Analog am Meer

Heute ging es mir ein bißchen wie in einem Hollywoodfilm. Nach mehreren Stunden arbeitsbedingten Zwangsaufenthalt vor dem Computermonitor tippte ich gerade eine seit Tagen aufgeschobene Email, da machte es plötzlich ‚Pling‘ in meiner Mailbox. Sie haben Post. Seit ein paar Tagen habe ich schon voller Ungeduld darauf gewartet, mich gefragt, wann es wohl endlich soweit sein wird und wie sie wohl aussehen werden, die zwei fertig entwickelten Rollen Filme, die ich während meines letzten Besuches in Rostock mit der DianaF+ geknipst habe. Obwohl es immer ein paar Wochen dauert, hatte ich mich dieses Mal wieder für die Entwicklung im LomoLab entschieden, weil ich mal wieder abgelaufene Filme geladen hatte und mir im Fachlabour gerade mit solchen speziellen Sachen immer irgendwie blöd vorkomme. Heute kam nun also die Email, das meine entwickelten und eingescannten Bilder zum Download zu Verfügung stehen und ich war echt total aufgeregt, was mich da erwartet. Vielleicht auch, weil ich gar nicht mehr so genau wußte, was ich damals eigentlich so alles fotografiert habe, bevor ich mich in die kühlen Fluten stürzte und anschließend die untergehende Sonne mit der DSLR fotografierte. Wie es aussieht, waren es Aufnahmen von einem sommerlicher Spaziergang am Wasser entlang, mit viel Himmel, noch mehr Wasser, ein paar Touristen, Boote, die Mole(n) und ganz viel Blau im allgemeinen. Und das alles mit ein wenig 70er Jahre Flair, was vermutlich an der Art des verwendeten Films liegt.

Alle Aufnahmen stammen von einem abgelaufenen Fujichrome MS 100/1000 Diafilm, ich habe lediglich zwei der insgesamt 12 Bilder weggelassen, weil sie nicht so recht dazu paßten. Ich selbst war ja schon ein wenig überrascht, das es ausnahmsweise mal ganz gut mit der Motiverfassung geklappt hat, die Diana macht es mir das ja nicht unbedingt leicht. Warum im letzten Bild nur Sand zu sehen ist bzw. was ich da wohl eigentlich erwischen wollte, ist mir etwas schleierhaft, ich kann es aber trotzdem ganz gut leiden. Insgesamt bin ich echt begeistert von den Bildern. Ich glaube, ich hatte bisher mit keinem Rollfilm soviel Glück und war eigentlich schon kurz davor, der Diana den Laufpass zu geben, aber vielleicht wird es doch noch was mit uns beiden. Zumindest ein kleines, buntes Sommerabenteuer.

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6 Replies to “Analog am Meer”

  1. Die Bilder gefallen mir wirklich gut… am liebsten möchte ich das auch noch mal versuchen.
    LG, Petra

    1. Danke, Petra. Dann schnapp Dir ne Kamera und los 🙂 Ich hab mir für den Urlaub hier noch Einwegkameras besorgt, weil ich meine Kamera nicht mitnehmen mag, wenn ich alleine an den Strand oder anderswo zum Baden fahre. Die Unterwasservariante habe ich schon im Gartenteich an den Goldfischen getestet, bin echt gepannt, was dabei herauskommt 🙂 Und ich denke, den einen oder anderen Diafilm werde ich in Zukunft wohl auch noch testen.

      Lieben Gruß zurück,
      Viola

  2. Sehr schön, danke für’s entwickeln lassen.
    Meine kleine Pentax Q lässt sich mit diversen Voreinstellungen, die man schnell erreichbar auf ein Einstellrad legen kann, von hochkontrastigem s/w bis extrem bunt benutzen.
    Das Schöne daran ist, dass es dem Benutzen von analogem Film sehr nahe kommt, ich schärfe nur noch nach, begradige, aber ich mach kaum Änderungen an der Farbigkeit.
    Ich nenne das Ding mittlerweile meinen Realitätsverschönerer.
    Danke noch mal für die Bilder, sie regen mich an, mal wieder an den Voreinstellungen herumzufrickeln.

    1. Vielen Dank 🙂 Es freut mich wirklich sehr, dass Dir die Bilder gefallen und noch viel mehr, wenn ich Dich damit zum herumfrickeln anregen konnte. Klingt ja echt toll, was die kleine Pentax so alles kann. Ich mag’s ja immer ganz gerne, wenn man ohne viel Aufwand, nur durch ein paar schnelle Drehs tolle Ergebnisse erzielen kann. Der Begriff ‚Realitätsverschönerer‘ trifft das wirklich perfekt.

      Ich mag den analogen Look ja schon sehr gerne, vor allem im Mittelformat, komme aber leider nur recht selten dazu, tatsächlich auf Film zu fotografieren, weil’s halt insgesamt mehr Aufwand ist und länger dauert, da hätte ich kaum Material für den Blog 🙂 Bei mir hat es ursprünglich mit dem Smartphone und einer Fotoapp angefangen, solche bunten Vintage-Bilder wollte ich dann auch mal ‚richtig‘ fotografieren. Vor kurzem habe ich nun die App VSCO Cam für mich entdeckt, die immitiert den Look von diversen Filmemulsionen, sieht nicht schlecht aus. Ich spiele zur Zeit noch damit herum, zeige demnächst bestimmt mal ein paar Bilder.

  3. wow, toll! allerdings muss ich sagen, dass die iphoneergebnisse dem gar nicht so fern sind, interessanterweise. das haben sie nicht schlecht hingekriegt. am liebsten mag ich das erste und den leuchtturm!

    1. Ja, das stimmt. Ich bin ja im Grunde durch die Apps erst darauf gekommen, es mal so analog zu versuchen. Ist schon ziemlich cool, auf dem Handy allerdings viel einfacher 🙂 Das erste Bild ist mein Favourit, zumindest so nach dem ersten anschauen. Ich habe ja noch die Bilder einer zweiten Rolle Film hier liegen, auch noch vom meinem letzten Besuch, aber nicht ganz so cool wie dieser Diafilm und vielleicht nur 4 Bilder vorzeigbar. Die kommen später mal.

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