[19/52] Splish Splash

Auch die zweite Maiwoche schenkte uns dank eines weiteren Feiertages etwas mehr freie Zeit. Allerdings nicht ganz so viel freie Zeit, wie ich mir ursprünglich erhofft hatte, denn obwohl ich für den Brückentag am Freitag Urlaub eingetragen hatte, kam mir ein kleiner Berg Arbeit dazwischen und so war ich am Nachmittag dann doch noch für ein paar Stunden im Büro. Vorher habe ich natürlich erstmal ausgeschlafen und mich außerdem ein bißchen im Kosmetikstudio verwöhnen lassen, so viel Zeit muss auch sein. Da das Wetter in den vergangenen Tagen etwas wechselhafter und kühler war, mit leichten Windböhen und überraschenden Regenschauern, die oft schneller vorbei waren, als man sie kommen sah, war ich in der arbeitsfreien Zeit relativ viel zu Hause und habe ein Projekt in Angriff genommen, dass schon einige Zeit  in meinem Kopf herumgeisterte.

Vor etwa einem Jahr habe ich im Blog von Fräulein Lara einen Beitrag entdeckt, in dem es darum ging aus Wachsmalstiften mit Hilfe eines Föns ein Bild zu machen. Es klang nicht nur sehr einfach, ich war auch begeistert von den Farben und der Struktur des fertigen Bildes, das wollte ich unbedingt auch mal ausprobieren. Manchmal dauert so etwas aber eine Weile und für einige Monate war ich ja auch erstmal mit meinem Umzug beschäftigt, doch ganz in Vergessenheit geriet die Idee nie. Ich besorgte mir ein paar Päckchen Wachsmalstifte und überlegte, wie mein Bild denn aussehen sollte. Normalerweise werden die Wachskreiden bei der sogenannten Crayon Art direkt auf die Leinwand geklebt, in einer Reihe und oft auch nach Farbverlauf sortiert, beim Erhitzen mit dem Föhn läuft das flüssige Wachs dann hinunter und man erhält ein buntes, verlaufenes Bild. Mich störte dabei allerdings, dass die Verpackungen bzw. die teilweise ausgelaufenen Stifte auf dem Bild verbleiben, das wollte ich so nicht haben. Außerdem dachte ich mir, dass es vielleicht auch nett wäre, anstelle einer geraden Linie eine Form einzubauen, das V meines Vornamens zum Beispiel. Und wie wäre es, wenn ich das Ganze nicht auch einfach zweiteilig mache und das Wachs über die Kanten laufen lasse? Gesagt, getan, doch ganz so einfach war es am Ende doch nicht. Die Stifte liefen natürlich nicht einfach nur so langsam aus und die Leinwand hinunter, einige ließen sich schneller erweichen als andere, manche Farben verschwanden scheinbar ganz, angeschmolzene Stifte rutschen auch einfach aus dem Papier und klatschten auf den Boden. Der Fön machte oft nicht die Stifte warm, auf die er gehalten wurde, spritzte und blies das flüssige Wachs mal hier hin und mal dort hin. Auch die temporäre Befestigung die Stifte auf der Leinwand funktionierte nicht und so stürzte das ganze Konstrukt mehrmals ab, ich habe es später einfach zerlegt und mit Stückchen gearbeitet, am Ende sogar abgeschabte Wachsstückchen in einem Löffel über einer Kerzenflamme erwärmt und per Hand nachgetropft. Alles in allem hab ich 3 Tage damit verbracht, jeweils so etwa 2 Stunden, es war ne Riesensauerei, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht. Das Bild der Woche ist, wie auch die darauffolgenden 5 Bilder, eine Detailaufnahme von der unteren Hälfte des Bildes, weil dort das Tropfmuster am besten zu sehen ist und ich die Close-Ups schöner fand als die Fotos, die ich vom fertigen Gesamtwerk bzw. dem Arbeitsprozess gemacht habe.

19:2013 - Splish Splash
Dripping orange II
Dripping greens I
Dripping blue
Dripping orange I
Dripping greens II

Ganz zum Schluss möchte ich euch dann doch noch das Gesamtergebnis zeigen. Den oberen Teil des Bildes, wo ursprünglich die auf Packpapier fixierten Wachsstifte über der Leindwand hingen, habe ich am Ende noch einmal mit Spachtelmasse überdeckt, um eine einheitliche, weiße Fläche zu bekommen, ganz ohne Kleckse und Schlieren. Vielleicht überarbeite ich diesen Teil später noch einmal, momentan fehlt mir dafür noch die passende Idee. Oder aber ich teile es und behalte nur die untere Hälfte. Insgesamt ist das Bild 100×100 cm groß und hat vorerst einen Platz über dem Kopfende meines Bettes gefunden.

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3 Replies to “[19/52] Splish Splash”

  1. wahnsinn ist das cool! ich habs ja schon auf facebook geliked, aber hier nochmal in serie – toll!!!

    1. Oh, das freut mich aber 🙂 Ich mochte sie auch alle so gern, da konnte ich einfach nicht wiederstehen. Bin doch immer noch ein Serientäter, ein Relikt aus Projektzeiten.

      1. 😀 ja das ist schön! wer weiß, vielleicht gibts ja mal wieder ein serienprojekt 😉

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