Kurznachzehn for 40 Grad Urban Art

Nach einer kleinen Unterbrechung gestern geht es heute weiter mit einem Beitrag vom 40 Grad Urban Art Festival und den Bildern aus meiner Nachbarschaft, die ich neulich schon kurz angekündigt hatte. Als ich am Dienstag Abend von der Arbeit nach Hause kam, entdeckte ich, dass nun auch an der anderen Hauswand, gleich um die Ecke von den Bildern BTOY’s, fleissig gesprüht wurde. Ich holte also schnell meine Kamera von zu Hause und lief dorthin, um mir das Ganze näher anzuschauen. Schon aus ein paar Metern Entfernung konnte ich erkennen, dass dort die lokale Künstlerin Kurznachzehn am Werk war und auf der blau übermalten Wand bereits zwei ihrer Stencils verewigt hatte. Wir plauderten ein bißchen und obwohl ich ihre Arbeiten schon an einigen Stellen in Düsseldorf und auch Köln gesehen habe, war es für mich neu zu hören, dass sie als Vorlage für ihre Schablonen alte Familienfotos verwendet. Während ich bei Jana & JS sowie auch bei BTOY aus Kunststofffolie geschnittene Schablonen gesehen habe, schneidet Kurznachzehn ihre Stencils aus Papier, weil es einfacher geht und für ihre Zwecke in der Regel ausreicht. Der Nachteil von Papier zeigt sich allerdings, wenn man bei wechselhaftem, regnerischen Wetter malt, so wie an diesem Abend, wo sich kurz vor Fertigstellung des letzten Bildes die Wolken öffneten und uns mehr oder weniger im Regen stehen ließen. Alle ungenutzten Papierschablonen wurden so gut es geht in Sicherheit gebracht, unter Bäumen und parkenden Autos versteckt, und als der Schauer ein wenig nachließ, hat sich die Künsterlin wieder an die Arbeit gemacht und noch schnell die letzten Schichten gesprüht.

Auch dieses Mal kam der eine oder andere Anwohner vorbei und fragte, ob sie nicht auch noch den Rest der Wand malen könnte, weil es doch so viel schöner aussehen würde als die alte beschmierte Wand, doch auch dieses Mal war nicht die Zeit dafür und es heißt weiterhin warten auf den nächsten Künstler, der es diese Woche leider nicht mehr schaffen wird. Besonders gefreut hat mich, dass ich dieses Mal endlich sehen (und fotografieren) konnte, wie die einzelnen Schichten eines Stencils gesprüht und so zu einem Gesamtbild, dem Blumenmädchen, kombiniert werden, das hatte ich bei BTOY ja leider immer verpaßt. Da es an dem Abend schon zu dunkel und die Sicht durch Autos etwas eingeschränkt war, habe ich erst zwei Tage später ein Bild von der gesamten Wand gemacht und gesehen, dass Kurznachzehn noch ein paar Schatten ergänzt hat, damit die Figuren ein wenig mehr mit dem Boden verbunden sind. Ich finde auch diese Wand sehr gut gelungen und hoffe, dass sich die teilweise pessimistische Sicht der Anwohner über ein baldiges Beschmieren der Bilder nicht befürwortet. Die Künstlerin selbst, wie auch viele andere, sehen es selbst gar nicht so dramatisch. Kunst im öffentlichen Raum ist eben immer temporär und man sollte sich einfach solange daran erfreuen wie man kann. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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