[11/52] In a nutshell

Es war mal wieder eine nicht besonders produktive Woche, wie sich anhand der Abwesenheit von Beiträgen vielleicht erahnen läßt. Obwohl es mir gesundheitlich inzwischen wieder deutlich besser geht und mir an so manchem Abend die eine oder andere Geschichte auf dem Heimweg durch den Kopf geisterte, nahmen die Worte nach einem kurzen Blick auf das rote Sofa daheim ziemlich schnell wieder Reißaus und verweigerten jeglichen Zusammenhalt. Sowas kommt vor und ich kann es ihnen nicht verübeln. Zum Ende der Woche fing es dann langsam wieder an, in meinen Fingerspitzen und Sehnerven zu kribbeln, ein klares Zeichen für die Sehnsucht nach der Kamera und danach, die Welt nicht nur durch das Fenster meines Büro’s, sondern auch durch die Linse zu sehen.

Am Freitag Vormittag war es ganz besonders schlimm, denn draußen strahlte die Sonne und das leuchtende Blau des Himmels, das den Großteil meines Blickfeldes gleich über den Computerbildschirmen einnimmt, ließ beinahe vergessen, dass die darunter liegende Stadt noch immer kahl und grau ist. Das konnte bzw. mußte ich auch bei meinen beiden Spaziergängen am Wochenende feststellen, selbst einen Schneeschauer hätte ich vermutlich freudig willkommen geheißen als Lichtblick in der scheinbar alles umfassenden Tristesse. Ich zog aus um etwas Großes, Farbenfrohes zu finden, für ein wenig Abwechslung in den Motiven für dieses Projekt, doch stattdessen führten meine Wege wieder einmal zwischen Mauern hindurch, an Bahngleisen entlang und unter Brücken. Was die Kamera zu sehen bekam waren große und kleine Baustellen, alte und neue Mauern, Zurückgelassenes und Vergessenes, kurz gesagt, eine eher magere Ausbeute, die digital eingefangen einfach nicht den gleichen Charme hat, die ihr ein analoges Bild vielleicht noch hätte einhauchen können. Am Ende steht wieder ein so nicht geplantes und bei weitem nicht perfektes Bild mit einem Motiv, dass ich beiläufig inmitten von Bauschutt unter der Zoobrücke entdeckte. Ein einzelner Regentropfen gefangen in einer leeren, zerbrochenen Walnussschale – Zufallsfund und Momentaufnahme zugleich, mit einer Symbolik, die so überraschend passend ist, dass ich einfach kein anderes Bild hätte wählen können.

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5 Replies to “[11/52] In a nutshell”

  1. ich hab es ja schon auf facebook gliked und es gefällt mir hier mit deinem text mindestens genauso gut.

    1. Das freut mich 🙂 Ich teste ja schonmal Bilder in Facebook und entscheide mich erst später, was ich für den Blog bzw. Flickr nehme. Ist manchmal so schwer und irgendwie dann doch naheliegend.

      1. 🙂 das kenn ich, obwohl ich es genau umgekehrt mache ^.^

  2. I like it … and I like the symbolism of the raindrop within the nutshell too 🙂

    1. See me smile 🙂 Sometimes when I look at it now, I wish it would be a little bit sharper in some places. That I would have been more patient. But in a way, it somehow fits in with the symbolism I guess.

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