[45/52] Retreating

Nachdem es letzte Woche ein relativ wortreicher Beitrag geworden ist, will ich heute zumindest versuchen, mich etwas kürzer zu fassen. Es gibt ohnehin nicht sehr viel zu erzählen, denn dank einer langsam in Schwung kommenden Erkältung habe ich die vergangenen Tage ziemlich ruhig daheim auf dem Sofa verbracht, viel geschlafen und DVDs geguckt. Da ich während der Woche weder die Zeit noch die Energie zum fotografieren hatte, blieb mir am Ende nur die Suche nach einem Motiv in meinen eigenen vier Wänden und ich bin schließlich draußen auf dem Balkon fündig geworden. Beim Entsorgen von verwelkten Blättern und dem Umtopfen meines kleinen Avocadobaumes entdeckte ich in einem Topf die vermutlich letzten Blumen des Jahres, winzige Spuren von leuchtendem Weiß in zartem Grün. Monatelang haben sie dort draußen geblüht, selbst eine längere Trockenphase mitten im heißen Sommer überstanden und trotz der Kälte halten ein paar von ihnen noch immer die Stellung, auch wenn sich ihre Blüten nicht mehr komplett zu öffnen scheinen. Auch sie beginnen sich ganz langsam zurück zu ziehen, eine nach der anderen, bis am Ende keine von ihnen mehr übrig und alles nur noch kahl ist.

45:2013 - Retreating

Das untere Bild entstand vor etwa sieben Wochen, an einem warmen Sonntagnachmittag, als die Erinnerung an den kaum vergangenen Sommer noch immer sehr lebendig war und es so schien als würde der Herbst noch gar nicht wirklich beginnen wollen. Die Tage waren noch warm und nur am Abend ließ die langsam aufsteigenden Kälte vermuten, dass sich tatsächlich etwas verändert. Und doch ist inzwischen alles anders, so viele kleine Dinge sind nach und nach verschwunden, wie Sandkörner durch die Finger geronnen. Es ist Zeit für einen Rückzug, von manchen Orten und auch manchen Menschen. Um den Abstand zu gewinnen, der manchmal nötig ist. Nur nicht von hier, hier werde ich bleiben.

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7 Replies to “[45/52] Retreating”

  1. bleiben klingt gut- gute Besserung!

  2. den text zwischen den bildern finde ich sehr schön und ich lese viel persönliches zwischen den zeilen. ja die herbstmetapher ist auch oft meine liebste.
    beide bilder wirklich schön und sonst wünsche ich gute besserung, allgemein sowieso und auch, damit dem flug nichts im wege steht 🙂

    1. Ja, es ist ein sehr persönliches und aktuelles Thema, dennoch hab ich ein bißchen Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden.

      Dankeschön! Ich werde mir die größe Mühe geben, die Erkältung so schnell wie möglich auszutreiben. Genügend Zeit bis zu meiner Abreise sollte ja sein 🙂

      1. hoffentlich 🙂 ansonsten kann ich mit hausmitteltipps helfen 🙂

        das kenne ich – manchmal wollen die worte nicht so recht kommen. aber eigentlich habe ich das gefühl, du triffst sie immer sehr gut..

  3. Ja, der Sommer war lang,
    und um so mehr
    kommt einem der Herbst lang, dunkel und kalt vor
    nur um einem noch dunkleren Winter vorzubereiten
    Doch hinter all dem
    wartet der nächste Frühling
    und zwischendrin eine Wunderwelt voll Schneeflocken und Eiskristallen
    (Hoffentlich)
    Lass es dir bald wieder gutgehen!

    1. Danke Heiko. Eigentlich freue ich mich auf die Stille des Winters. Eine weiße Wunderwelt gibt es hier am Rhein eher selten, manchmal überrascht uns der Winter jedoch. Warten wir mal ab.

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