Analog unterwegs im Grünen

Gestern Abend habe ich einen weiteren entwickelten Film abgeholt und anschließend solange Bilder sortiert und eingescannt, dass ich am Ende zu müde war, um noch einen neuen Beitrag zu schreiben. Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit man mit Fotos verbringen kann, die man noch nicht mal in Photoshop bzw. Lightroom konvertieren und bearbeiten muss. Ich habe mit der neuen Kamera bisher 4 Filme geknipst und das auch erstmal nur zum Testen der Kamera, Schnappschüsse von unterwegs, nach und nach in einem Zeitraum von ca. 3 Wochen aufgenommen und in zwei verschiedenen Labors entwickelt. 132 Bilder insgesamt, so viel habe ich mir der DSLR manchmal in nur 1 Stunde zusammen und oft ist das gleiche Motiv mehrmals vorhanden, weil ich auf Nummer sicher gehen will oder einfach nur länger brauche, um es so einzufangen, wie ich es gerne hätte. Analog ist anders, klick and go, da wird selten zweimal das Gleiche abgelichtet, schon gar nicht, wenn es ohnehin nur ums ausprobieren geht. Da steht zunächst einmal eher das fotografieren an sich im Mittelpunkt als ein bestimmtes Motiv.

Als ich das allererste Mal mit der Nikon unterwegs war, führte mich mein Weg in den Düsseldorfer Volksgarten, der zu Fuß recht schnell von mir aus zu erreichen ist. Es war ein frostiger Sonntagnachmittag und ich war relativ spät dran, viel Zeit bis zum Sonnenuntergang blieb mir nicht mehr, aber ich wollte es trotzdem wagen. Am Ende des Spaziergangs stand die Erkenntnis, dass es doch eher schwierig ist, einem Park im Winterschlaf Bildmotive zu entlocken während man Eiskristalle in die Luft atmet und einem die Finger abfrieren. Am spannendsten waren wohl die üblichen Verdächtigen – Enten, Gänse und Schwäne – auch wenn sie sich mit einer ungewohnten Kamera etwas schlecht einfangen lassen. Positiv überrascht war ich allerdings von den Farben, mit denen die schlichten Gras- und Bambusbilder daherkamen (bei ISO 400er Film und bewölktem Himmel). Vielleicht täusche ich mich auch, aber bei digitalen Aufnahmen hätte ich vermutlich noch ordentlich Sättigung und Tonwertkorrektur hochschrauben müssen, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen. Ich denke gerade, dass ich vielleicht doch zum Vergleich jedes Motiv auch noch mit meiner DSLR hätte knipsen sollen, zumal ich sie ohnehin dabei hatte, andererseits geht es bei meinem analogen Experiment aber gar nicht darum, Vergleichbares zu erzielen, sondern andere Einblicke zu gewinnen, insofern ist es also nicht schlimm.

Snowkissed Greens
Settled Leaves
Snowy Bamboo
Frosty and Withered
Drifting apart

Die nächsten, und für heute letzten, drei Bilder sind ein paar Tage später während meines Besuchs in Rostock entstanden. Den zuvor verwendeten ISO 400er Film hatte ich schon bei meinem Spaziergang an der Warnow voll geknipst und nur noch einen Film mit ISO 100 dabei, was in Anbetracht des Wetterumschwungs von strahlendem Sonnenschein zu grau-nass und stürmisch vielleicht nicht unbedingt die günstigste Auswahl war. Färbung und Schärfe der resultierenden Bilder sind somit vollkommen anders, ich mag sie aber trotzdem ganz gerne und sie zeigen meiner Meinung nach auch ganz gut die Stimmung dort draußen am Ufer des Baggersees, im Schatten der herbei eilenden Schneewolken.

Winter Witness I Winter Witness II
Winter Witness III

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4 Replies to “Analog unterwegs im Grünen”

  1. kann nur ich das letzte bild nicht öffnen?
    ansonsten sind die bilder voll schön 🙂

    1. Hm, das ist komisch mit dem Bild. Hab gerade nochmal geguckt, bei mir sieht’s ok aus. Ich habe es jetzt trotzdem nochmal neu eingefügt, vielleicht klappt es jetzt. Und falls nicht – es ist nur noch einmal Schilf. Freut mich, dass Dir die Bilder gefallen 🙂 Bald kommt die nächste Bilderflut, ich brauche bestimmt noch mindestens 3 Posts, weil ich mich so schlecht entscheiden kann, welche ich weglassen soll.

  2. Schön, ich mag die Erinnerung an den Winter per Foto.;)

    1. Danke. Es ist zwar nur eine Light-Version des Winters, aber immerhin mehr Schnee als in Singapur und deutlich kälter. Aber bald kommt der Frühling und die langen Tage 🙂

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