Urban Artists: BTOY

In den vergangenen 3 Monaten habe ich sehr viel Zeit auf meinem Sofa verbracht und so gut wie jeden Abend DVDs geguckt, zuerst sämtliche Folgen der Serie ‚Six Feet Under‘, weil ich sie damals im Fernsehen verpaßt hatte, danach alle 7 Staffeln der ‚Gilmore Girls‘, weil diese Serie so witzig und rührend zugleich ist, dass mich manche Szenen auch beim 3. oder 4. Mal immer noch genauso zum lachen oder weinen bringen als wäre es das 1. Mal. Doch nun bin ich damit fertig und ich denke, es wird so langsam Zeit, dass ich mich wieder ein bißchen mehr um den Blog kümmere und mich auch ein bißchen öfter wieder raus in die Welt wage, um neue Dinge zu erleben und neue Eindrücke zu sammeln. Und auch, um noch ein paar schon länger auf Eis liegende Beiträge fertig zu stellen und ein paar ältere Bilder aus ihrem Asyl im Archiv zu befreien, doch dazu ein anderes Mal.

Heute gibt es erst einmal ein paar noch ganz frische, neue Eindrücke von der Vernissage ‚BTOY: The Dispossessed‚ am Freitagabend in der Galerie Pretty Portal. Obwohl ich an mehreren Stellen gelesen habe, dass es sich bei BTOY um ein Künstlerduo aus Spanien handelt, ist der deutlich bekanntere und in der Öffentlichkeit präsentere Part die Künstlerin Andrea Michaelson. Sie arbeitet seit inzwischen mehr als 10 Jahren mit Stencils und ist in der Urban Art Szene bekannt für ihre besondere Technik, die eine Mischung aus Schablonendruck, Malerei, Kollage und Siebdruck ist. Grundlage für viele ihrer Motive sind alte Porträtfotografien von schönen, starken und berühmten Frauen wie Simone de Beauvoir, Frida Kahlo, Angela Davis, Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor und Amy Whinehouse, es gibt aber auch Motive, die unbekannte Schönheiten, Arbeiterfrauen, Kinder oder marschierende Demonstranten, die meistens direkt aus dem Bild heraus in die Augen des Betrachters zu blicken scheinen. Obwohl die Bilder insgesamt sehr bunt und kontrastreich sind, bringen sie Melancholie mit sich, vielleicht weil sie auf gewisse Art eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart herstellen.

Es war für irgendwie ein ganz merkwürdiger Abend. Eigentlich wollte ich gleich nach der Arbeit zum Beginn der Veranstaltung hingehen, weil es dann erfahrungsgemäß noch relativ leer ist, man sich die Bilder ganz in Ruhe anschauen kann und in der Regel auch ungehinderte Sicht hat für den Fall, dass man fotografieren möchte. Doch dann habe ich es mir kurz vorher anders überlegt und bin doch erst nach Hause gefahren, um in Ruhe etwas zu essen. Als ich schließlich an der Galerie ankam, war es wie erwartet relativ voll, schließlich war die Künstlerin selbst anwesend, doch ich habe im Grunde kaum jemanden dort wirklich wahrgenommen. Manchmal ist es halt wie ein Rausch, wenn ich die Kamera in der Hand habe, ich habe mir die Bilder angeschaut und die ganze Zeit über gleichzeitig versucht, die Story dazu zu schreiben. Hin und her, von Bild zu Bild, Gedanken geknüpft und wieder verworfen. Und so gibt es aus der Ausstellung selbst nur ein paar Fragmente und Details von Bildern, während ich die 3 vollständigen Porträts, die hier ganz  am Anfang stehen, allesamt draußen auf der Straße aufgenommen habe.




Mehr Einblicke in die Arbeiten von BTOY gibt es auf ihrer Website, auf Flickr und natürlich auch auf Facebook.

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2 Replies to “Urban Artists: BTOY”

  1. […] Werke nun schon seit etwas 20 Jahren auf den Wänden der Stadt hinterläßt. Ähnlich wie auch BTOY arbeitet er mit Stencils, verwendet dafür aber vorwiegend schwarz/weiss und setzt Farbakzente wohl […]

  2. […] Ich habe vor ein paar Monaten anläßlich einer Soloshow im Pretty Portal schon einmal hier über sie geschrieben und da sie damals während ihres Besuches nur ein paar vorgesprühte Bilder […]

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