[49/52] Last moss standing

Nachdem mein kleiner Lückenfüllerbeitrag gestern doch recht lang geworden ist, bin ich heute zumindest gefühlt wieder ein klein wenig schreibfaul und etwas abgelenkt nach einem faulen Tag auf dem Sofa, den ich hauptsächlich mit dem Sortieren alter Fotos und dem Gucken von DVDs verbracht habe. Eigentlich hatte ich mir für das Wochenende vorgenommen, an zwei Fotobüchern zu arbeiten und außerdem endlich mal einen kleinen Ausflug auf den Düsseldorfer Weihnachtsmarkt zu machen, um vielleicht diese Woche ein weihnachtliches Motiv für das Projekt einzufangen. Theoretisch klang das alles im Vorfeld auch machbar, praktisch sah es dann aber mal wieder ganz anders aus, ich habe viel zu lange geschlafen und außerdem vergessen, den Akku meiner Kamera zu laden, bevor ich gestern Nachmittag in die Stadt gegangen bin. So habe ich nach dem Friseur nur ein bißchen im Saturn herumgestöbert und mir ein paar neue Kameras angeschaut. Heute mochte ich nicht so recht aus dem Haus, doch glücklicherweise hatte ich bereits ein paar Bilder gemacht, auf die ich zurückgreifen konnte.

Als ich am Donnerstag Abend nach der Arbeit durch die dunkle Stadt lief, stürmte es ganz gewaltig, der Wind jagte die letzten Herbstblätter über die Straße und ich dachte, es würde wohl bald Regen geben. Umso mehr war ich daher überrascht als ich am Freitag Morgen das Rollo in meinem Schlafzimmer öffnete und vor dem Fenster die ersten Schneeflocken des Winters durch die Luft tanzen sah. Ich habe natürlich sicherheitshalber die Kamera eingepackt und auf dem Weg ins Büro versucht, ein paar der dicken weißen Flocken im Bild festzuhalten. Es war leider nicht ganz einfach, denn der Boden und die meisten Oberflächen waren einfach noch zu warm, nur auf ein paar in der Nacht abgekühlten Autodächern blieben ein paar Flocken zumindest für einen Augenblick liegen bevor sie zu kleinen Pfützen dahin schmolzen. Später beobachtete ich sie von meinem Bürofenster aus, sie flogen in Scharen an mir vorbei, klammerten sich aneinander zu immer größeren Flocken und sahen beinahe so aus, als hätte jemand die Wolken in Stücke gerissen. Ich zog meinen Mantel wieder an und lief hinaus auf den Balkon, in der Hoffnung, ein paar von ihnen würden sich in greifbare Nähe verirren, damit ich ein Bild von ihnen machen konnte. Dabei fiel mein Blick auf den Boden und inmitten des neuen Schnees, der dort sich dort in eine Mischung aus Eis und Matsch verwandelte, entdeckte ich ein paar Spuren von Grün zwischen den Steinen und die kleinen, zarten Sporenträger des Mooses, die aus der weißen Eisdecke hervorragten. Ich fiel regelrecht vor ihnen auf die Knie, daher verdienen sie zu Recht den Platz hier an dieser Stelle.

49:2013 - Last Moss Standing

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5 Replies to “[49/52] Last moss standing”

  1. wirklich schön – schon fast frühlingshaft!
    aber: neue kameras? 🙂

    1. Danke. Stimmt, es könnte auch frühlingshaft sein. Erstes Grün statt erster Schnee 🙂

      Haha, ja. Neues Spielzeug geht dich irgendwie immer. Viele meiner Google+ Kontakte holen sich gerade Systemkameras und vor allem die Fuji X100s ist momentan wohl sehr beliebt. Ich mag den Retrolook und find es auch cool, dass sie einen Sucher hat, aber mit der Festbrennweite von 23 mm (35 mm bei Vollformat) kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Die neue Nikon DF ist auch viel größer/klobiger als gedacht und eh viel zu teuer. Am allerschönsten fand ich lustigerweise ein Ausstellungsstück, das nur Deko war: eine alte, analoge Olympus MD 😀

      1. oh na die klingt ja toll 🙂 von der fujifilm hab ich auch schon viel gehört, aber festbrennweite wär meins auch nicht so ganz. obwohl, wenn dann 35mm, denke ich.

        ich mach erstmal pause mit neuem spielzeug, derzeit kommt mein bestehendes viel zu selten zum einsatz 🙁

        1. Ja, geht mir auch so. Ich hab zumindest schon einen Vorsatz für’s nächste Jahr: viel mehr analog fotografieren. Und mir ist auch nicht entgangen, dass Du nun endlich mal Deine Polaroid zum Spielen rausgeholt hast 🙂

          Für die Fuji gibt es ja nur die eine Brennweite von 23mm auf den Cropsensor, das paßt einfach nicht zu meinen aktuellen Knipsgewohnheiten. Bei 35mm würde ich vermutlich zuschlagen, weil sie schon echt schick und neues Spielzeug immer so aufregend ist 😀

  2. ja das stimmt. neues spielzeug eröffent immer neue möglichkeiten, das ist einfach toll. aber ich hab zb mit meinem weitwinkel noch so wenig gemacht und auch mit meinem makro. auch die canon nehm ich so selten schon mit, dafür nutze ich das iphone 5s jetzt wieder mehr, weil die kamera doch deutlich besser ist als die vom 4er und weil sie ein paar sehr nette funktionen hat. grade mangelt es halt an zeit und helligkeit, aber ich denke, im frühling, wenn dann auch der allergrößte jobsterss fürs erste überwunden ist, wirds wieder mehr werden.

    und die polaroid, ja!! *.* der erste film war ja mehr so „lehrgeld“. ich habe festgestellt, dass in der nacht helle gebäude im hintergrund nicht aufs foto kommen. dass man ohne blitz nicht fotografieren kann. dass sie in der wärme doch besser entwickeln als in der kälte und dass man sie besser stabilisieren sollte. aber zumindest 4 von den 8 sind wirklich nett geworden, 2 hängen in meinem büro, eines bei meinem freund und 2 (davon ein sehr schlecht belichtetes ^.^) klebt in unserem wohnzimmer.

    jetzt warten noch die beiden analogen „klassischen“ auf ihren einsatz. mal sehen, wann es sich eignet!

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