[3/52] Marines Gold

Ich glaube, ich könnte mich wohl doch daran gewöhnen, öfter mal nur ein einziges Bild anstatt einer ganzen Serie zu posten. Und irgendwie fühle ich mich damit momentan ganz wohl und mit Sicherheit besser, als wenn ich tagelang denke, ich könnte/müßte/sollte/wollte doch mal wieder etwas für den Blog zusammenstellen und mich dann doch für nichts so recht entscheiden kann. Das aktuelle Flickr-Projekt erfordert ja nicht unbedingt große Worte, vielen Beiträge in der Gruppe haben noch nicht einmal einen Namen und manchmal frage ich mich, warum derjenige wohl gerade dieses Bild ausgewählt hat, was es ihm wohl bedeutet oder welches Ereignis der Woche es beschreiben soll. Für die dritte Woche des Jahres stand für mich ziemlich früh fest, welches Ereignis in meinem Bild dokumentiert werden sollte: der alljährliche Besuch auf der Boot, einer Messe bei der sich alles um die Dinge dreht, die man auf, unter, am und auch über dem Wasser so machen kann.

Obwohl ich an der Küste aufgewachsen bin und einige segel-, paddel- und tauchbegeisterte Freunde habe, hatte ich selbst mit Wassersport noch nicht wirklich viel am Hut und zum schwimmen braucht man nur das Wasser, mehr nicht. Trotzdem begleite ich meine Freunde seit ein paar Jahren ganz gerne dorthin, schlendere mit ihnen staunend durch die Hallen und plane im Geiste Hausboottouren durch England, Frankreich und Berlin, Inselhobbing entlang der kroatischen Küste, Entdeckungsreisen unter dem Meeresspiegel und einen Traumurlaub an den Stränden der Malediven. Bei all dem Überfluß, zwischen Riesenjachten und Segelbooten, Tauchausrüstungen, Lenkdrachen und dem Geruch von Plastikfolie und Motorenöl, habe ich mich in diesem Jahr auch ein bißchen verliebt: in ein rot-weißes aufblasbares Stand Up Paddleboard. Ich glaube, so etwas würde mir gefallen und wenn ich noch immer in meiner Heimat leben würde, hätte ich wohl sofort zugeschlagen und mit dem Paddel bewaffnet Flüsse, Seen und das Meer unsicher gemacht. Das hier auf dem Rhein zu versuchen, wäre vermutlich keine besonders kluge Idee.

Doch zurück zum Bild der Woche, das mit dem Nicht-Abschweifen übe ich wohl ein anderes Mal. Da ich schon öfter auf der Messe war, wußte ich, dass es fotografisch gesehen für mich nur sehr schwer etwas zu holen geben würde, es ist einfach zu viel von allem da und ein großes Durcheinander, da finde ich meistens nicht wirklich etwas für mein Auge. Daher habe ich mir dieses Mal vorher überlegt, nur mit dem Makro auf Motivsuche zu gehen, in der Hoffnung irgendein kleines, hübsches Detail zu finden. letztendlich hab ich es mir wirklich sehr einfach gemacht, vielleicht war es auch nur Zufall, aber nachdem ich die Linse in diesem goldenen Schiffspropeller hatte, dachte ich einfach, das war’s jetzt. Ganz schlicht und unprätentios. Und vor allem mal nicht düster. Das ist doch auch was. Morgen geht es wieder für ein paar Tage ans Meer, mit ganz kleinem Fotogepäck, auf der Jagd nach dem nächsten Teil des Puzzles.

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3 Replies to “[3/52] Marines Gold”

  1. Früher war die Boot doch in Essen, nicht wahr?
    Erst seit ein paar Jahren ist sie nach Düsseldorf gezogen.
    Das Foto ist super.
    Dir ein gutes Wochenende ♥

    1. Du, ich hab echt keine Ahnung. Ich wohn ja erst seit 6 Jahren im Großraum Düsseldorf und war jetzt zum 4. Mal auf der Boot, glaube ich. Nach Essen wär ich dafür vermutlich nicht gefahren, so wild bin ich dann doch nicht drauf. Aber meine (männlichen) Freunde kriegen immer ganz feuchte Augen beim Anblick der Boote und werden zu kleinen Jungs, die alles anguvken und anfassen müssen 🙂

      1. Grins, wie andere Jungs auf Autos oder Motorräder reagieren.

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