[39/52] Back to the past

Heute bin ich wirklich sehr versucht, eventuell ganz schnell mit meinem wöchentlichen Projektbeitrag davon zu kommen, ob es tatsächlich auch klappen wird, weiß ich noch nicht so genau. Ich bin ziemlich müde, so wirklich wach war ich heute wohl den ganzen Tag noch nicht, und momentan mag ich noch gar nicht daran denken, dass das Wochenende tatsächlich schon wieder vorbei ist und ich morgen früh ins Büro muß. Dabei ist der Hauptgrund für meine Erschöpfung ein durchaus positiver, ich war nämlich gestern auf der Hochzeitsfeier von lieben Freunden und auch wenn mich ich bereits kurz nach Mitternacht auf den Weg zurück ins Hotel gemacht habe, lagen da schon feierliche 11 Stunden hinter mir. Bilder von der Party gibt es hier nicht, die sind erstens noch gar nicht bearbeitet und zweitens auch private Momente des Brautpaares, und über die Vernissage am Freitag schreibe ich erst, wenn ich wieder einen halbwegs klaren oder zumindest wachen Kopf habe.

Stattdessen gibt etwas abenteuerliches, eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit, Einblicke in einen längst verlassenen bzw. ausgedienten Ort. Genauer gesagt seht ihr in den Bildern  unten einen Teil des Jülicher Brückenkopfes, einer von Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts errichteten Verteidigungsanlage am Ufer der Rur. Die Hochzeitsfeierlichkeiten fanden dort ganz in der Nähe statt und ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, zwischendurch auf eine kleine Erkundungstour zu gehen, einmal mitten am Nachmittag bei hellem Sonnenschein und dann noch einmal etwas später, als es schon langsam dunkel wurde. Die gewölbten Gänge der Festungsanlage hatten wirklich ein tolle Atmosphäre und das durch die Tore und Schießscharten einfallende Licht verursachte einen ständigen Wechsel zwischen hell und dunkel, der diesen Ort gleichzeitig ein wenig gespenstisch und romantisch zugleich erschienen ließ. Es war ganz still dort drinnen, das einzige Geräusch war das Hallen meiner Schritte auf den unebenen Steinen und in so manchem Schatten versteckte sich eine Erinnerung. Vielleicht habe ich mich auch für diese Bilder entschieden, weil es auch die Vergangenheit ist, die meine Gefühlswelt zur Zeit ein wenig durcheinander bringt. Manchmal mischen sich die Wahrnehmungen der Gegenwart mit Erinnerungen an vergangene Geschehnisse und alles erscheint ein wenig dunkler als es in Wirklichkeit ist. Leider ist das eine Erkenntnis, die am eigentlichen und gegenwärtigen Gefühl nichts ändert, zumindest nicht sofort, denn so einfach ist das nicht. In der Zwischenzeit tapse ich also einfach noch ein bißchen weiter durch den neuen und gleichzeitig doch auch altbekannten Tunnel, an dessen Ende ganz klar und deutlich mehr als eine Tür offen steht.

39:2013 - Back to the Past

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4 Replies to “[39/52] Back to the past”

  1. sehr schön bilder – ich mag besonders das mit der stiege!!

    1. Danke. Das war so ziemlich das erste Bild, das ich gemacht habe, gleich beim Betreten des Gemäuers. Für Wochenthema in Flickr war mir eher so nach Tunnel, die anderen gibt’s aber trotzdem als Extraleckerli für euch dazu 🙂

  2. Wie gerne wäre ich dabei gewesen. Die Vergangenheit und die Gegenwart, zwei Pole, die sich bei mir auch immer wieder vermischen, eng ineinander verwoben sind. Es ist ein Spiel aus Tag und Nacht, schmerzhaft und doch befreiend. Danke für die tollen Aufnahmen, Ola und eine gute Woche dir!

    lg, anette

    1. Oh, zusammen hätte das sicher noch viel mehr Spaß gemacht und wir hätten das ganze Gelände erkunden können. Ich war ja nur in einem kleinen Teil, mal kurz gucken zwischendurch und zu lange allein im Dunkeln wollte ich mit meiner aktuellen Stimmung nicht umher wandern.

      Freut mich sehr, dass Dir die mitgebrachten Bilder gefallen. Ich wünsche auch Dir eine schöne Woche und schicke einen ganz lieben Gruß zurück.

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