[47/52] Hide and seek

In der letzten Zeit war es für mich immer etwas schwierig, für diesen letzten Beitrag der Woche ein paar einleitende Worte zu finden. Worte, die nicht immer und immer wieder die gleichen sind, weil die Zeit zwar weiter vorwärts läuft, sich aber im Grunde nichts verändert. An manchen Tagen kann ich das ganz gut ignorieren und mit der Realität verstecken spielen, an anderen Tagen reißt es mich mit und ich drehe meine Runden auf den Gedankenkarussell. Nein, eigentlich ist das so nicht ganz richtig, es sind weniger die Gedanken, sondern eher die Gefühle, die mal wieder Schabernack treiben und sich nicht so richtig einordnen lassen wollen. Vielleicht fehlt mir dafür zur Zeit auch nur der Wille und der Mut, um die richtigen Konsequenzen zu ziehen und obwohl ich es im Grunde hasse, einfach nur zu warten, scheint es manchmal die einfachste Lösung zu sein. Nur weglaufen und verstecken ist leichter, darin habe ich ganz besonders viel Übung und manche Dinge verlernt man eben nie. Aber entschuldigt, ich schweife ab auf der Suche nach den Worten zu meinem Bild der Woche.

Da sich meine Erkältung dafür entschieden hat, noch eine Weile bei mir zu bleiben, habe ich mit Ausnahme von einem Tag im Büro die ganze Woche zuhause verbracht, meine geplante Reise nach Wien abgesagt und auch meine Kamera die meiste Zeit über völlig ignoriert. Obwohl es mir inzwischen wieder besser geht, konnte ich mich im Gegensatz zu letzter Woche auch nicht zu einem kurzen Spaziergang aufmuntern, so daß meine Wohnung mal wieder für die Motivsuche herhalten musste. Da ich zur Abwechslung mal keine Makroaufnahme machen wollte, auch wenn es in solchen Situationen immer die einfachste und naheliegendste Lösung ist, habe ich mich dazu entschlossen, mich mal wieder selbst vor die Kamera zu begeben und ein weiteres Selbstporträt zu machen. Kein wirklich leichtes Unterfangen, denn die Lichtverhältnisse in meiner Wohnung sind etwas schwierig und draußen auf dem Balkon war es mir echt zu kalt. Passend zu meiner aktuellen Stimmung, hin und her gerissen zwischen dem Wunsch nach Vertrautheit und dem Drang sich zu verstecken, hab ich dafür die Gipsmasken heraus gesucht, die ich für ein anderes, nie realisiertes Konzept vor etwa anderthalb Jahren angefertigt hatte. Ganz war ich dann doch nicht bei der Sache, sowohl meine Geduld als auch das ohnehin spärliche Licht schwanden recht schnell und die Sehnsucht nach Sofa und Decke war groß. Daher ist das Endergebnis nicht ganz das, was ich mir gewünscht hätte, muss für dieses Mal aber einfach mal reichen.

47:2013 - Hide and Seek

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7 Replies to “[47/52] Hide and seek”

  1. Dann mal gute Besserung! Und sollts dich demnächst doch mal nach Wien verschlagen und du Bock auf ein Bierchen hast dann meld dich einfach.
    Lg Peter

    1. Vielen Dank, Peter. Ich hatte auch schon überlegt, mich bei Dir zu melden, war mir aber nicht sicher, ob ich genug Zeit haben werde. Naja, so mußte ich wenigstens nur einer Freundin absagen. Wien steht aber nach wie vor hoch oben auf meiner Reiseliste, nur dieses Jahr wird es wohl nichts mehr.

      Liebe Grüße zurück,
      Viola

  2. das erste finde ich sehr, sehr schön – beim zweiten wird mir ein wenig unheimlich zumute. ich finde, sie sind toll gelungen! und wien wartet auf dich!

    1. Mich stören auch eher ein paar Kleinigkeiten wie zerzauste Haarsträhnen, insgesamt mag ich sie aber auch ganz gerne. Unheimlich war nicht meine Absicht, aber das zweite ist schon etwas düsterer. Das war eine der ersten Aufnahmen und ich wußte noch nicht so recht, was ich will 🙂

      Wien ist nicht vergessen und wird sobald wie möglich in Angriff genommen. Dieses Jahr wird es aber wohl nichts mehr.

      1. dieses jahr ist bei mir sowieso komplett zugebucht, jetzt kommt erstmal geburtstag, dann eine dienstliche veranstaltung übers wochenende, dann sind wir über weihnachten ja im bergigen westen und über silvester nochmal wo anders. mein jahr ist schon vorbei, bevor es noch vorbei ist -.-

        aber im frühling ist wien auch wunderschön. und sehr einladend. naja – wie wohl jede stadt 😉

  3. Wonderful, imaginative and inspiring images. Makes your thoughts go in all kinds of directions. My favourite is the last picture, so suggesting and searching. Very nice!

    1. Thank you so much for nice words, Otto. The second one turned out a bit moodier/darker than intented but I like it as well and it’s pretty close to what I wanted to show. Happy that you like it.

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