Changing the focus

Seit einer ganzen Weile schon grummele ich mich von Tag zu Tag und auch wenn ich mir immer wieder sage, das wäre ja nur wieder so eine Trübsalsphase, die auch bald wieder vorüber ist, hilft mir das meistens nicht wirklich weiter. So vergeht schließlich ein Tag nach dem anderen und ich lasse mich mit der Zeit treiben, lasse Augenblicke vergehen, mache Schritte vorwärts und auch welche zurück, denn anhalten läßt sich das Leben nicht, egal wie sehr ich es mir manchmal wünsche. Und manchmal, für einen kleinen Moment inmitten der Traurigkeit, Ratlosigkeit und oft auch Verzweiflung, frage ich mich, wieso es immer wieder die weniger schönen Dinge im Leben sind, von denen wir uns bestimmen und aufreiben lassen. Wir leiden, wenn wir daran denken, was wir alles nicht haben anstatt uns über all das zu freuen, was da ist. Wir ärgern uns über Dinge und auch Menschen, dir wir ohnehin nicht ändern können anstatt es einfach so zu akzeptieren. Wir trauern dem nach, was doch unwiederbringlich verloren ist, leben viel mehr für das Nichts als für das Sein. Wir fürchten uns vor dem, was wir nicht kennen, was irgendwo in der Zukunft auf uns warten mag, und vergessen dabei, was uns die Vergangenheit alles gelehrt hat.

Es ist wieder so eine Zeit für mich, an manchen Tagen beinahe unerträglich, voll von Hoffnungslosigkeit und Unverständnis übder die Welt dort draußen. Und plötzlich, erscheint am Rande des Blickfeldes ein kleines bißchen Licht, meistens als liebe Worte von Freunden aus der Ferne, kleine Gesten, die doch ausreichen um die eigene Sichtweise zu hinterfragen und sich wieder neu zu orientieren. Ich vergleiche das ein bißchen mit der Fotografie, wo das Bild, das wir sehen davon bestimmt wird, worauf wir den Fokuss richten und wo schon ein winzig kleiner Unterschied, ein einziger Millimeter weiter rechts oder links, alles ganz anders erscheinen läßt. Wir selber entscheiden, was wir sehen wollen, was scharf und was nur verschwommen wahrgenommen wird. Nicht nur durch die Linse unserer Kamera, sondern auch mit unseren eigenen Augen, unserem Herzen und unserer Seele. Es ist eine Entscheidung, die wir unser ganzes Leben lang immer wieder neu treffen können oder auch müssen, zu leicht verstellt sich der menschliche Fokuss und manchmal merken wir es garnicht. Oder hinterfragen es nicht, diese komische Gefühl in unserem Bauch oder den Schmerz in unserem Herzen. Ich will so nicht leben und deshalb wird es Zeit, wieder etwas zu ändern und anders zu sehen.


The way you see and experience the world is always defined by things you are focussing on. It’s not written in stone but rather a choice you make every day. And even the smallest change can make a big difference. Give it a try. I will.

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10 Replies to “Changing the focus”

  1. Ach Süße, ich kann Dir so gut nachfühlen. Mir geht es gerade nicht anders. Ich sollte auch versuchen, meine Focus wieder auf die schönen Dinge zu lenken. Manchmal ist das aber gar nicht so einfach.

    Fühl Dich von mir ganz lieb gedrückt! Und denke daran: Nach Regen folgt auch wieder Sonnenschein! :-*

    1. Manchmal ist halt alles doof, aber wir beide schaffen das schon. Ich drück Dich ganz feste zurück, Süsse.

  2. Du sprichst mir aus der Seele, manchmal scheint mein „innerer Autofocus“ sich nur auf die schlechten Dinge zu fokussieren und ich vergesse, dass das Leben – auch wenn ich es in diesem Moment eben nicht sehe – tatsächlich doch auch den einen oder anderen positiven Aspekt hat. Wenn man dann aber tatsächlich mal den Blick hebt, die Perspektive wechselt sieht die Welt wirklich wieder ganz anders aus. Aber dazu braucht es eben auch eine gewisse Energie…

    1. Ja, Du hast recht, man braucht dafür Energie und die scheint in besonders dunklen Momenten oft einfach nicht aufzutreiben zu sein. Und obwohl wir ganz genau wissen, dass dort draußen auch viel Schönes wartet und das Leben durchaus auch schön sein kann, zumindest für kleine Augenblicke, ist es manchmal so unheimlich schwer. Ich denke, es hilft, wenn mann sich in den guten Momenten kleine Rituale angewöhnt, Dinge sucht, die Freude machen, auf die man in schlechten Zeit zurück greifen kann. In den letzten zwei Jahren, war das für mich zum größten Teil das Schreiben für den Blog und auch die Fotografie, etwas, dass ich immer und jederzeit machen kann, egal wie es mir geht. Weil es inzwischen zu meinem Leben gehört und ich auch garnicht anders kann. Und selbst wenn man immer nur mit gesenktem Blick durch die Gegend läuft, kann man durchaus Schönes oder Besonderes entdecken, dort unten am Boden. Ich hoffe, Du schaffst es, Deinen Fokuss zumindest ein klein wenig in Richtung Licht zu verschieben.

      Liebe Grüße,
      Viola

  3. wunderschöne bilder und gedanken, die mir – wie so oft – aus dem herzen sprechen. bei mir ist es der november, der mich jahr für jahr überfällt mit diesen gedanken.
    deine fotos unterstreichen es sehr schön… und eben genau dieses ‚fokusproblem‘ war einer der hauptantriebe, die mich zur fotografie gebracht haben – zu lernen, die schönheit im kleinen zu sehen.
    es gibt diese eckpfeiler im leben, die funktionieren müssen. die säulen, das fundament, auf dem alles andere aufbaut. freundschaft, liebe, familie, job und natürlich gesundheit. wenns an einem dieser pfeiler hapert dann finde ich es sehr schwer, sich bewusst zu machen, dass an 4 anderen säulen aber alles in ordnung ist. menschen, die damit anders umgehen können fand ich schon immer sehr bewundernswert…

    1. Vielen Dank. Die Fotos vom Bildertunnel hatte ich hier schon ein paar Wochen lang herumliegen, doch die zwei Paarungen habe ich neulich erst gefunden und dann kam so alles zusammen. Ist gerade wieder so eine schwierige Zeit in der irgendwie alle Säulen wackeln und ich hab echt zu kämpfen, mich von den schlechten Dingen abzulenken, zumal ich gerade sehr wenig zum fotografieren komme. Aber allein schon für die zwei 52 Wochen-Projekte muss ich ja ohnehin regelmäßig ran und ich habe auch noch viel Unveröffentliches, zum dem Geschichten geschrieben werden können. Und irgendwie wird alles andere schon wieder gut/besser werden mit der Zeit, da bin ich ganz sicher 🙂

      1. ohje das hört sich ja gar nicht gut an. ist irgendwas spezielles passiert oder ist das aus dem zusammenspiel von vielen alltäglichkeiten alles so ins schwanken gekommen?
        es ist halt alles iregndwie immer ein auf und ab. ablenken finde ich funktioniert immer am besten mit lesen und eben aktiven hobbys wie fotografieren, aber das machst du ja ohnehin.
        ich drücke dir die daumen, dass es durch jahresendewintergeschichte bedingt ist und sich bald die dinge wieder zum guten wenden…

        1. Nein, ich denke es ist nichts spezielles, eher die Summe vieler nerviger und ärgerlicher Kleinigkeiten, die manchmal einfach zu groß ist, um sie zu ignorieren. Und ich habe ja inzwischen genug kleine Rituale, die verhindern, dass ich wieder in ein großes Loch falle. Der Umzug hat sich auch als anstrengender erwiesen als gedacht, aber diese Woche haben sich die letzten Sachen mit dem alten Haus geklärt und nun kann ich völlig frei das neu gewonnene Stadtleben genießen. Wie Du schon sagst, es ist immer ein auf und ab, das wird schon wieder werden.

  4. Das ist ein sehr schöner, kluger Beitrag. Ich weiß genau, was Du meinst, weil es mir sehr oft genau so geht. Danke!

    1. Nichts zu danken, Ruthie. Ist immer schön zu hören, dass es anderen ähnlich geht, in guten wie auch in schlechten Zeiten. Denn gerade in so schwierigen Momenten neigt man dazu, sich selbst zu hinterfragen. Für sollte es auch gleichzeitig eine Erinnerung sein, meine Fokussprobleme nun auch wirklich mal in Angriff zu nehmen 🙂

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