Entangled lives

Es gibt Geschichten und Anekdoten, die lassen sich ganz wunderbar erzählen und in Worte fassen, während man abends nach der Arbeit am Küchentisch sitzt oder spät in der Nacht mit dem Laptop auf dem Schoss zwischen den Kissen des Sofas liegt. In letzter Zeit finde ich mich allerdings häufiger in der Position, dass ich abends bestenfalls eine Weile auf den Bildschirm starre und das Schreiben dann doch lieber auf später verschiebe. Und so sitze ich hier nun mit Sushi bewaffnet sinnierend in der Mittagspause und versuche mich daran zu erinnern, was ich denn nun eigentlich sagen wollte, zu diesem Bild oder auch nur zu ein paar aktuellen Gedankenfetzen. Über das Leben im allgemeinen und die Wege, die wir beschreiten, manchmal ganz bewußt und ein anderes Mal Haken schlagend und neues Terrain erkundend, um einfach mal zu schauen, wie es woanders so ist. Vielleicht liegt es ein bißchen daran, dass ich in dieser Woche gerade 6-jähriges Jubiläum in meiner Firma hatte und mich manchmal frage, wie ich hier eigentlich gelandet bin, wie lange ich wohl noch verweilen werde und was dort draußen in der weiten Welt womöglich noch so alles auf mich wartet.  Es macht mich nach wie vor nervös, keinen richtigen (Lebens-)Plan zu haben und nicht genau zu wissen, was ich eigentlich will oder mir wünsche. Gleichzeitig genieße ich es auch, mich ein bißchen treiben zu lassen, nichts Grundlegendes ändern zu müssen und trotzdem offen zu sein für neue Möglichkeiten und Begegnungen. Manchmal sind es Ereignisse, die neue Menschen in unser Leben bringen, Menschen, die uns wiederum völlig neue Welten entdecken lassen können. Planen läßt sich soetwas nicht, man muß es nur zulassen können. Und manchmal sind unsere Wege auch voller Windungen, lassen uns für eine in die Ferne schweifen und führen uns am Ende zu altbekannten und vertrauten Lebensweisen und Gewohnheiten zurück. Denn auch wenn wir uns im Grunde unser ganzes Leben lang weiter entwickeln und verändern, so bleiben wir am Ende doch immernoch wir selbst.

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10 Replies to “Entangled lives”

  1. so wunderschön geschrieben 🙂

  2. So empfinde ich das auch.
    Das Leben ist spannend genug, Abwechslungen gibt es immer wieder. Vermeintliche Irrwege, die eben auch dazu gehören.
    Dir ein gutes Wochenende ♥

    1. Danke! Solange man sich dabei nicht selbst verliert, ist alles in Ordnung. Hoffe, Du hattest ein schönes Wochenende 🙂

      1. Ja, alles bestens, danke ♥

  3. A quiet drifting sometimes … adrift on a shimmering, placid sea of daydreamy thoughts of elsewhere … that moment when you wonder if you really are moored to anything … I like those.

    1. Yes, me too. Sometimes I can spent hours just looking out of the window or walking around dreaming of something or someone. In our dreams everything is possible.

  4. wieder einmal tolle worte und visuell sehr schön untermalt. oder umgekehrt 🙂
    da kommen bei mir immer wieder die virtuellen biografien durch, die waswärewennfragen.
    das treibenlassen muss ich noch erst lernen. das ist nämlich etwas wunderbares, das mir oft fehlt und vieles einfach krampfhaft macht.

    1. Dankeschön 🙂 Ich glaube, das liegt möglicherweise an der noch unfertigen Diplomarbeit, solche Projekte hängen irgendwie über einem, ob in ferner oder naher Zukunft. Wenn das erledigt ist, und du hast es ja fast geschafft, siehts sicher etwas anders aus. Und dann klappt das vielleicht auch mit dem treiben lassen 🙂

      1. ich hoffe es! aber ich habe damit immer so meine schwierigkeiten. also mal sehen 🙂

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