Reinschnuppern beim 24h Comic Day

Eigentlich wollte ich noch vor meinem Kurztrip nach Berlin, von dem ich inzwischen zurück bin, ein bißchen was über den letzten Samstag in Köln schreiben, doch irgendwie habe ich nicht die Zeit und Muße dafür gefunden und das Laptop auf die Reise mitnehmen wollte ich dann auch wieder nicht. Nachdem ich nun ein paar Stündchen Zeit hatte, mich auf dem heimischen Sofa vom plötzlichen Kälteeinbruch zu erholen und die ersten neuen Bilder zu sichten, dachte ich mir, jetzt wäre doch vielleicht ein ganz guter Zeitpunkt dafür. Denn morgen ist schon Sonntag und es geht weiter mit dem Dualismus-Projekt und der Paule will natürlich auch nicht zurückstecken müssen. Glaubt mir, der hat in Berlin wahrlich genug gelitten, aber dazu später. Heute gibt es also erstmal ein kleines Stückchen Köln, genauer gesagt einen kleinen Eindruck vom 24h Comic Day im Cöln Comic Haus. Und ja, die Stadt mit K wird in diesem Fall tatsächlich mit C geschrieben, das ist nicht auf meiner Tastatur gewachsen.

Kurz gesagt geht es beim 24h Comic Day darum, innerhalb von 24h einen 24-seitigen Comic zu zeichnen. Was ursprünglich als Wettstreit zwischen den befreundeten Zeichnern Scott McCloud und Steve Bissette begann, wuchs sehr schnell zu einer weltweiten Bewegung heran, denn viele Künstler auf der ganzen Welt stellten sich der Herausforderung. Seit ein paar Jahren finden sich nun auch an einem Tag im Jahr Künstler zusammen an den verschiedensten Orten, um parallel um die Wette zu zeichnen, zu malen und zu kolorieren, Geschichten erzählen im Wettlauf mit der Zeit. Im Laufe des letzten Jahres habe ich zwei Menschen kennengelernt, die ihr Leben und das anderer mit Hilfe von Stift, Papier und Farbe jeden Tag ein kleines bißchen bunter machen, die einfach gar nicht anders können, als die Welt um sie herum zu betrachten und dem Gesehenen eine Gestalt zu geben, dort wo vorher nur ein Nichts war, etwas Neues zu erschaffen und der Welt damit immer wieder aufs Neue ein Lächeln zu schenken. Beide hatten von klein auf nur den Wunsch zu zeichnen, beide haben dennoch erst im zweiten Ablauf ihren Traum verwirklicht, nach vielen Berufsjahren bei der Polizei bzw. im Leichenschauhaus. Und darum geht es auch im diesjährigen 24h Comic von meiner Freundin und Pinkmützchenschöpferin Dagmar Gosejacob, der passenderweise den Titel ‚Ich wollte doch Grafiker werden‘ trägt. Insgesamt haben dort in Köln zwanzig Comiczeichner gekritzelt, radiert, koloriert, geschwitzt und geflucht. Direkt an der Seite der holden Dachma saß dabei Ralf Marczinczik, der u.a. auch schon die Moorhühner und das umtriebige Schaf Sven schuf und sich nun innerhalb von 24 h damit beschäftigte ‚Wie der Teufel in die Welt kam‘.

In den ersten Stunden des Wettbewerbs dürfen die Künstler noch besucht und motiviert (bzw. gestört und abgelenkt) werden, was ich genutzt habe, um selbst gebackene Dopingschokokekse vorbeizubringen und ein paar Fotos zu machen. Obwohl ich total entzückt von der Vielzahl und Buntheit der Zeichenutensilien war, hab ich mich letztendlich vorwiegend für schwarz/weiss entschieden. Vermutlich weil in den Poträts der Hintergrund zu unruhig war und es dann bei den anderen auch irgendwie besser paßte. Vielleicht mag ich aber auch nur den Cremeton von Lightroom zu gerne. Viel Gerede, wenig Sinn, das wird Morgen besser, zum Schluss noch ein paar Bilder, von Dagmar, Ralf und so.




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2 Replies to “Reinschnuppern beim 24h Comic Day”

  1. die monochrombearbeitung steht den bildern sehr gut. die bilder von den stiften finde ich auch großartig. und als serie machen sie sich auch super.

    1. Oh, das freut mich wirklich sehr. Gerade bei den Stiften war ich mir ja nicht so sicher. Es gab auch ein Motiv mit einer ganzen Schachtel bunter Stifte, für das ich lange hin und her getigert bin, weil ich mich nicht getraut habe, den Zeichner anzusprechen und auf einen Moment gewartet habe, als er mal nicht am Platz war. Das fertige Bild fand ich am Ende aber nicht so schön, deswegen ist es nicht dabei.

      Und, was soll ich sagen, ich bin eben ein Serientäter durch und durch 🙂

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