Urban Artists: Gretel&gretel

Gerade frage ich mich, wie ich hier und heute wohl am besten den Einstieg finde und ob ich eigentlich die letzten Posts immer damit begonnen habe, mich über meine schlechte Laune, trübsinnige Gefühlslage oder gar das Wetter zu beschweren. Ich bin mir nicht sicher, letzteres jedoch zeigt sich heute von seiner ungewohnten und bereits leicht in Vergessenheit geratenen Seite. Über Düsseldorf scheint die Sonne während die Heimat im Norden wohl nach wie vor unter einer dicken, weißen Schneedecke vor sich hin schmollt und den Frühling dafür verflucht, dass er dem Winter einfach nicht die Stirn zu bieten weiß. Derweilen sitze ich im Büro und jongliere mit Zahlen während ich gleichzeitig eine andere Aufgabe Stück für Stück vor mich hin schiebe und allmählich gegen die sich langsam zur Mauer verhärtende Deadline drücke, ganz einfach weil sich zwar manche Geschichten von selbst schreiben, aber eben nicht alle.

Zur Ablenkung und auch Aufmunterung meinerseits, dachte ich mir, es wäre nun wirklich mal ein guter Zeitpunkt, die Hamster auf euch los zu lassen. Sie sind insgesamt zu sechst, etwa handtellergroß, auf Papier gedruckt und stammen aus der Feder, Pinsel oder Stift der Kieler Künstlerin Gretel&gretel. Ich habe sie vor ein paar Monaten während meiner ersten Entdeckungsreise durch die deutsche Streetartlandschaft auf Facebook entdeckt und mich sofort in die kleinen Racker verliebt. Normalerweise werden sie als Paste-Ups in der Kieler Innenstadt auf Häuserwänden, Rolltreppen oder auch Glasscheiben ausgesetzt, wie auch die anderen Motive dieser Künstlerin, seien es kleine, kindliche Figuren in Tierkostümen, Büsten mit komischen Hüten oder eben Hamster. Manche von ihnen gesellen sich auch zu anderen Figuren auf die Leinwand oder werden auf Textilien gedruckt, wie ihr auf der Facebookseite von Gretel&gretel sehen könnt. Ich hatte damals mal gefragt, ob ich vielleicht einen solchen Hamstersticker haben könnte und fand schließlich eine kleine Herde aus sechs Tierchen in der Post, was mich total gefreut hat, weil ich mich so schlecht entscheiden konnte, welchen ich am besten finde. Natürlich hätte ich sie hier in der Stadt aussetzen und mit der Öffentlichkeit teilen können, habe es aber irgendwie nicht über’s Herz gebracht. Damit sie trotzdem einen ihrem natürlichen Umfeld ähnlichen Lebensraum bekommen, habe ich Fotos von Häuserwänden, Decken und Böden gesammelt, ausgedruckt und dann ein paar Kollagen gebastelt, die nun so wie unten abgebildet in meiner Küche hängen. Ich glaube, den Hamster auf dem Dreirad mag ich am allerliebsten.



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