Wie aus Bildern Bücher werden

Nachdem ich mich nun schon seit einiger Zeit relativ viel mit der Fotografie beschäftige, haben sich verständlicherweise inzwischen so einige Bilder angesammelt und der größte Teil von ihnen existiert ausschließlich in digitaler Form, gespeichert auf diversen internen und externen Festplatten. Eine optimale Lösung ist das sicher nicht und so überlege ich nun schon seit einer Weile, ob ich nicht zumindest einen Teil meiner Bilder in die analoge Welt holen und ihnen einen Gestalt aus Papier geben sollte. Ein paar von ihnen eingerahmt an die Wand zu hängen ist Dank meiner stetig wachsenden Sammlung urbaner Kunst leider keine Option und mit dem Kleben von Fotoalben mag ich auch nicht so recht anfangen, doch glücklicherweise gibt es heutzutage ja noch eine weitere Option: das Fotobuch.

Zum ersten Mal habe ich mit dieser Idee gespielt, als mein 52 Rabbits-Projekt im Dezember 2012 zu Ende ging, denn mit mehr als 100 Bildern rund um das gleiche Hauptmotiv, einen kleinen Hasen namens Paule, ist es mit Abstand meine bisher größte zusammenhängende Serie. Ich wußte auch ziemlich schnell, wie dieses Buch aussehen sollte, ein quadratisches Format mit jeweils einem Bild pro Seite, in der Mitte eventuell eine Doppelseite mit mehreren Bilder aus dem Dubaiurlaub. Ich wollte außerdem zu jedem Bild eine kleine Geschichte schreiben und das zweisprachig, auf deutsch und englisch. Trotz allem blieb diese Idee lange Zeit nicht mehr als das, denn irgendwie fehlte mir immer die Zeit oder die Muße, mich tatsächlich an die Arbeit zu machen und das Buch zu erstellen, viel lieber ging ich stattdessen nach draußen und begab mich auf die Suche nach neuen Bildern und ihren Geschichten. Doch mit dem neuen Jahr kommen auch die neuen Vorsätze und so wurde neulich, an einem ruhigen, düsteren Wochenende aus einer kunterbunten Sammlung von Hasenbildern endlich ein Buch.

Nach einer kurzen Recherche der Anbieter und möglichen Druckoptionen habe ich mich dafür entschieden, dass der erste Prototyp ein CEWE Fotobuch werden sollte. Ich hatte von diesem Anbieter schon gehört und die roten Automaten in so manchen Drogeriemärkten gesehen, in der Nähe meines Büro’s gibt es auch einen Fotoladen, der diesen Service anbietet, doch für spontane Druckaktionen bin ich einfach zu unorganisiert. Ich mache so etwas viel lieber ganz in Ruhe daheim am Computer und habe mich daher sehr darüber gefreut, dass die Software zum Erstellen des Fotobuchs nicht nur für Windows und Linux, sondern auch für meinen Mac als Download zur Verfügung steht. Auf der Internetseite gibt es auch jede Menge Beispiele, Tipps und Videos mit Anleitungen, doch für so etwas habe ich nicht wirklich die Geduld und probiere lieber erstmal selber aus, ob das Ganze nicht auch intuitiv funktioniert. Wie das Buch aussehen sollte, wußte ich ja bereits seit einer Weile, also habe ich das entsprechende Format (quadratisches, kleines Format, 21 x 21 cm, Hardcover) in der kleinsten Größe (26 Seiten) ausgewählt und, da ich meine Originalbilder selbst platzieren wollte, sowohl den Assistenten als auch die automatische Bildoptimierung im Editor ausgeschaltet.

Was mir im Vorfeld lange Zeit Kopfzerbrechen bereitete war die Gestaltung des Covers, da ich mich nicht so recht für ein passendes Foto entscheiden konnte. Dieses Problem war aber mit Hilfe der im Programm wählbaren Hintergründe erstaunlich schnell gelöst, zugunsten eines dunklen Rottons mit schlichter Beschriftung in weiß. Was das Layout der einzelnen Seiten angeht, gab es jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten, jedoch traf keine genau meine Vorstellungen, also habe ich schnell eine der Vorlagen meinen Ansprüchen angepasst, die Einstellungen gespeichert und auf die weiteren, neuen Seiten übertragen. Alles war im Editor sehr einfach einfach zu finden und auch das Bearbeiten von Text kein Problem. Aus Zeitgründen und weil ich auch erstmal gucken wollte, wie sich die Bilder überhaupt so machen in Buchform, habe ich mich gegen das Hinzufügen von Geschichten entschieden und die Bilder nur mit kurzen Titeln beschriftet. Sortiert habe ich recht grob nach Jahreszeiten, Themen, Farben und aus den 26 Seiten wurden am Ende schließlich 42, eine bunte Mischung von Erinnerungen aus dem Leben eines kleinen Hasen.

Ursprünglich sollte das Paulebuch nur ein Digitaldruck werden, da es für dieses kleine Buchformat aber nur die Option mit Hochglanzpapier gab, habe ich mich kurzerhand dafür entschieden, dem Kleinen etwas Besonderes zu gönnen und die Bilder auf mattem Fotopapier belichten und als Leporello binden zu lassen. Ich gebe zu, ich war auch neugierig, wie sich meine Arbeiten analog so machen bzw. ob sie sich herzeigen lassen und diese Bilder schienen mit gute Testobjekte zu sein, zumal ich sie alle vorher noch einmal etwas nachbearbeitet habe. Nachdem ich das Buch fertig gestellt hatte, was alles in allem etwa 1 Stunde gedauert hat, habe ich die Bestellung rausgeschickt und dabei die Option ‚Abholung in einer Filiale‘ gewählt. Das ist ziemlich unkompliziert, denn CEWE arbeitet mit vielen verschiedenen Handelspartnern zusammen und einer davon ist eigentlich immer in der Nähe. Ich habe mich für den Saturn-Markt in der Nähe meines Büro’s entschieden und dort knapp 4 Tage nach Abschicken der Bestellung mein fertiges Fotobuch abgeholt. Ich war total neugierig auf das Ergebnis, hatte aber noch viel zu tun im Büro und konnte den roten Karton erst ein paar Stunden später aufmachen. Als es dann endlich soweit war und ich das Buch in den Händen hielt, habe ich mich schon gefragt, warum ich nur solange damit gewartet habe. Es ist so schön geworden, die Farben leuchten, das Papier fühlt sich gut an und das Gefühl, endlich etwas in den Händen zu halten, ist unbeschreiblich. Mit dem nächsten Buch werde ich sicher nicht wieder solange warten. Wie es aussehen soll, weiß ich bereits.

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13 Replies to “Wie aus Bildern Bücher werden”

  1. Oh Gott, die Rabbit Fotos sind ja großartig, warum kenne ich die noch nicht? Sieht super aus das Buch, ich muss auch unbedingt noch 2 machen…

    1. Haha, das freut mich und den kleinen Paule sehr. Die sind alle veröffentlicht worden, bevor Du hier bei mir gelandet bist. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich zuletzt vor einem Jahr welche gezeigt. Meine Freunde fragen zwar immer, wann es wieder Neues von Paule gibt, er sieht nur leider inzwischen total ramponiert aus und das abgebrochene Ohr läßt sich auch nicht mehr so recht wieder ankleben. Immerhin hat er jetzt endlich sein eigenes Buch. Und ein paar Bilder aus diesem Jahr hab ich noch im Ärmel, vielleicht zeig ich die demnächst 🙂

      PS: Die Projektbilder haben auch eine eigene Seite: http://olaswelt.com/sammelsurium/52-rabbits/

      1. Ich hab mich gerade durchgeklickt, echt total schön! Ich hab ja auch einen kleinen Paule und ein paar der Sammel-Hasen, damit habe ich meinen ersten und einzigen Lomo Kino Film gemacht, haha…
        Ich habe einen Eric, also eigentlich haben mein Freund und ich mittlerweile mehrere, aber der kleine war mit in den USA und auch so oft unterwegs, davon wird es bald auch noch einiges zu sehen geben 😀

        1. Oh, da muss ich wohl bald mal bei Dir gucken kommen 🙂 Ursprünglich wollte ich den Kleinen auch auf meine letzte USA-Reise 2011 mitnehmen, hab ihn aber vergessen. Dafür war er dann aber 2012 mit in Dubai. Sie reisen halt gerne, die kleinen Langohren.

          1. Ja, Eric ist nur kein Hase… Du kennst ihn aber bestimmt auch 😀

          2. Oh ja, richtig. Eric von Southpark vielleicht? Da bin ich ja gespannt auf die Bilder. Ich hab übrigens einen Kenny, aus Plüsch 🙂

  2. oooh ist das schön geworden! ich werde mir demnächst einen wandkalender können, in ganz groß 🙂
    fotobücher stehen auch seit gefühlten jahren auf meiner to do list, die wollte ich eigentlihc immer für die urlaube machen, weil für die einzelnen bilder hab ich mal recht ambitioniert begonnen, fotoalben zu kleben. ich liebe das auch wirklich sehr, aber seitdem das studentenleben zu ende ist, ist für all das nicht mehr so recht zeit 🙁 (das ewig gleiche lied…)

    1. Ja, ich bin auch total zufrieden mit der Qualität. Ich hab das nächste Buch mit meinen ‚richtigen‘ Fotos und Bilderserien schon Ende letzten Jahres angefangen, mir fehlt da aber noch ein bißchen das Konzept. Mit Paule war es ja relativ einfach. Ein Fotoalbum mit meinen analogen Bildern mach ich vielleicht auch noch, die liegen sonst ja eh nur rum. Ist nicht leicht, wzischendurch die Zeit dafür zu finden, aber das Ergebnis ist es dann doch irgendwie wert 🙂

      1. ja, das ist es. ich hab mir ja eine zeitlang brav meine wichtigsten bilder immer ausdrucken lassen und in verschiedene themen-alben geordnet „natur“, „menschen“, „sonstiges“, aber das habe ich seit der vollzeitanstellung nicht mehr angegriffen und mittlerweile wäre es wohl eine woche arbeit 🙁

        aber mal sehen, vielleicht nehm ich mal ein bisserl geld in die hand und lass mir zumindest von den dingen, bei denen ich leicht themen hab, ein fotobuch machen…

        1. Das kann ich mir vorstellen und mit der Zeit wern es ja auch immer mehr Bilder. Ich werde mal versuchen, da dran zu bleiben und vielleicht in Zukunft schon etwas gezielter Bildmomente sammeln. Da ich mir ja auch eine Portfolioseite basteln will, wird es langsam Zeit für ein bisschen Ordnung 🙂

          1. ja das stimmt! das ist alles gar nicht so einfach, darüber einen überblick zu behalten, vor allem wenn man ein ordnersystem hat wie ich (das chronologisch ist und nicht thematisch)…

  3. Das ist eine sehr gute Idee und schön, dass die Umsetzung auch so geklappt hat. Es lädt zum Nachmachen ein, ich würde gerne auch mal wieder was in den Händen halten. Wenn du nur 1 Stunde gebrauchst hast, ist das wirklich gut genutzt. Ich schätze, bei mir dauert es länger, da in meinem Foto-Ordner Chaos herrscht. Aber mehr ein Grund mal durch zu forsten.
    lg Marlies

    1. Also, ich hab nur etwa eine Stunde für das zusammenbasteln gebraucht. Davor natürlich noch einige, um die Bilder heraus zu suchen, auszuwählen und neu zu bearbeiten 🙂 An meinem anderen Buchprojekt sitze ich schon etwas länger und habe dafür u.a. meine Blogposts der letzten zwei Jahre durchforstet. Thematisch und auch vom Stil ist es aber deutlich komplexer und somit schwieriger zu gestalten, mal sehen, wann ich damit fertig bin. Wenn Du erstmal Bilder ausgewählt, kannst du auch einfach die Software das Layout machen lassen, ich mach das aber lieber selbst Seite für Seite und Du ja vielleicht auch. Ist auf jeden Fall eine schöne Möglichkeit, Erinnerungen zu konservieren.

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