Thanksgiving madness

Wenn man ein 52 Wochen-Fotoprojekt macht, oder wie ich eigentlich sogar zwei auf einmal, wird man ständig an den Lauf der Zeit erinnert, sieht das Jahr am Anfang ganz gemächlich dahinplätschern und am Ende auf einmal ganz schnell an einem vorbei rauschen. Nur noch 5 Wochen bis zum Jahresende, 5 Bilder von einem kleinen, weißen Plastikhasen, dessen Augenmake-up schon beinahe abgerubbelt ist und der im Laufe seiner Modelkarriere schon vieles durchgemacht, ein Ohr verloren und das zweite angebrochen hat. Ein Hase, der schon etwas schmuddelig daherkommt und sich auch mit Wasser und Seife nicht mehr so wirklich sauber und rein schrubben läßt, der aber auch wirklich immer und überall sein nicht vorhandenes Näschen hineinstecken muss. Wenn ich ihn nicht gerade zu hause vergessen oder verlegt habe.

Das größte Ereignis in der vergangenen Woche war wohl Thanksgiving, ein amerikanischer Feiertag, den ich zumindest kulinarisch seit 3 Jahren auch in gewisser Weise zelebriere. Nachdem mir im letzten Jahr so ziemlich alle Freunde kurzfristig abgesprungen sind und es so statt einem großen Truthahngelage nur ein Ein-Personen-Menü mit Hähnchen gab, habe ich dieses Jahr beschlossen, mir den Stress gänzlich zu ersparen und meine Freunde vor Ort ihrem geschäftigen Leben zu überlassen. Stattdessen habe ich nur für mich ein paar der traditionellen Lebensmittel eingekauft, mit dem Gedanken, am Wochenende daraus irgendwas zu zaubern. Doch wenn man so schön durch den Supermarkt schlendert und die Gemüseabteilung plündert, kommt schnell eine ganze Menge zusammen und so habe ich ein bißchen aufgeteilt, damit es für mich alleine nicht zu viel auf einmal wird. Und so gab es gestern Abend eine schlichte, vegetarische Einstimmung aus Rosenkohl, gerösteten Pastinaken und Kartoffeln. Für das heutige Mittagsmenü backen gerade ein paar Süsskartoffeln im Ofen, die später zu Püree verarbeitet werden, dazu serviere ich dann den Rest Rosenkohl, gebratene Entenbrust und vielleicht auch noch etwas rote Beete und Kartoffelpüree. Später geht es dann mit einem ebenfalls schon gestern Abend gebackenen Kürbiskuchen nach Neuss, um ein Wiedersehen mit Freunden zu feiern und die hoffentlich endgültig letzten Sachen aus dem Haus abzuholen. Gestern Abend hat es in der ganzen Wohnung so schön nach Kuchen gerochen, dass ich darüber nachgedacht habe, ob es eigentlich Raumspray mit diesem Aroma gibt. Und mich wirklich nur sehr knapp beherrschen konnte, den Kuchen nicht schon anzuschneiden. Manche Dinge ändern sich eben nie.

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4 Replies to “Thanksgiving madness”

  1. das mit dem kuchenanschneiden kenne ich auch nur zu gut 🙂
    wie gehts denn nächstes jahr weiter? gibt es ein weiteres paule-projekt?
    ich bin auch erschrocken, wie sehr die zeit seit dem sommer gerast ist.

  2. Hm, eine gute Frage. Eigentlich habe ich nicht vor, mit Paule noch eine weitere Runde zu drehen. Noch einmal 52 Wochen erscheint mir irgendwie zu banal und ich glaube, ich werde nächste Jahr keine oder nur wenige Projekte mitmachen. Andererseits hat er inzwischen ja doch so einige Fans gefunden, ob die ein Verschwinden in den Ruhestand dulden werden, kann ich schwer einschätzen. Grundsätzlich würde ich erst mal gerne ein Paule-Buch machen, mit Bildern und Geschichten, zweisprachig auf Deutsch und Englisch. Und für den Blog vielleicht nur ab und zu ein kleines Paule-Spezial, bis er auseinander fällt 🙂

  3. Hehe, very funny. I like the picture! 🙂

    1. Thank you, Bente. That made me smile 🙂

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