[2/52] Das letzte Licht

Da murre und grummele ich seit Wochen vor mich, beschwere mich über den alltäglichen grauen Himmel und die Abwesenheit des Lichtes und wenn sich die Sonne endlich wieder blicken läßt, neulich erst für ganze drei Tage, komme ich natürlich wieder nicht früh genug aus dem Bett um auch wirklich etwas davon zu haben. Gut, besonders viel Buntes gibt es dort draußen gerade nicht zu sehen, aber irgendwie hätte sich der Sonnenschein schon in einem Bild einfangen und konservieren lassen, doch so bleibt mir nur die Erinnerung an die Spuren von Licht, die durch die leicht geöffnete Schlafzimmertür aus der Küche herüberschlichen und versuchten, sich den immer wieder zufallenden Augenlidern zum Trotz einen Weg zu meinem Sehnerv zu bahnen. Bis ich schließlich endlich aufrecht und mehr oder weniger wach mit der Kamera bewaffnet das Haus verließ und mich auf den Weg in die Innenstadt machte, war es schon nach drei und die Sonne begann bereits einzupacken. Ich wanderte ein klein wenig ziel- und planlos durch die Straßen, suchte nach Lichtlücken inmitten der Schattenwelt zwischen den Häusern und fand mich schließlich auf einer der Brücken, die über den Wassergraben auf der Kö führen. Und da war es plötzlich, das Funkeln der letzten Sonnenstrahlen auf dem Wasser, die vielleicht allerletzte Chance an diesem Tag und ein paar kleine Möwen, die so freundlich waren mir für einen Augenblick Modell zu stehen. Das Jahr fängt offenbar wieder ziemlich düster an und während ich mich frage, ob ich mir eventuell Sorgen darüber machen sollte, denke ich gleichzeitig daran, wie sehr ich die Dunkelheit und Tiefe von Wasser im Winter eigentlich mag. Und freue mich ein wenig darauf, in einer Woche wieder in Richtung Ostsee zu fahren.

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8 Replies to “[2/52] Das letzte Licht”

  1. Schöne Gedanken in ebenso schöne Worte verpackt! ;o)

  2. Ich habe mich soeben in das Bild verliebt! Die zarten Lichtspiegelungen im Wasser sehen einfach toll aus – und naja zu den Möwen brauche ich ja wohl nix mehr zu sagen 😉

    1. Na, das kommt jetzt aber völlig unerewartet und überraschend 😉 Danke, Süsse! Wenn ich irgendwo Möwen sehe, denke ich immer gleich an Dich. Muß irgendwann noch ein Möwenspezial machen, ich hab da noch ein paar eingelagert.

      1. Hihihi, das freut mich jetzt aber! 🙂 Ohja, ein Möwenspezial <3 *drückdich*

  3. wir hatten heute das erste mal seit wochen ein bisschen blauen himmel. aber im moment ist nur diplomarbeit, diplomarbeit, diplomarbeit angesagt. wenn das geschafft ist und das zweitprüfungsthema ausgearbeitet, dann ist wieder an fotografieren zu denken…
    ein sehr schönes bild!!

    1. Das wird schon alles werden und rin Ende ist ja in Sicht. so viel zum knipsen gibt es ja momentan auch irgendwie nicht, es sei denn du fährst nochmal in die Berge und bringst von dort was mit. In der Stadt ist’s grad nicht so schön, nachdem die Weihnachtsdeko und -lichter verschwunden sind.

      Obwohl, die Stadt bei Nacht, hast Du ja neulich auch mal gezeigt…das wäre ja noch eine Idee für den Winter. Freut mich, dass Dir die Möwen gefallen.

      1. ja da hast du auf jeden fall recht. das ist auch der grund, warum ich unbedingt vor dem sommer fertig sein will. das kommende jahr sollte auf jeden fall wieder viiiel mehr unter dem stern der fotografie stehen.

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