Dubble Me

Für heute hatte mich eigentlich nur eins vorgenommen, nämlich endlich nach Köln zur Blooom Art.Fair zu fahren, damit ich es mir am Sonntag noch einmal richtig schön zu hause gemütlich machen kann. Doch irgendwie schien der Wurm drin zu sein. Den Regionalexpress hab ich prompt um geschätzte 30 Sekunden verpasst, weil ich mir vorher noch einen Kaffee geholt habe und als ich auf den etwa 30 Minuten später fahrenden IC wartete, kam plötzlich die Durchsage, dass an dessen Stelle ein Ersatzzug fährt, der 30 Minuten Verspätung hat. Auch wenn Köln quasi um die Ecke liegt, sind die Bahnverbindungen am Wochenende doch eher bescheiden und für weiteres Warten fehlte mir heute schlichtweg die Geduld. Also bin ich wieder nach Hause gelaufen und habe nebenbei im Nieselregen noch ein paar neue Tropfenbilder gemacht. Die zeige ich euch aber erst etwas später, es gab ja gerade erst ein paar Regentropfen zu sehen. Den angebrochenen Nachmittag habe ich schließlich abwechselnd zwischen Bett und Sofa verbracht, mit einer neuen Spielerei. Nachdem ich von einigen Bekannten gehört habe, dass es für das iPhone eine App gibt, mit der man eigene Fotos mit den willkürlich ausgewählten Bildern von Fremden zu digitalen Doppelbelichtungen kombinieren kann, wollte ich es selbst ausprobieren. Also habe ich mir die kostenlose Dubble App herunter geladen, mich angemeldet und ein paar meiner Fotos zur Verdopplung ins Rennen geschickt. Mit dabei sind die Bilder aus dem Medienhafen (erste Reihe), Herbstblätter und ein Blick über die Dächer Berlins (zweite Reihe und dritte Reihe Mitte), ein Teich aus der Altstadt (dritte Reihe jeweils außen), die Goldfische meiner Eltern und die Eisenbahnbrücke hier um die Ecke (vierte Reihe).

Bereits die ersten Versuche führten zu ein paar richtig schönen Ergebnissen, die mich echt begeistert haben, ein paar andere paßten hingegen nicht so wirklich gut zusammen und so habe ich immer wieder neue Paare erstellen lassen. Teilweise kam ich mir ein bißchen so vor, als würde ich in Las Vegas am einarmigen Banditen sitzen und den Hebel immer und immer wieder runterdrücken, bis ich endlich das bekomme, was ich haben will. Es war schon ein kleiner Rausch, ich gebe es zu. Irgendwann konnte ich mich dann doch losreißen und beschloss, gleich noch schnell einen Artikel darüber zu schreiben und euch ein paar der Ergebnisse zu zeigen. Das war allerdings leichter gesagt als getan und ich hatte so einige Schwierigkeiten, eine Auswahl zu finden, die mir so im Gesamtbild auch gut gefällt. Ich bin da ja etwas eigen und detailverliebt, also wurde noch ein bißchen weiter gedubbelt, ein paar meiner Bilder tauchen auch doppelt auf, weil ich die Kombinationen so schön fand.

In einigen Fällen verschmelzen die beiden Bilder beinahe perfekt miteinander, in anderen erzählen sie zusammen eine Geschichte. Und manchmal sieht es auch einfach nur echt interessant oder witzig aus. Es hat ziemlich viel Spaß gemacht und ich werde vermutlich auch in Zukunft noch ein wenig damit herum spielen, auch wenn ich nicht wirklich viel mit meinem iPhone fotografiere. Einen kleinen Punkt Abzug gibt es eventuell dafür, dass die App standardmäßig nur für quadratische Bilder ausgelegt ist. Man kann andersformatige Bilder zwar vor dem Hochladen entsprechend zuschneiden, die Mühe macht sich aber offenbar nicht jeder und so kriegt man teilweise Bilder mit Leerraum oben und unten. Das ist in manchen Fällen echt schade, aber andere Dubbler haben auch schöne Bilder und so springt man eben einfach zum nächstbesten Quadrat.

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7 Kommentare

  1. oh also deine ergebnisse begeistern mich ja total! ich habe auch so eine app, soweit ich mich erinnere heißt sie blender, aber mit den ergebnissen war ich eigentlich nie wirklich zufrieden. deine bilder sehen so richtig analog aus, das mag ich total gern. ich werd mich dann mal auf die suche nach deiner app machen und außerden versuchen rauszufinden, ob ich es nur einfach nicht kann oder ob die andere app komisch ist 🙂

    1. Ja, ich war auch ganz begeistert und konnte gar nicht mehr aufhören. Ich denke, die haben das mit dem Verblenden der Bilder ganz gut hinbekommen. Es sind ja alles reine Zufallsprodukte, die dort entstehen, man kann nichts beeinflussen und wenn einem das Ergebnis nicht gefällt, läßt man es einfach noch laufen. Bei Blender mußt Du ja selbst die Bilder auswählen und einstellen, wie stark sie verblenden, das erfordert sicher etwas Übung. Hab ich zumindest gemerkt, als ich für mein ABC Projekt eine Doppelbelichtung imitiert habe. Ist nicht so leicht.

      Schau einfach mal, ob Du auch Dubble ausprobieren willst und wer weiß, vielleicht werden dann auch mal zwei unserer Bilder gepaart 🙂

      1. jetzt habe ich es mir auch mal angesehen. da braucht man ja nen login und so. da brauch ich mal eine ruhige minute 🙂

    1. Thank you Helen 🙂

  2. Super! Die App allein macht es natürlich nicht. Dazu müssen erst die ausdrucksvollen Bilder entstehen, um sie zu kombinieren und doppelt zu belichten. Und das ist bei ganz vielen äußerst gut gelungen. Gefällt mir, wie der ganze Blog hier.

    1. Ja, da hast Du recht, man muß auch ein bißchen aussortieren, weil die Qualität nicht immer gut genug ist oder die Bilder einfach nich zueinander passen. Freut mich, dass es Dir gefällt und herzlichen willkommen in meiner Welt 🙂

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