Frühling auf allen Ebenen

Wo wir nun endlich wirklich und wahrhaftig Frühling haben, kriege ich ganz schnell ein schlechtes Gewissen, wenn ich an sonnigen, warmen Tagen drinnen auf dem Sofa herum lungere. Am Ende raffe ich mich meistens doch auf, schlüpfe in meine bequemsten Chucks, schnappe mir ne Kamera und mache mich auf den Weg ins Grüne, auf der Suche nach dem einen oder anderen Frühlingsboten. Auch wenn ich inzwischen vielleicht nicht mehr ganz so oft Blümchen knipse wie noch vor ein paar Jahren, es gibt ja schließlich noch so viel anderes in der Welt zu entdecken, so kann ich es mir zu dieser Jahreszeit einfach nicht verkneifen. Zu verlockend leuchten die Blüten der ersten Blumen nach der langen farblosen Zeit, zu schön ist das junge, frische Grün der Bäume und Sträucher, daran kann ich nicht einfach vorbei gehen ohne das eine oder andere Bild zu machen. Nur wenige warme Tage reichen schon aus, um die Natur um uns herum zum Leben zu erwecken, ganz egal wohin wir auch schauen, am Wegesrand entlang, unter Büschen oder in den Baumkronen.

Die nachfolgenden Bilder sind ein kleines Sammelsurium von zum Teil vielleicht eher ungewöhnlichen Frühlingsboten, die ich auf einem abendlichen Spaziergang durch den Rieterpark in Zürich sowie bei einem Maifeiertagsbummel durch den Hofgarten entdeckt habe. Die einzige Ausnahme ist dabei das erste Bild, dass den frisch ausgetriebenen Zweig einer Platane zeigt, denn diese steht in keinem Park, sondern an einer Straßenecke in der Nähe meiner Wohnung und ich gehe jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit an ihr vorbei. Außerdem war es das einzige Bild, dass gewissermaßen geplant war, denn Platanen sind meine Lieblingsbäume und als ich neulich gesehen habe, dass an einem tiefhängenden Ast schon kleine Babybommeln wachsen, hab ich nur das Tele eingepackt und mich auf Bildmission begeben. Ein Überraschungsfund war die Pflanze im letzten und vorletzten Bild, für die ich durchs Gestrüpp gekrochen bin, um ein schönes Exemplar in freier Sicht zu finden. Als ich endlich fündig wurde und unter einem Baum auf dem Boden kauerte, kamen zwei kleine Jungs auf mich zu und fragten: „Was fotografieren Sie denn da?“ Ha, das passiert mir doch wirklich immer wieder.






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10 Kommentare

  1. As we begin our inexorable descent into winter and the trees outside are ablaze with autumnal colour … I look upon these spring blooms with a kind of envy but also safe in the knowledge that they will soon enough return here 🙂

    1. You always know that winter is close when the Europeans start posting pictures of spring flowers 🙂 I hope that your winter won’t be as long and as dark as our last one was. And maybe you get to see some snow flakes this time.

  2. Beautiful pictures.

    1. Thank you 🙂

  3. Manchmal frage ich mich, warum ich immer wieder, jeden Frühling dieselben Blüten aufnehme.
    Es ist einfach zu schön, genau, wie du es auch empfindest.
    Super, deine Aufnahmen.

    1. Vielen Dank. Freut mich zu hören, dass ich damit nicht alleine bin. Irgendwie gehört es doch einfach dazu und manchmal entdeckt man auf der Suche nach den ‚üblichen Verdächtigen‘ auch wieder etwas Neues, bisher noch nicht Gesehenes.

      1. Ganz genau, so ist es. lach.
        Also bleiben wir am Ball…

  4. oh was für eine traumhaft schöne bilderserie! platanen mag ich auch besonders, und das licht fällt wunderschön auf das zarte grün. das letzte foto habe ich ja auf facebook schon bewundert, das hat eine tolle komposition.
    und ehrlich – man kann doch nicht genug blümchen und co fotos sehen, wenn sie denn schön gemacht sind!
    die serie ist toll!
    und das mit dem schlechten gewissen und dem schönen wetter auf der couch, das kenn ich. deswegen mag ich ja den herbst so, wo das wetter oft durchwachsen ist und man nach einem gefühlsm#ßig hektischen sommer, in dems einen immer rausgezogen hat, auch endlich mal wieder in ruhe daheim bleiben kann 🙂

    1. Dankeschön! Freut mich, dass sie Dir so gut gefallen. Ich hab sie Stück für Stück gesammelt und passend zu den ersten Bildern aus Zürich hier in Düsseldorf noch welche dazu gesucht. Das Pflanze im letzen Bild (und im Detail auch im vorletzten) war ein Überraschungsfund und hat mich echt gefreut. Ich habe vorher von ihr immer nur ein paar junge, aus der Erde sprießende Blätter gesehen und mich oft gefragt, wie sie wohl aussieht, wenn sie ‚groß‘ ist.

      Na, bis zum Herbst ist es ja noch ein bißchen hin, aber Du hast schon recht, die Mischung aus schönen Tagen zum herumschlendern und kuscheligen Sofatagen zum rumlümmeln ist schon toll. Früher war ich ja eher ein Sommerkind, immer draußen und bei jeder Gelegenheit am Strand, Fluss oder See. Heute weiß ich die Jahreszeiten zwischen den Extremen, also den Frühling und den Herbst, eher zu schätzen, vielleicht auch, weil sie fotografisch viel spannender sind 🙂

      1. 🙂 das ist immer schön, wenn man dann so eine entdeckung macht, finde ich 🙂
        ja, bis zum herbst dauert es noch und ich bedaure das nur insofern, als es mir im sommer halt immer zu heiß ist. wenn der winter nicht so lang gewesen wär – für mich könnte das ganze jahr herbst sein ^.^

        das versteh ich, wenn ich das meer in der nähe hätte wäre das irgendwie auch anders, aber so in der stadt ist es dann meist nur schwül und stickig, die seen in der umgebung völlig überlaufen, das ist einfach nicht so entspannend. und zu heiß, um wirklich etwas zu unternehmen.

        ich mag die anderen acuh lieber als die extreme, aber irgendwie kommt einem schon vor, dass die immer kürzert werden..

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