Urban Artists: Fin DAC

Ich habe hier ja nun schon ab und zu davon erzählt, dass ich mich seit ein paar Monaten etwas intensiver mit der Kunst auf unseren Straßen und an Häuserwänden beschäftige, angestoßen durch die enorme Bilderflut in Facebook und die manchmal endlos scheinenden Informationen und Vernetzungen dort. Es ist eine wirklich verrückte virtuelle Welt voller Überraschungen und ständig neuer Wendungen, mit Geschichten, die sich unentwegt weiter zu schreiben scheinen, zumindest meiner kleinen, bunten Realität aus Bildern und Worten. Und so kam es auch, über viele kleine Seitenwege, dass ich ihm Rahmen der ‚Stencils Only‘-Ausstellung in der Galerie Pretty Portal auf die Arbeiten des aus Irland stammenden und in London lebenden Künstlers Fin DAC stieß.

Sein von ihm selbst als ‚Urban Aesthetics‘ beschriebener Stil, eine Mischung aus Schablonentechnik, Sprühdosen- und Pinselarbeit, ist frei von Botschaften oder politischen Statements, im Vordergrund steht ganz allein das Anliegen, die Städte schöner zu machen anstatt sie zu zerstören. Ästhetisch und schön sind sie wahrhaftig, die asiatischen Frauenfiguren mit ihren charakteristischen bunten Augenmasken, die er zur Zeit vorwiegend auf Häuserwände, Leinwand und Papier zaubert. Und gerade deshalb liebe ich seine Arbeiten ganz besonders, sind es doch gerade die schönen Dinge, nach denen ich immer wieder suche und die mich immer wieder aus den trübseligsten Momenten befreien. Wenn man Fin DAC danach fragt, was ihn bzw. seine Kunst am meisten beeinflußt, so sagt er immer, dass er früher ein sehr unglückliches Leben geführt hat, zu dem er auf gar keinen Fall zurück kehren möchte. Das allein ist für ihn Inspiration genug und ich kann es irgendwie sehr gut nachvollziehen. Ich mußte auch sehr schmunzeln, als ich in einem Interview las, dass er absolut keine Ahnung hatte, was er da eigentlich macht und wie das alles funktioniert, als er vor 4 Jahren anfing zu zeichnen und zu sprühen. Und dass das eigentlich auch gar nicht so wichtig ist, solange man es versucht und sich nicht davor scheut, etwas Neues zu probieren und sich mit der Zeit weiter zu entwickeln. Das können nicht alle Künstler, ganz egal auf welchem Gebiet sie tätig sind, und viele versuchen es auch garnicht, zu gemütlich ist das Leben in der gewohnten Nische.

„I create my art to keep myself happy… if others like it then that’s a great by-product.“ – Fin DAC

In den vergangenen Wochen habe ich nun also viele alte und neue Werke von Fin DAC auf verschiedenen Internetseiten gesehen, von Sin City über asiatische Schönheiten bis hin zu Rockstarsuperhelden, es gibt sogar ein paar Videos, die ihn beim Arbeiten zeigen und ziemlich spannende Einblicke in seine Technik geben. Ich wollte so gerne ein Bild von ihm für die Streetartsammlung in meiner neuen Wohnung haben, konnte aber im Internet nur ein paar wenige, sehr teure Werke finden. Doch dann plötzlich schlug der Zufall, das Schicksal oder was auch immer zu, denn just vor 3 Wochen war der Künstler doch tatsächlich hier bei uns in Düsseldorf, um zusammen mit Galerist Klaus von Pretty Portal ein paar limitierte Drucke herzustellen und gleichzeitig auch noch ein Wandbild zu malen. Da sein ‚Moon Child‘ nur knappe 2 km von meiner Wohnung entfernt in einem Hauseingang residiert und ich außerdem letzte Woche das große Glück hatte, einen der auf 35 Stück limitierten türkisfarbenen Drucke von ‚Killer Instinct‘ zu ergattern, kann ich euch mit meinen eigenen Bildern einen kleinen Einblick in Fin DAC’s Arbeiten geben. Normalerweise arbeitet Fin gern und reichlich mit Tattoos, die er im nachhinein auf den Körpern seiner Mädchen verteilt, bei ‚Moon Child‘ hat es aber eine Weile gedauert, bis er für sie etwas passendes fand und so trägt sie hier in Düsseldorf erstmal nur sein Logo auf dem Arm. Es ist ein Drachensymbol, dass sich auch in seinem Künstlernamen wiederfindet, denn das DAC hinter seinem (verkürzten) Vornamen steht für ‚Dragon Armoury Creative‘. Mehr Bilder und Informationen über ihn findet ihr auf Facebook, Flickr oder auch Tumblr.



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