All this dancin‘ around

Ich bin eher ein visueller Mensch, entdecke und erlebe die Welt am liebsten mit meinen Augen oder aber auch durch die Linse einer Kamera, kann stundenlang zwischen Buchstaben,Wörtern und Satzzeichen herumspringen und das Kopfkino einen Film nach dem anderen abspielen lassen oder aber mit den Figuren aus Filmen und Serien zusammen lachen und weinen. Zur musikalischen Welt hingegen hatte ich mein ganzes Leben lang keinen wirklich starken Bezug und mal abgesehen von einer Band, die ich schon seit mehr als zwanzig Jahren höre und deren Texte ich auch nach all dieser Zeit frei und ohne Begleitmusik rezitieren kann, gibt es nur ganz selten neue Künstler oder Songs, die mich erreichen, bewegen oder mitreßen können. Vor einem Jahr waren das Jungs von The BossHoss, deren Musik mir soviel Freude gemacht hat, dass ich mich sogar überwinden konnte und trotz meiner Abneigung gegen große Menschenmassen auf engem Raum zum allerersten Mal ein Konzert zu besuchen.

Auf diesem Konzert lernte ich die belgische Band Triggerfinger kennen, die dort als Vorband spielte und das mit soviel Power, dass es mich sofort begeisterte. Nachdem die Cowboys dann noch ordentlich einen draufgelegt hatten und ich noch ganz berauscht meine Kamera aus der Aufbewahrung holte und Richtung Ausgang stolperte, habe ich kaum realisiert, dass dort mitten in der hinausströmenden Besuchermasse die Jungs von Triggerfinger standen und Autogrammkarten verteilten. Ich merkte es erst, nachdem mir Schlagzeuger Mario eine Karte in die Hand gedrückt hatte und ich schon wieder ein Stück weitergelaufen war, doch gerade noch rechtzeitig genug um Sänger Ruben darauf unterschreiben zu lassen. Seitdem bin ich ein echt großer Fan (für meinen Maßstäbe) und höre ihre Alben rauf und runter, manchmal im Wechsel mit BossHoss, manchmal auch nur immer wieder meine Lieblingssongs. Als ich nun neulich in Facebook von ihrer anstehenden „All this dancin‘ around“- Tour las, wurde ich ganz hippelig und durchforstete schnell die Termine und Locations auf der Suche nach etwas, dass vielleicht für mich passen würde. Nicht zu weit weg sollte es sein, auch nicht zu groß, und siehe da, ich hatte tatsächlich Glück, denn der allererste Auftritt der Tour sollte in der Kulturfabrik Krefeld stattfinden, also gerade mal eine halbe Stunde von mir entfernt. Vor zwei Tagen war der große Tag endlich gekommen und es war so toll dabei gewesen zu sein, dass ich es kaum beschreiben kann. Ich hatte einen relativ guten Platz, zwar ganz weit hinten in einer Ecke, aber dafür leicht erhöht und mit weitestgehend freier Sicht auf die Bühne, die im Gegensatz zum Konzert in Berlin auch nur etwa 20 m weit weg war. Es war eine großartige Show mit vielen unglaublichen Momenten. Ruben, Mario und Monsieur Paul haben den Laden wirklich ordentlich gerockt und das bunt gemischte Publikum schlichtweg begeistert.

Da ich mir nicht sicher war, ob ich meine DSLR mit hineinnehmen darf und ja auch nicht damit rechnen konnte, dass ich einen zum fotografieren recht gut geeigneten Platz finden würde, hatte ich nur meine kleine Lumix mit dabei und habe mich darüber doch so einige Mal geärgert. Ich komme einfach nicht so richtig zurecht mit den Einstellungen und unheimlich lange gebraucht, um etwas einigermaßen passendes für die dortigen Lichtverhältnisse zu finden, um dann mit ausgestreckten Arm und teilweise an der Wand stabilisiert über die Köpfe hinweg zumindest ein paar Bilder zu schießen. Leider hat das nicht so wirklich geklappt und ich hab mir so manches Mal gewünscht, ich hätte ein Stativ dabei, meine Spiegelreflex und das Teleobjektiv, vermutlich wäre ich sogar mit einer meiner analogen Kameras besser ausgestattet gewesen. Dann dachte ich mir, dass es eigentlich nicht so wichtig ist und ich doch einfach die Musik genießen, die Kamera weglegen sollte und mit meinen eigenen Augen sehen sollte. Man kann eben nicht alles im Bild festhalten. Außerdem hat die Tour ja auch gerade erst begonnen, vielleicht schaffe ich es ja auch in zwei Wochen zum Konzert in Dortmund oder fliege sogar Anfang März nach London, denn dort spielen innerhalb von zwei Tagen sowohl Triggerfinger als auch The BossHoss. Wenn das nicht ein richtig guter Grund ist um einer meiner Lieblingsstädte nach 3 Jahren Abwesenheit endlich mal wieder einen Besuch abzustatten, dann weiß ich auch nicht.

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2 Replies to “All this dancin‘ around”

  1. They look like they rocked the house 🙂
    Go to London … it’ll be fun!

    1. They really rocked the house, it was simply amazing. Now I think I’m deeply in love with the lead singer. When I unwrapped the records I bought at home and found a poster inside, I felt a bit like a teenager 🙂

      London would be great but I still need to see if I can find a way to squeeze it in between work. They are playing on a working day and I can’t take off to enjoy some Rock ’n‘ Roll lifestyle but might be able to work from our London office. So, there’s still hope.

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