[15/52] Dribble Dabble

Es war ein klein wenig stiller als sonst hier in der letzten Zeit und ich merke, dass es mir nach längerer Pause immer etwas schwer fällt, wieder den Einstieg zu finden. Einfach so mit der Tür ins Haus fallen und das Bild der Woche in den Raum stellen, das ist dann doch nicht so ganz meine Art, ich taste mich da ja schon lieber langsam an das Ganze heran. Schwierig wird es allerdings, wenn es um eine Woche dieses Jahres geht, die eine sehr aufreibende für mich war, in der einige alte Fragezeichen durch Ausrufezeichen ersetzt wurden und der eine oder andere Gedanke ein Stückchen weiter geschubst wurde. In solchen Zeiten ist es manchmal besser, erstmal ein wenig abzuwarten, bis sich die ersten Wogen wieder geglättet und die scheinbar offensichtlichen Dinge noch einmal sorgfältig geprüft wurden. Manchmal hilft  es mir auch, meine Gedanken und Gefühle über Bilder zu verarbeiten, einfach umher zu wandern und nach irgendwo in der visuellen Gesamtmenge ein passendes Teil zu finden. Manchmal gelingt mir das, manchmal bin ich auch einfach zu erschöpft und gleichzeitig ruhelos, um überhaupt zu sehen. Dann ist einfach nicht genug Raum, nicht genug Zeit.

Diese Woche war ich für ein paar Tage in unserem Büro in Zürich (dazu später mehr) und habe die Gelegenheit genutzt, um am Wochenende davor meinen Bruder in Lörrach zu besuchen, nach anderthalb Jahren wurde es auch langsam mal wieder Zeit. Ich hatte mir vorgestellt, dass wir vielleicht mal wieder nach Basel rüber fahren und ein wenig durch die Stadt laufen oder vielleicht einen kleinen Ausflug irgendwo ins langsam aufkeimende Grün machen, alles halt so Sachen, wo ich auch hätte fotografieren können. Tatsächlich haben wir dann aber die meiste Zeit auf dem Sofa rumgelegen, weil wir beide total k.o. von der vergangenen Woche waren und konnten uns lediglich am Sonntag Nachmittag für eine kleine Weile dazu aufraffen, die Wohnung zu verlassen und in der Stadt ein Eis essen zu gehen. Zumindest eine kleine Chance für mich und meine Kamera, doch so wirklich herausholen konnte ich dieses Mal nicht. Hm, das Statement kommt mir gerade sehr bekannt vor. Historische Bauten, Stiefmütterchen im Park und ein paar herum schlendernde Tauben konnten mich nicht so wirklich begeistern, das Einzige, was mir selbst am stärksten ins Auge sprang, war der langsam aus einem Rohr laufende Wasserstrahl eines kleinen Brunnens und die dadurch auf der Oberfläche entstehenden konzentrischen Wellen. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke bzw. die Worte hier schreibe, fällt mir auf, dass ich in letzter Zeit noch gar nicht darauf geachtet habe, ob die im Winter leeren Brunnen hier in Düsseldorf bereits wieder von Laub, kleinen Ästen und Unrat befreit wurden, damit das Wasser wieder munter sprudeln und die Fontänen plätschern können. Das werde ich in den nächsten Tagen ganz sicher nachholen und mich ein bißchen darauf freuen, irgendwann wieder meine Füsse in den kühlen Fluten baumeln zu lassen.

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5 Kommentare

  1. That running pipe with its concentric ripples is quite a find in itself. I like it very much. I also wanted to say a big thanks for writing such great stories on my blog.

    1. Oh, really? I was hesitant to publish it, just couldn’t tell if I like it enough myself. Difficult times at the moment I guess but like we said about Bacon, if something makes you feel or think about something it can’t be that bad. As for the stories, you are very welcome. It’s not that I plan what to write, it just happens when I see your pictures and read your words. You make me do it, in a way 🙂

  2. simple aber schön. einfach gut 🙂
    dein text klingt sehr nachdenklich. was gibt es denn für lange fragezeichen?
    manchmal muss man aufpassen, das offensichtliche auch als das wahre anzusehen, manchmal steckt doch noch etwas anderes dahinter…

    1. Danke 🙂 Ja, mir geht so einiges durch den Kopf im Moment, obwohl ich eigentlich garnicht so recht die Zeit und Ruhe dafür habe. Hat hauptsächlich mit Veränderungen und Geschehnissen im Job zu tun, aber um Privates muss ich auch etwas mehr kümmern. Ich denke bzw. hoffe, dass für all das im Mai mehr Raum haben werde und versuche gerade, die Zeit bis dahin irgendwie zu überbrücken.

      1. ich kenn das nur zu gut, bei mir ists grad praktisch dasselbe… bisschen über eine woche musst du noch durchhalten, bei mir sinds noch 3. und bis dahin: ein schritt nach dem anderen, auch wenn sich die gedanken und ereignisse überschlagen…

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