Wish upon a star

Es war eine recht kurze Nacht gestern und auch wenn mir der Schlafmangel durchaus zu schaffen macht, bin ich noch immer viel zu aufgedreht vom Bilderrausch, um die Müdigkeit so richtig wahrzunehmen. Und so sitze ich heute Abend schon wieder hier vor dem Bildschirm, stöbere in den Bildordnern herum und versuche mich zu entscheiden, was als nächstes kommt. Es gibt ja etwas, das ich euch schon seit mehr als einer Woche unbedingt zeigen möchte, etwas, das aber noch ein wenig Arbeit erforderte und Dienstag Nacht fertig geworden ist. Nein, so ganz stimmt das nicht, ich sollte da vielleicht noch etwas weiter ausholen und genau ein Jahr zurückblicken, zum 12. August 2011, als ich mich zum ersten Mal mit einer Kamera bewaffnet in die Nacht gestürzt habe, um ein paar Sternschnuppen des Perseidenschauers einzufangen. Es war ein eher chaotisches Unterfangen, nach einer halben Stunde kippte mir das Stativ um und setzte das neue Fisheyeobjektiv außer Gefecht, so dass ich mich am Ende etwas entmutigt und frustriert in den Garten hinterm Haus zurückzog und mit dem 18-55mm Kitobjektiv auf den Himmel zielte. Morgens um 2.38 Uhr sauste dann plötzlich direkt über mir die größte Sternschnuppe vorbei, die ich je gesehen habe. Sie war so leuchtend hell, dass sie eine kleine Rauchspur am Himmel hinterließ, eingebrannt zur Erinnerung an diesen besonderen Moment. Ich bin ja nun wahrlich kein Photoshopexperte, hab aber mal versucht, das Bild von damals ein bißchen hübsch zu machen. Ihr dürft euch auch etwas wünschen.

Wish upon a star

Ganz am Anfang meiner Tour vor einem Jahr habe ich das Fisheye zuerst auf einem Rübenacker getestet und dabei auch ein bißchen mit der Taschenlampe herum gefuchtelt, gewissermaßen meine ersten unkontrollierten Lightpaintingversuche. Das Ergebnis fand ich damals eigentlich ganz gut, so richtig hat es aber nie hier reingepaßt. Da ich neulich jedoch beim Sternschnuppengucken mit neuem Fisheye im ersten Anlauf von einer Wolkenwand überrascht wurde, hab ich wieder die Taschenlampe herausgeholt und mir ein Wurmloch zu meinem Bett gemalt. 4 Stunden später stand ich wieder draußen auf dem Acker hinterm Haus, doch obwohl die Wolken inzwischen verschwunden waren und hier und da noch ein paar kleine Schnuppen über den Himmel flitzten, war es zum Sterneknipsen leider schon zu hell.

Da die Perseiden nicht nur in dieser einen Nacht waren, sondern noch bis zum 24. August zu sehen sind, wenn auch etwas weniger zahlreich, habe ich mich in der darauffolgenden Nacht noch einmal auf Sternschnuppenjagd begeben. Dieses Mal habe ich mir ein relativ dunkles Plätzchen im Garten gesucht, gleich neben dem Goldfischteich, und die Kamera direkt nach oben in den Himmel gerichtet, so dass man in der Mitte des Bildes die Milchstraße und am Rande das Grün von ein paar Bäumen zu sehen ist. Den Fernauslöser habe ich so eingestellt, dass er mit einem Abstand von 1 s hintereinander weg auslöst, bei Blende f/3.5 und einer Belichtungszeit von 15 s pro Bild. Kaum hatte ich angefangen, da zogen schon wieder Wolken auf und so schnappte ich mir die Kamera zunächst wieder, um eine Weile grummelnd und suchend durch den Garten zu stapfen. Schließlich kehrte ich dann doch wieder zum Teich zurück und beschloss, den Dingen einfach mal ihren Lauf zu lassen. So knipste die Kamera munter vor sich hin, ein Stückchen Himmel nach dem anderen, und ich lag daneben auf der Bank und wartete auf die Sternschnuppen. Insgesamt konnte ich in ca. 2 Stunden vielleicht 15 Schnuppen über den Himmel sausen sehen, allerdings flogen sie grundsätzlich am Kameraauschnitt vorbei, zu so ziemlich allen Seiten. Weil aber die ganze Zeit über immer wieder weiße, fluffige Wolken vorbei flogen, habe ich mich dazu entschlossen, aus den Bildern ein kleines Zeitraffervideo zu machen. Dafür habe ich insgesamt 183 Einzelbilder in Lightroom bearbeitet und dann mit Hilfe einer auf der Seite von Gunther Wegner kostenlos zu Verfügung gestellten Template zu einem Video zusammengefügt. Viel Spaß mit den 13 s Wolkenrausch.

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5 Replies to “Wish upon a star”

  1. ich habe es gerade sehr genossen, mit dir sternchen zu schauen.

    1. Oh, das freut mich sehr zu hören 🙂

      Ich hab das Video ja bewusst ohne Ton gemacht, stell Dir aber dazu noch das Rascheln der Bäume und das Glucksen des Goldfischsteichs vor. Ich glaub, ich mach nochmal ein Timelapse, vielleicht am Rhein mit flitzenden Booten 🙂

      1. oh jaaa das wäre sicher toll!!!

  2. Das ist ja sehr cool geworden. Ist es bei dir sooo dunkel, oder reicht die außen-bezirksnacht aus, solche Bilder zu machen???

    1. Vielen Dank, Jürgen 🙂 Also, die zwei alten Aufnahmen sind aus Neuss, zwar auch vom rande, aber das macht hier im Rheinland vermutlich nicht viel Unterschied, weil’s ingesamt wohl sehr, sehr hell ist. In Rostock ist es vermutlich im Vergleich dunkler, weil dort relativ wenig Licht im Umkreis ist. Eigentlich wollte ich nach Hiddensee, war mir aufgrund der bewölkung aber zu heikel. Ich denke, mann könnte trotzdem noch etwas mehr herausholen, auch mitten in Deutschland. Indem man zeitlich näher am Neumond fotografiert, etwas länger belichtet und dann einfach in Photoshop die Tiefen abdunkelt bzw. färbt. Auch die ISO könnte man noch hochschrauben (ich bin, glaube ich, nur bis ISO 1600 gegangen), aber auch da muß in Photoshop nachgebessert werden und ich bin da nicht so firm drin. Ich hab noch so ein, zwei Bilder, da sieht man die Milchstraße besser, sind allerdings zu viele Lensflares von den Straßenlaternen drauf. Ich denke, ich werde das in Zukunft noch ein bißchen testen, habe so ne tolle neue App, mit der man planen kann, wann z.B. der Mond in einer bestimmten Position steht.

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