Vorweihnachtliche Schlemmereien

Sie laufen dahin, die Tage bis zum Fest. In einer Woche sitze ich um diese Zeit vermutlich irgendwo neben dem Weihnachtsbaum und kraule Hund Felix hinterm Ohr. Vielleicht sind wir aber auch draußen und laufen gemeinsam durch die von vielen kleinen Lichtern beleuchteten Straßen, weil es so schön und unser Bauch vermutlich prall gefüllt vom Abendbrot ist. Wie ich neulich ja schon geschrieben habe, gibt es bei uns Karpfen mit Kartoffeln, Merrettichsoße und ganz vielen Möhren, darauf freue ich mich jetzt schon. Bisher habe ich eigentlich kaum etwas weihnachtliches gegessen, das ist schon recht ungewöhlich in diesem Jahr. Keine Lebkuchen, keinen Spekulatius, noch nicht einmal ein paar gebrannte Mandeln, ich war ja noch gar nicht so richtig auf dem Weihnachtsmarkt, nur mal kurz gucken und ein paar Fotos machen zählt ja nicht. Damit ich aber dennoch schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Feiertage bekomme, habe ich mir vor zwei Wochen vorsorglich noch einen weihnachtliches Kochkurs in der Eventküche von Frank Petzchen gebucht und so stand ich vor zwei Tagen mal wieder an der Kochinsel, zusammen mit sechs Mitstreitern, Smutje Rita und Koch Frodo Schäfer. Es war eine ungewöhnlich kleine, aber dennoch sehr gemütlich Runde in der wir gemeinsam folgendes Menü gezaubert haben:

  1. Gebratene Gänsestopfleber und lauwarme Thymian-Birne auf winterlichen Blattsalaten
  2. Kürbisschaum mit Korianderpesto und Parmesancroutons
  3. Gänsekeule an Granatapfelsoße mit Sellerie-Kartoffelpüree und Chorizoscheiben
  4. Weißes Espessoparfait mit Zimtchips

Ich hatte natürlich nicht nur guten Appetit, sondern auch meine Kamera dabei, aus der Küche gab es ja schon eine ganze Weile nichts Schönes zu sehen, allerdings hatte ich dieses Mal große Probleme mit dem Licht und der ruhigen Hand. So sind leider einige Aufnahmen nicht scharf geworden und ich habe nicht von jedem Gang ein Bild, sondern nur von der Suppe und dem Hauptgang. Am besten geschmeckt haben mir allerdings die beiden anderen Gänge und das sage ich nicht nur, weil ich vom Aufschlagen der Eismasse fast einen steifen Arm bekommen habe. Den Salat fand ich wirklich sehr lecker und stimmig, die noch extra dazu gebratenen Kräutersaitlinge waren ein ganz besonderer Bonus für mich. Gänsestopfleber würde ich beim Kochen zuhause vermutlich nicht verwenden und stattdessen einfach Hähnchen- oder vielleicht auch Kalbsleber nehmen, die finde ich auch von der Konsistenz etwas angenehmer. Das Dessert hat mir auch sehr gut gefallen, ich freue mich eigentlich immer, wenn in den Kochkursen selbstgemachtes Eis auf dem Menüplan steht, denn das ist nun wirklich etwas, das ich zuhause nicht nachmachen würde. Ich finde ich jedoch immer wieder erstaunlich, wie wenige Zutaten man dafür braucht und wie gut eher außergewöhnliche Aromen in Eiscreme glänzen. Basilikum- und Rosmarineis liebe ich ja unheimlich und ich muß zugeben, dass mir auch das Espressoparfait sehr gut geschmeckt hat, obwohl ich eigentlich kein Freund von Kaffeeeis bin. Aber das ist eben auch das Schöne an solchen Kochevents, man lernt immer wieder etwas neues dazu. Und zusammen kocht es sich auch viel besser als allein. Demnächst geht es dann weiter mit der familiären Weihnachtsbäckerei, ich such schon mal die Keksrezepte raus.

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3 Replies to “Vorweihnachtliche Schlemmereien”

  1. das sieht ja alles richtig toll aus und kulinarisch wäre ich da auch sofort dabei gewesen! nur die gänsestopfleber hätte ich vermutlich ausgelassen 😉

    1. Ja, die Leber ist nicht jedermann’s Sache. Ich esse die auch nur ab und zu mal, aber eigentlich auch nur bei solchen Kochkursen. Es war wirklich sehr lecker und ich bin im Anschluß fast nach Hause gerollt 🙂

      1. das kann ich mir gut vorstellen 😀

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