paule, aber er hält mich wahrlich genug auf Trab. Grüße habe ich natürlich ausgerichtet und er winkt mit seinen kleinen Pfötchen heftigst zurück.

  2. Da geht es dem Paule gerade nicht anders, als Kalle 😉 Mein Kleiner kommt die letzten Wochen auch völlig zu kurz. Und als er dann noch erfahren hat, dass ein Treffen mit Paule in Berlin nicht klappt, da war völlig Ende. Nun schmollt er auch.
    Ich wünsche Dir aber ein paar super schöne Tage in Berlin und zeig dem Paule mal die Stadt! Vielleicht triffst Du ja die „glorreichen Sieben“ 😉 Dicken Knuddler an Dich!

    1. Das kann ich verstehen, hast ja auch einiges um die Ohren. Paule ist ja durchaus etwas hin- und her gerissen was den Berlinbesuch angeht, denn auch wenn es nicht klappt mit einem Wiedersehen von ihm und Kalle, so freut er sich auch sehr die süsse Lilly zu treffen. Pläne für den Tag danach habe ich noch gar nicht gemacht, wir lassen uns da einfach mal treiben. Ich glaube, die zwei Chef-Cowboys drehen zu der Zeit in Köln, aber vielleicht läuft uns ja einer der anderen über den Weg.

      Dicken Knuddler zurück 🙂

  3. du hast so ein talent diesen kleinen hasen zu inszenieren. und carrerabahnen liebe ich schon immer (:
    ich finde übrigens, man darf köln und düsseldorf mögen. genauso, wie man die ärzte UND die toten hosen mögen darf (;

    1. Danke 🙂 Du weißt ja, ich inszeniere ganz gerne mal, da kommen mir die Paulebilder immer sehr gelegen. Was mache ich nur, wenn das Projekt vorbei ist? Na, mal abwarten, ein paar Wochen darf ich ja noch mit ihm spielen. Die Carrerabahn im Bild ist übrigens so groß, dass sie gleichzeitig als Schreibtisch dient ^^

      PS: Oh Gott, Die Toten Hosen?! Die wohnen ja hier in Düsseldorf, ich hab neulich mal einen von denen auf ner Vernissage gesehen.

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